offspring
Februar 2014

Henry - Sechs Jahre


Unser Henry zeigt neben vielen Gemeinsamkeiten auch so grundsätzlich andere Wesenszüge als der Rest der Familie, das ist verblüffend und faszinierend.
Wir sind durch viele Hochs und Tief miteinander gegangen und zumindest ich habe manchmal das Gefühl, ihn erst jetzt so richtig zu verstehen.

Wie schon öfter angemerkt, versucht Henry es seinem grossen Bruder gleichzutun, zu oft leider erfolglos. Gut vier Jahre Altersunterschied lassen sich nun mal nicht so einfach wegzaubern. Im Laufe der Zeit hat Henry es aber immer besser gelernt, mit der Frustration umzugehen und sich schnell wieder zu fassen. Wenn es ihn aber rappelt, haut er aber schon mal ordentlich auf den Tisch, wortwörtlich.
Henry ist also sehr körperbetont und expressiv in seinen Interaktionen mit seiner Umwelt.
Wenn ich mich zu ihm hinhocke sitzt er in nullkommanix auf meinem Schenkel. Und wenn ich mich nicht irgendwo festhalten würde, würden wir durch sein Herumgewusel sicher umfallen.

Was ihn auszeichnet ist seine Entschlossenheit, ein scheinbar gänzliches Fehlen jeglichen Zweifels. Henry weiss immer und sofort was er will, und ändert seine einmal gefasste Meinung auch nicht.
Hatte ich zum Beispiel gehofft von den Brüdern ein Bild einer gemeinsamen Abfahrt zu bekommen, kann Henry nicht mehr warten und will seinen Spass während Felix sich noch in Position bringt.

Gleichzeit braucht Henry eine intensive Rückmeldung. Lange und manchmal auch heute noch müssen wir schon nicht mehr vorhanden geglaubte Energien aufbringen, wenn er nach Gute-Nacht-Geschichte und -kuss immer nochmal angetrabt kommt.

Henry hat sich sehr gut in seinem schon nicht mehr so neuen Umfeld eingelebt. Im Kindergarten wird er gemocht, er hat gut Schwedisch gelernt und ist sowieso für jeden Spass zu haben.

Seine Leiblingsanziehsache ist übrigens der Schlafanzug. Im Sinne von "Pick your battles" darf er den gerne einen ganzen Sonntag lang tragen.

Wie erwartet, Henry's Grammatik schlägt Kapriolen. Es ist ja nicht leicht für ihn. Zeit wird es richten, und wir helfen ihm dabei.
* hat Hörnchen - der Elch, statt Geweih
* It’s bei me ocksa - EN-DE-SE
* Der goldene Kumpel vom R2D2 - C3PO
* Ich möchte sondern schön glänzigen Geld
* Ich muss den pillow reachen
* Manchmal ess ich hastlig
* windlos - windstill
* Bösegewicht - Bösewicht
* Wir: Henry, wo kommt der Strom her, aus der Steckdose oder aus dem Wasserhahn? H: Aus dem Wasserhahn.
* illeine, Ilarm - alleine, Alarm

Dann blicken wir mal zurück auf Henrys sechstes Lebensjahr.

Kurz nach seinem fünften Geburtstag waren wir mal alle zusammen die Vasa anschauen und ausserdem viel draussen in den Naturreservaten die langanhaltende, stabile Hochdruckphase geniessen.

Der Osterhase hatte es dieses Jahr auch wieder faustdick hinter den langen Löffeln. Trotz Schnee kamen die Jungs dabei ins Schwitzen.

Die Walpurgisnacht wird in Schweden vielerorts gefeiert. Vereinzelt wird für die Kinder schon vor Einbruch der Dunkelheit ein Feuer entfacht.

Ausflüge sind auch ohne Schnee schön und in Stockholm haben wir ein paar neue Ecken erkundet. Dabei war es beileibe nicht immer einfach Henry bei Laune zu halten und ganz verderben wollten wir es ihm auch nicht, aber ein paar Kilometerchen oder Stunden musste er lernen mitzuspielen. Die Bilder reflektieren dann natürlich auch die besseren Momente.

Im Mai waren wir auch ein langes Wochenende im Store Mosse. Henry hat es getaugt.

