kfz
August 2015
VW Jetta



Optisch ist er nicht der Hammer, wir nennen ihn den Pummel - auf dem Bild oben sieht er sogar noch richtig gut aus - aber er hat einen der oberen Plätze im Brot-und-Butter-Segment inne und ist ein Kombi (Wurscht, dass hier in den USA Kombis nicht so angesagt sind). So fährt sich quasi also ein Einstiegs-Golf; ganz schön rough. Aber wir wollten ganz bewusst auf Ballast und Kosten, nicht jedoch auf etwas Stil und wenigstens oberflächlicher Solidität verzichten. Den Spagat hat VW ganz gut hingekriegt.
Für den Mehrpreis des TDI waren wir nicht bereit, so blieb nur der 2.5L 5-Zylinder Benziner dieses 2011er Modells. Der 1.8L 4-Zylinder Turbo als beste Option ist leider erst seit 2015 verfügbar. Aber nicht zuletzt Dank unserer neuen Fahrweise erreichen wir Verbräuche, die wir mit unseren Autos in den US bisher nie gesehen haben. Über 30 mpg (um 7L/100 km) sind eigentlich immer drin.
Der Kofferraum ist riesig aber für mich stösst die Sitzergonomie allerdings an ihre Grenzen, ohne die Sitzschienen vorne anzuheben war keine zufriedenstellende Sitzposition zu finden.
Das Auto hat hier und da eine kleine Beule, aber an den 20000 km Laufleistung habe ich keine Zweifel, nachdem ich es auf dem Lift von unten gesehen habe. Alles wie neu, selbst nach 4 Jahren. Wahrscheinlich hat er irgendwelchen ‘Snowbirds’ gehört, die ihn nur alle halbe Jahre genutzt haben – wir haben ihn aus Florida “importiert”.
Und für die Optik, na ja, Scheiben getönt sowieso, dass muss schon wegen der Sonneneinstrahlung sein, und die Räder noch bündig mit der Karosse. Der Audioanlage ist nicht wirklich zu helfen, da würde nur ein Komplettaustausch helfen, ich habe es daher bei einem Subwoofer belassen (hatte noch einen 12 Zöller vom Volvo übrig).


Update 2021

Schluss mit lustig. Wir wollten uns demonstrieren, dass man auch in den USA als vierköpfige Mittelstandsfamilie mit einem europäischen Butter-und-Brot-Auto nicht nur alle Besorgungen sondern auch Urlaubsreisen machen kann. Zwei Jahre sind es immerhin geworden. Und was für Besorgungen angefallen sind: die Luke voll Mulch oder mal eben locker dreihundert Kilo Steine im Kofferraum oder Wellbleche auf dem Dach, einen Meter länger als das Auto selbst.
An Reparaturen fiel so gut wie nichts an. Selbst die Reifen habe ich bis zum Schluss gefahren.
Und es gibt keine anderen Gründe als den Hang zu Bequemlichkeit und Komfort - und zugegebenermassen vielleicht noch Sicherheit - um dann aber doch endlich der Sache ein Ende zu bereiten. Und ich bin nie ganz dahinter gekommen warum, aber dass die Automatik mit der Zeit so gejault hat, war einfach nur noch nervig. Um einen privaten Käufer haben wir uns gar nicht erst bemüht, der Pummel ging in Zahlung.




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