offspring
Februar 2009

Henry - Ein Jahr


Unser Henry. Wie die Zeit vergeht. Ehe wir uns versehen, ist er schon so herangewachsen.
Im Oktober 2008

Henry benimmt sich zuweilen wie ein kleiner Wahnsinniger. Wie wir schon zum Halbjahresjubiläum bemerkt haben, wird er durch sein aktives Umfeld ziemlich beflügelt. Kaum hört er Felix von irgendwoher etwas sagen, reisst er schon den Kopf rum. Das Windelnwechseln artet in Schwerstarbeit aus, der Kerl will um nichts in der Welt ruhig liegen bleiben. Eine Zeit lang hat es geholfen, wenn Felix über ihn gebeugt Faxen gemacht hat, um ihn abzulenken. Später ging es nur noch, wenn Henry dabei auf der Couch stehen durfte, um so seine Umgebung immer im Blick zu haben.


Durchgeschlafen hat Henry das erste Mal mit neun Monaten, aber das war eher eine Eintagsfliege, weil Ohrentzündungen (die ihm mehrfach zu schaffen machten) das gleich erst mal wieder für eine Weile verhindert haben und er dann erst mal wieder auf den Gedanken kommen musste.
Ihn auch am Tage zum Schlafen zu bewegen war ebenfalls nicht einfach, manchmal kriegte er nicht mehr als eine Stunde hin.

Die Zähne machten und machen ihm (und uns) zeitweise zu schaffen. Überhaupt war die zweite Jahreshälfte ziemlich eine Achterbahnfahrt. Hoch-Zeiten wurden immer wieder unterbrochen von seinen Wehwehchen, scheinbar unstillbaren Hungersnöten und Separation Anxiety (Trennungsangst).

Mit Felix in diesem Alter waren wir dick auf Tour in Acadia. Jetzt mit zwei Kindern sehen wir das ein bischen anders. Aber alles eine Frage der Zeit bis auch das soweit ist.

Mit zehn Monaten hat Henry das erste Mal so für vielleicht drei Sekunden allein gestanden. Und wenn wir nicht kleinlich sind, können wir vermerken, dass er zu seinem ersten Geburtstag laufen konnte.

Die grossen Holzlöffel hat er eindeutig lieber als die kleinen Plasteteile. Auch das Füllen von Behältnissen kann ihn gut beschäftigen, wobei der Vorgang an sich eher als ein "Hineinpfeffern" bezeichnet werden muss. Beim Packen meiner Tasche zum Feierabend auf Arbeit habe ich einmal ein "aufgeräumtes" Puzzle-Teil in dieser gefunden (schmunzel). Unter Aufsicht krabbelt er allein die Treppe hoch. Und das Standardspielzeug für Kinder in seinem Alter, Zeitungen und Magazine, ist vor ihm natürlich auch nicht sicher.

Ein anders Thema: Baden. Macht er für sein Leben gern. Irgendwann haben Felix und ich angefangen, ihn mit in die Badewanne zu nehmen. Kaum hört er seitdem das Wasser rauschen, zieht es Henry wie einen Magneten ins Bad. Dann schubst er die Quietsche-Ente vom Wannenrand ins Wasser und wartet ungeduldig auf jemanden der ihn in die Wanne hievt.

Das Nachplappern beginnt langsam. Und es ist nicht so schlimm wie es klingt, wenn wir sagen, sein erstes Wort war "Nein". Er hört's bestimmt nicht öfter als Felix es gehört hat, wenn er sich an der Audio-Technik zu schaffen macht, aber das hat ihn offensichtlich besonders beeindruckt. Noch dazu, wenn er uns mit seinem begleitenden Kopfschütteln zu Lachern anregt.
Das zweite Wort war dann "Nane", also Banane.

Sein Ein-Jahres-Check ergab Durchschnittsgewicht für sein Alter, aber seine achtzig Zentimeter liegen im 80. Perzentil. Anstelle von Konfektionsgrössen werden auch gern Spezialanfertigungen, wie die von der Grosstante gestrickte Mütze, getragen.

Wenn Felix und ich auf der abgezäunten Lego-Baustelle Grosses schaffen, kann Henry sich eine halbe Stunde lang daneben allein beschäftigen. Aber wehe, ich verziehe mich in die Garage, dann hängt er wieder an Janas Hosenbeinen. Um besagte Baustelle vor ungefugtem Zutritt zu schützen, haben wir eine wirksame "Intruder Prevention Box" aufgestellt - ein grosser Pappkarton mit der Öffnung in Richtung der einzigen Zugangsstelle zwischen Sofa und Wand.
Also, Henry hat es nicht immer leicht mit seinem grossen Bruder.

Zuweilen versehen wir ihn mit allerlei Kose- und sonstigen Namen. Henny wird sich dabei durchsetzen.

Worauf andere Leute mitunter Wert legen, trifft bei uns auch zuweilen zu, besonders nach den Malzeiten: Bei uns kann man auch vom Boden essen.

Für seinen Geburtstag bin ich mit Felix etwas eher nach Hause gekommen. So eine Geburtstagstorte isst sich ja schliesslich nicht von allein. Zum Ausblasen der Kerze eilte Felix sofort zu Hilfe. Und die Dr. Seuss-Figur rechts im Bild (wir nennen ihn Wladimir) hat er auch ausgesucht.

Happy Birthday, Henry.



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