Und auf der Terasse oder im Garten geht immer was. Wir geniessen die ersten höheren Temperaturen nach dem langen Winter


Auch den Ausflug nach Österlen Anfang Juni haben wir in guter Erinnerung. Zu Baden eigentlich noch zu kalt, aber wir haben uns gut umgetan am Strand und in der Gegend.

Wie sich im Rückblick zeigt, haben wir wirklich viel unternommen. Henry outet sich als Genussmensch. Ein Karussel zieht in magisch an. Und ein Eis geht natürlich immer. Von Kuchen im Schloss Taxinge gar nicht zu reden.

Der Sommer ist grosse Klasse in Schweden. Die Temperaturen erlauben den ganzen Tag offene Türen und Fenster.


Einen Gutteil unseres Jahresurlaubs verbringen wir wieder in Deutschland.
Die Fährfahrt ist wie im Vorjahr Teil der Erlebnisse.
Zusammen verleben wir ein paar Tage in Wismar mit allem Drum und Dran.

Und holen Henry und Felix nach Jana's und meinem Exkurs nach Amsterdam und Hamburg wieder in Kummer ab.
Viel zu heiss für unseren Geschmack war es diese letzten Tage. Die Bobby Cars waren eine gute Ablenkung.

Mit breitem Sandstrand ist schöner, aber zurück in Schweden reicht ein Ausflug zu einem der zahlreichen Badeseen in der Umgebung für eine Abkühlung allemal.

Nicht über lang und das Jahr geht in die für uns schönste Jahreszeit über - und wir bevölkern wieder die Naturreservate. Wie schon mal erwähnt, das Vattgruvmossen ist schnell erreichbar und gefällt uns gut. Blaubeeren gibt es zuhauf und auch Henry kommt schnell auf den Geschmack.

Auch im Store Alsjön waren wir nocheinmal und haben ein Klasse Picknick gemacht. Wie gut, dass wir selbst ein paar Scheite dabeihatten, das Feuerholz vor Ort war nämlich aufgebraucht.

Wir gehen auch noch mal ins Vasa-Museum und auch wenn in Schweden nicht immer die Sonne scheint zog es uns raus, zum Beispiel einfach nur in die nähere Umgebung oder auf den Kaknesturm.

Vorweihnachtszeit. Wir backen Plätzchen, besuchen das Santa Lucia-Fest im Torekällberget - wobei sich Henry wohl eher an das Karussel errinnert - und gehen zu seiner Feier im Kindergarten.

Ein Arbeitskollege hat mich überzeugt: Knusperhäuschen werden nicht einfach so gekauft und deshalb werden sie ab jetzt selbst entworfen und gebaut.

Weihnachten überhaupt hatte es in sich. Zuerst kommt der Weihnachtsmann persönlich - jahrelang hatte er uns ja immer ausgetrickst und kam immer wenn wir gerade nicht im Haus waren - und dann brachte er für Henry auch noch einen Hamster. Sein bester Freund, das heisst Kümmerer, wurde allerdings wie erwartet Felix. Aber es war wichtig für Henry, auch mal etwas spezielles, gefühlsmässig ebenbürtiges wie Felix zu bekommen.
Silvester dieses Jahr zu Hause. Wir machen uns leckeren Kartoffelsalat, spielen Mensch-ärgere-Dich-nicht, und beschränken uns wie fast immer auf Wunderkerzen.

Der Schnee lässt diesen Winter auf sich warten.
Verspätet beginnt für Henry und Felix der Skikurs bei uns
in Södertälje. Umso schneller aber scheinen sie es zu lernen.
In Sälen in der Vorsaison können Henry und Felix das Gelernte gleich mal ausbauen. Wir haben fetten Schnee und die Jungs sind den ganzen Tag auf der Piste.

Und bevor wir das Jahr vollenden und wie fast immer und weil es so schön ist: Die abschliessende Porträtserie.

Sechs zu sein ist dann schon was anderes. Ab jetzt will Henry Lesen und Schreiben lernen, hat er gesagt. Aber erstmal freuen wir uns und feiern mal tüchtig!

Alles Liebe für das neue Lebensjahr.



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