offspring
September 2009

Felix - 6 Jahre


Felix ist sechs Jahre, fährt allein mit dem Schulbus in seine Vorschule, liest auch schon einige zusammenhängende Wörter und kann Fahrrad fahren.


Uns scheint, dass er gerade die letzten Wochen zugelegt und mehr Selbstsicherheit gewonnen hat. Im Lake Michigan springt er ins tiefere Wasser, macht "was er will" und traut sich sowieso tausendmal mehr als Jana und ich in seinem Alter.
Und mit Lego-Baukästen ab sechs Jahren ist Felix schon lange unterfordert.
Wir hatten viel Freude miteinander im letzten Jahr, natürlich auch so manche Reiberei, besonders wenn ihm immer mal wieder einfällt: "aber eigentlich wollte ich...". Egal, was gibt es Schöneres, als ein Kind gedeihen und sich freuen zu sehen.

Bevor wir aber der Reihe nach durch das letzte Jahr wandern, wieder erstmal seine Besten:
* Sky Scratcher
* Fahrt zu Ikea: Dann nehm' ich mir mein Geld mit und dann kaufe ich mir ein Meerschwein und das use ich dann als Hamster.
* Pepsi und sein Grossvater - die Geschichte heisst eigentlich: Petzi und ...
* Erdschwein - doch glatt mit dem Meerschwein verwechselt
* In der Richtigkeit - In Wirklichkeit
* Das war eine gute Idee, die habe ich in meinem Kopf gefunden
* Fröhlich-Pillen - Jelly Beans, die wir mal Liebesperlen genannt haben
* Vulcano blood - Lava
* Ich möchte sagen, dass ich das nicht hören möchte - nachdem er vom Gewitterdonner aufgewacht zu uns marschiert kam


Im Herbst vor einem Jahr ein Ausflug ins Children's Museum nach Indianapolis mit viel zum Anfassen, Probieren und Studieren.

Und ansonsten genossen wir endlich wieder kühlere Temperaturen nach einem heissen August. Playdates mit seinem Freund Aditya liessen sich dann auch wieder besser im Freien gestalten.

Weihnachten in Familie. Räucherkerzenduft, Weihnachtspyramide, obligatorisches Plätzchenbacken.
Wer der Beteiligten kann da widerstehen?

Trotz oder vielleicht gerade wegen unseres wechselhaften Wetters war aber immer mal wieder etwas und manchmal auch etwas mehr Schnee zu haben.

Silvester haben wir nichtalkoholischen Frucht-Cocktail und "Mensch-ärgere-dich-nicht" aufgefahren. Selten haben wir Felix so aufgedreht gesehen.
Und ansonsten können wir den Winter auch in Lego-Season umbenennen. Ich bekam schon Zweifel, ob wir ihm damit etwas Gutes getan haben, nachdem er über zwei Monate jede, aber auch wirklich jede freie Minute zum Bauen verwendet hat. Aber kann man's ihm verübeln? - wohl eher beneiden.
Und schliesslich hatte ihn die Aussenwelt ja auch irgendwann wieder.
Hier in Sorge um eine Titmouse, die sich nach einem Aufparall
auf's Fenster erst mal wieder erholen musste.

Aber dann war da noch eine Lego-Ausstellung - hätten wir sie ihm wirklich verheimlichen können?

Inspirationsergebnis und Erschöpfung.

Bei der Namensvergabe für seine Lego-Figuren versuchen wir uns jetzt schon gegenseitig zu übertreffen.
Da hätten wir also:
* Guluk und Galak, die beiden Drachen
* Charles Schmidt, ein weisser Knochenmann
* Der Katechist, ein böser Magier (irgendwie müssen wir ihm ja das weiche 'ch' beibringen)
* Igor und Strawinski, zwei Russen im Indiana Jones Set
* König Tacheles
* die Momper, die übergrossen Überkobolde
* Carlos Kokolores, ein Pirat
* Mr. Laser im High-Walker
Aber seine Plüsch-Tiere haben es ja vorgemacht, hier im Schlummer mit Wuffi, Patterson, Bärchen, Alfred, und Wladimir.
(Mikis und Theodorakis, Käsezahn, das besagte Meerschwein sowie Melchior sind gerade nicht an Bord.)

