kfz
August 2015
VW Touareg TDI



Hier isser aber, der Diesel. Ein toller Antrieb, ein tolles Auto. Klassen besser als der zeitgleich besorgte Jetta, natürlich.
Der Diesel kommt mit einem satten Aufpreis, den holen wir erst in mehreren Jahren rein, aber schlechtes Gewissen und permanenter Schmerz an der Tanksäule entfallen. Im täglichen Betrieb zwischen Haus, Schule und Arbeit brauchen wir zwischen 8 und 9L/100km, überland kommen wir auch mit 7 L/100km aus, Klasse.
Von außen wirkt der ‘Treg’ kleiner als er ist und ich wünschte er wäre tatsächlich etwas kleiner und VW hätte in unsere „Sport-“ – also die Basisversion – etwas mehr investiert. Der Klang der Audioanlage ist eher mittelmässig, da musste ich wenigstens einen Subwoofer nachrüsten, und die Sitze sind zwar elektrisch verstellbar, aber ohne Memory-Funktion. Und an machen Stellen hat sich der deutsche Ingenieur wieder auslassen dürfen: Die Bedienung der Cruise Control verlangt Eingewöhnung (aber dann zeigt sie ihre Stärken) und die vermaledeite, quasi erzwungene rechtshändige Bedienung der Sonnenblende ist mir schon beim Audi negativ aufgefallen und ist schlicht Murks.
Unser Campinganhänger stellt überhaupt kein Problem für das Auto dar. Die Schleppkapazität nutzen wir nur zur Hälfte aus, eine in den USA übliche 'weight distribution' ist nicht notwendig. Bei 65 mi/h (guten 100 Sachen) läuft er schön rund im höchsten Gang bei 1700 Umdrehungen.
Auch diesen VW haben wir aus Florida importiert. Die 4 Jahre und fast 120000 km Laufleistung (75000 mi klingen besser) sieht man dem Auto nicht an.


Update 2019

Also, nicht unbedingt ein mit Emotionen beladenes Auto, viel zu nüchtern dafür, aber unheimlich 'refined’. Da steckt wirklich Arbeit drin. Da klappert oder dröhnt nichts, alles straff, auch noch nach acht Jahren. Der Antrieb seidenweich und kräftig. So viel Drehmoment vom Diesel, dass man offensichtlich zur Getriebeschonung die ersten beiden Gänge relativ hoch ausdrehen lässt, was ich allerdings immer als etwas unpassend empfand.
Der so genannte Dieselskandal hat ihm für uns den Garaus gemacht. Das Rückkaufangebot von VW war einfach zu gut, als das man es hätte ausschlagen können. Ende September 2019 haben wir ihn zurückgegeben. Im Grunde genommen in einem Zustand wie beim Erwerb vier Jahre zuvor.
Die einzige Reparaturen waren ein ABS-Sensor und 2 TPMS-Sensoren. Dank CAN-Bus hat der ABS-Sensor aber ziemlichen Wirrwarr im System verursacht, die Cruise Control und Klimaanlage liessen sich nicht mehr aktivieren. Sicherheit ganz gut und schön, aber wenn man gerade auf Reisen ist, ist das lästig.

Noch mal zur so genannten Abgasmanipulation. VW war ja wirklich dumm, weil einfach nur gierig. Als gelegentlicher Übersetzer hatte ich mal ein Dokument in den Händen, aus dem hervorging, dass sie, um die AdBlue-Nachfüllintervalle den Ölwechselintervallen anzupassen und es man ja besonders dem amerikanischen Kunden nicht zutrauen kann, das a) selbst zu machen bzw. b) dafür einmal extra in die Werkstatt zu fahren, anstelle den AdBlue-Tank zu vergrössern (teuer), einfach die Einspritzmenge an "geeigneter" Stelle reduziert haben. Ich habe dann mal nachgerechnet und wenn ich mich nicht vertan habe (die Ölwechselintervalle waren ja über 9000 Meilen), belief sich der AdBlue-Verbrauch tatsächlich nur auf ungefähr 1% der Dieseleinspritzmenge. Das erscheint natürlich zu wenig für eine ausreichende NOx-Reduktion. 3% oder so hätten es wohl eher sein müssen.



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