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Upper Peninsula
September 2002



UP - Upper Peninsula, die Obere Halbinsel - das Stueck Michigan, das von Michigan selbst nur ueber die Mackinaw Bridge zu erreichen ist bzw. die Fortsetzung von Wisconsin darstellt. Mit dem groessten der fuenf Grossen Seen im Norden, dem Lake Superior, diversen Wasserfaellen und endlosen Waeldern, wollten wir mal so schauen, was die Natur um diese Jahreszeit so hergibt. Dazu haben wir tolles Wetter erwischt, mit genau den richtigen Temperaturen.

Wenn man, wie wir, zu spaet am Freitagnachmittag wegkommt, ist das Ziel mitunter am selben Tag gar nicht mehr zu erreichen. Wir waren nach guten fuenf Stunden Fahrt recht fertig und haben zumindest einen Campground ziemlich weit noerdlich auf der Halbinsel gefunden. Am Morgen haben wir uns dann auch erst gegen halb zehn aus den Decken geschaelt. Der Platz oder besser die Leute dort waren 'irgendwie' komisch. Nix gegen Stirnbaender, aber wenn einer in aller Frueh dort anfaengt Baeume zu faellen, um sich sein Feuerholz fuer den Abend zu beschaffen… Da wurde uns auch klar, warum es am Vorabend auf dem Platz so verschwelt roch. Und kaum waren wir mit dem Fruehstueck fertig, kamen auch schon die ersten ATV-Freaks durch das Gelaende gerammelt. Soll ja jeder seinen Spass haben, aber diese elenden Zweitakter...
Bei unserer Weiterfahrt haben wir dann auch die Landschaften von "Wildtoeter und Grosse Schlange", sprich den Lederstrumpf-Erzaehlungen von J.F. Cooper entdeckt.



Feuchtwiesen, Baeche und Seen mit Schilf und allerlei Gruenzeugs drumherum. Fichten kaempfen um gute Standplaetze. Und das Ganze im Wechsel mit Heidelandschaft und dichten Mischwaeldern.

Erst zu Mittag in Munising, waren die Campingplaetze schon wieder rar. Lakefront war sowieso nicht mehr zu bekommen (first come, first served). Aber von unserem Platz waren es auch nur ein paar Minuten zum See. Nach Picknick und Lagebesichtung gab es dann auch nur eines: "Pack die Badehose ein..."




Das Wasser war frisch und klar, der Boden im Gegensatz zum Lake Michigan kieselbedeckt, und ein paar Meter weiter draussen gab es tolle Sandbaenke.




Und klar, auf einen Kaffee waren wir ja auch noch im Oertchen. Als wir so mit den Kunststoffbechern und Brownie vor dem Café sassen und die Lage auf der Hauptstrasse peilten, fuehlten wir uns an vergangene Zeiten erinnert. Kleine Jungs auf ihren schnellen Raedern und Rollern bestaunten halbalte MG's und Mercedes und deren Besitzer ("must be fast and expensive too"). Aber: einer der Jungs hatte eine Kette umhaengen, die offensichtlich der Hip Hop (oder was weiss ich)-Szene entlehnt sein sollte. Doch worueber wir uns wirklich auf die Schenkel gehauen haben - genau solche Ketten waren uns von frueher als sogenannte Kloketten gelaeufig. Allerdings, und das muessen wir schon zugeben, nicht in einem edlen Messing.

Am Abend dann endlich das langersehnte Lagerfeuer. Einen gebundenen Holzstoss hatten wir ja immer noch von unserer Suedwestenreise uebrig...




Am naechsten Morgen meinte Jana, ob ich nicht mal 'rausschauen wolle, saehe nach Nebel aus. Waren aber nur angelaufene Scheiben. Dachte mir trotzdem, dass ein frueher Morgenspaziergang zum Wasser den Geist beleben wuerde. Nach ein paar Metern hoerte ich es hinter mir trappern - Jana dachte genauso. Und dann: waehrend wir gemeinsam so tief durchatmend auf das stille Wasser schauen, erhebt sich der Feuerball aus dem Dunst am Horizont.


Der erste Septembermorgen


Nach dem Fruehstueck haben wir uns auf die Socken nach einem neuen Standort gemacht - weil uns die vorgelagerte Grand Island den Blick auf das "offene Meer" genommen hat - und sind in Grand Marais gelandet: Tankstelle, Baeckerei und Kraemerladen und Campingplatz.
Fuer uns war erstmal wieder baden angesagt.



Statt Mittag gab es fuer uns dann frischgebackene Cookies. Der Laden war unglaublich: ein Gemisch aus Second Hand-, Souvenir- und Coffee-shop. Schraeg, aber freundlich. Die Leute da ganz oben haben aber auch nicht viel. Saisonale Wochenend-Touristenanstuerme mit vielen Campern, die sicher nicht zu viel Geld da lassen.

Am Nachmittag haben wir uns dann auf Wanderung begeben. Eine gute Meile am Strand entlang - das schlaucht; die Sonne im Gesicht und den Wind um die Ohren...




...mit den Sable Falls zum Ziel



Der Abend wieder klassisch: Steaks, Bier und Lagerfeuer.

Am naechsten Morgen dann der angekuendigte Regen. Was schert es uns - wir wollten/mussten eh abreisen.

Labor Day in Mackinaw City: Bridge Walk. "A bunch of crazy people" walk the Mackinaw Bridge - 5 Meilen, und lassen sich dann von Bussen wieder zurueckkarren. Wir sind trotzdem ohne Stau 'ruebergekommen.


"Mighty Mac" - drittlaengste Haengebruecke der Welt


Die Rueckfahrt hat sich verkehrsbedingt leider etwas gezogen. Ich glaube, wir waren die einzigen, die nicht das andauernde Beschleunigen/Bremsen mitgemacht haben, sondern versuchten, eine zwar langsamere, aber konstante Geschwindigkeit beizubehalten.

Am Abend zu Hause gab es dann noch das Mitbringsel von der Rueckfahrt - frisch gegrillte Forelle...