Und dann kam ja endlich auch der Frühling und damit auch Ostern und Bewegung.
Immer die gleichen Verstecke. Oder doch nicht immer.


Ein kleines Video haben wir zwar, aber keine Bilder, von unserer Kanufahrt auf dem Lake im Yellowwood State Forest. Aber hiermit ist es auch nicht vergessen.

Felix und sein Bruder: Beide haben es miteinander nicht immer leicht, aber das ist auch der Reiz der Sache. Henry blickt zu ihm auf und macht alles nach, egal ob er es begreift oder nicht. Felix geniesst es, wenn Henry bedingungslos über seine Faxen lacht, sich von ihm jagen lässt, oder auf ihm herumklettert.

Auf's Fahrradfahren hat sich Felix sehr gefreut. Aber offensichtlich mehr auf das Fahrrad als das Fahren. Für das Üben mussten wir ganz schöne Überzeugungsarbeit leisten. Unter der Woche blieb für eine Übungsfahrt oft nicht genug Zeit, aber nach vielleicht fünf bis sechs Wochenenden hat er es dann geschafft. Und dann gab's erstmal kein Ende - "wie der Blitz". Mir hing die Zunge vom Hinterherrennen, bis ich dann auch mein Rad wieder hervorgekramt hatte und mit ihm mitfuhr.
Einen schönen gemeinsamen Radausflug in den Mill Race Park haben wir unternommen, nur Felix und ich. Bis zum Ende des Parks und zurück sind wir geradelt, und er wollte immer noch mehr...

Vor Schulbeginn Mitte August und seiner ersten Fahrt mit dem Schulbus haben nur Jana und ich uns gesorgt. Felix war immer frohen Mutes und hat sich einfach nur darauf gefreut. Und so war es dann auch. Abgesehen davon, dass wir den Bus ausgerechnet am ersten Tag fast verpasst hätten, lief alles wie man es sich nur wünschen kann. Freudig kam er am Nachmittag wieder heim.

Seine Vorschule ist natürlich nicht frei von Herausforderungen und Anstrengungen. Und zuviel Ausgefrage, wenn er am Nachmittag heimkommt, quittierte er auch schon mal mit einem: "Frag mich nicht immer!"
Überhaupt waren die letzten Wochen gekennzeichnet von Wiederholungen. Wenn ich nicht "Als ich ein kleiner Junge war" von Erich Kästner gelesen hätte, würde es mich mehr auf die Palme treiben: alles muss man drei-, viermal sagen. Aber wie will man ihm zürnen, wenn er so tief in seiner unbeschwerten Kinderwelt steckt, dass seine Sinne einfach nicht aufnahmefähig sind.

Quality time, Erinnerungen schaffen, oder wie immer man das auch nennen will: Lake Michigan. Aus Sorge um unzureichenden Schlaf haben wir diesmal auf Übernachtungen vor Ort verzichtet. Mit etwas Anstrengung sind die Indiana Dunes an einem Tag zu schaffen. Wenn wir in unserer Gegend etwas Ähliches finden sollten, werden wir das überdenken, aber momentan gibt es einfach nichts Besseres.

Und weil es wie immer so schön ist, eine abschliessende Felix-Porträtserie muss noch sein:
mit einem deutschen Vorschulheft Im Children's Museum nachgebauter Ritterhelm aus "Deins ist nicht meins" am Lake Michigan Pillow Head

6 Jahre! Already!?

Eine 'Challenge', Felix zum Geburtstag vor der Schule zwar den Lego-Baukasten zu geben, ihn für das Zusammenbauen aber auf nach der Schule vertrösten zu müssen.
Später müssen ja auch noch Anrufe entgegen genommen werden. Und am Ende des Tages kommen auch Geburtstagskinder nicht um die Hausaufgaben herum.

Die Geburtstagsfeier war etwas verspätet dieses Jahr, wir wollten warten, bis sein bester Freund Aditya wieder im Lande war.



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