September 2021

Mount Baker Wilderness - Overnight





"If someone is able to show me that what I think or do is not right, I will happily change."

Marcus Aurelius



Die Mt. Baker Wilderness ist schon toll. Ist natuerlich anstrengend, denn die meisten Wanderrouten sind alpinen Charakters, aber gerade im Herbst gibt es Blaubeeren, Farben und idyllische Szenen.
Wenn man nicht gerade auf Backcountry Camping aus ist, dann ist die lange An- bzw. Rückfahrt allerdings ein Wermutstropfen. Gerade wenn einem ein ganzer Wandertag in den Beinen steckt, gibt es was besseres als neunzig Minuten Fahrt. Mit dem Übernachten im Auto kann man beides umgehen. Am neuen Volvo hatten wir noch nicht mal die neuen Kennzeichen, da haben wir diese Idee schon in die Tat umgesetzt. Schmal zwar, aber zwei Meter Liegefläche und richtiges Bettzeug, mehr braucht es nicht.
Ein weiterer Vorteil, wenn man nicht mehr am selben Tag noch nach Hause möchte, ist, dass man länger, also später auf dem Trail bleiben kann, man also weniger Gedränge hat. Und das ist uns gaaanz wichtig.



Im besagten Fall war der Lake Ann unser Ziel. Den hatten wir schon mal zweitausendundneunzehn in Angriff genommen, aber aus quasi Zeitmangel - damals wollten wir noch zu Hause sein, wenn die Jungs aus der Schule kamen - nicht geschafft. Von der Entfernung und vom Gelände her ist der Trail nicht super hart, auf dem letzten Stück kann allerdings zu viel Sonne die Sache beschwerlich machen.


Die Wettervorhersage verhiess zwar teilweise Wolkendecke, aber wir haben uns trotzdem Anfang September auf die Socken gemacht. Zumindest der erste Tag war goldig. Nicht so heiss wie das erste Mal, aber warm genug. Der Rucksack nicht zu schwer, mit den Blaubeeren habe ich mich etwas zurückgehalten, aus Fehlern lernt man ja schliesslich. Mt. Baker omnipräsent.



Lake Ann schön anzuschauen, keine Frage.



Interessant die gletschergespeissten Wasserfälle. Und einmal schallt auch ein ordentliches Krachen im Eismassiv durch das Tal.



Der See klar und sehr kalt. Gutes Picknick. Wir warten auf das Einkehren von Ruhe. Schliesslich die erhoffte Abkühlung im Wasser. Ich fühle mich an unseren Ausflug nach Jämtland in Schweden erinnert.



Der Rückweg mit einem uns erträglichen Mass an Verkehr.
(Aber später wäre immer noch besser.)



Blick zurück, diese Szene im Tal habe ich schon mehrfach fotografiert. Ist aber auch immer wieder schön. Und jetzt haben wir es bestätigt bekommen: hinter diesen Kamm erst liegt der See.



An unserem auserkorenen Stellplatz auf dem Ausweichparkplatz am Besucherzentrum war bald nichts mehr los.
Unsere Nacken werden steif, der Anblick der Milchstrasse macht uns so klein wie wir sind. Auf Photos habe ich verzichtet.
Zeit fürs Bett. Des Nachts ein leichter Regen und etwas Wind. Wir fühlen uns im Auto sehr geborgen.
Am nächsten Morgen war es bereits halb zehn als wir beginnen uns aus dem Auto schälen.



Für unser Frühstück finden wir einen noch besseren Sitzplatz als am Abend. Solange wir unser Brot rösten und einen frischen Kaffee machen können sind wir zufrieden.




Wir sammeln besagte Blaubeeren zum Mitnehmen.



Und gegen Mittag machen wir uns in aller Ruhe auf den Rückweg.




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