reisen
Zum Fischen im Lake Michigan ...und mehr
August 2002

Wir waren Fischen. Aber nicht einfach nur Angeln, nein nein, sondern richtig Fischen mit einem 30ft-Motorboot auf dem Lake Michigan; eine Gruppe von sechs, zwei Mann Besatzung, zwei Kaesten Bier und ein Dutzend Angeln.
Gary hatte einen ganzen Tag, d.h. acht Stunden, geordert, Andy war dabei und noch zwei Mann aus Gary's Verwandschaft. Mit Jana und mir war dann die Runde komplett, um kurzentschlossen am ersten August-Wochenende gen Frankfort zu duesen.
Wie angekuendigt ging zwischendurch ein Gewitter nieder. Aber was fuer eines! Sogar eine Tornadowarnung ging durch das Radio. So schnell wie es kam, so schnell war es aber auch wieder weg. Und dann die Abendsonne, was sag' ich, Feuerball!
Schliesslich haben Jana und ich den von Gary beschriebenen seelenruhigen Platz am Ende einer 'dead end street' gefunden und damit den Platz fuer die Nacht bestimmt. Dann haben wir die Cabins der anderen aufgesucht. Die waren zwar noch nicht da, kamen aber kurz darauf: Bekanntmachen, ein schnelles Bier und Absprachen fuer den Treff am naechsten Morgen.
Wir haben uns dann in unsere ruhige Ecke verkrochen und waren weg wie nix.
Sternenklarer Himmel am naechsten Morgen! Carl mit dem Rest der Mannschaft ist geduest wie ein Schw... Sein Limitfaktor lag so bei ungefaehr 2. Egal, Lizenzen kaufen, Bier einladen, Boot entern und aufi ging's. Es ging kaum ein Wind, so gaben wir uns der Hoffnung hin, eine ruhige See zu finden. Doch weit gefehlt! Sobald wir den Hafen verlassen hatten, kamen hoehere Wellen auf, die das unter Volldampf liegenden Boot abheben und ordentlich aufkrachen liessen. So ging es eine halbe Stunde lang hin.
Wir waren keineswegs die ersten oder einzigen im vermeintlichen Fanggebiet. Das Boot fuhr auf Sparflamme, die Angeln wurden klar gemacht, (Foto-)Schuesse von der aufgehenden Sonne geschnappt...



...und dann war ich nur noch froh, nicht der erste zu sein: Carl uebergab sich bereits. Zehn Minuten spaeter war ich dranů Die bloede Schlingerei! Ich habe mich zwar waehrend der Fahrt viel im Heck aufgehalten, um immer den Horizont vor Augen zu haben und damit dem Gehirn etwas Verwunderung abzunehmen, aber was zuviel war, war zuviel. Am Ende hat es Carl mindestens fuenfmal, mich dreimal und Jana nur gerade nicht erwischt.


shut-up and fish
Angelhaken in Carl's Hose


Aber der Hammer kommt ja noch: no fish! Das Unwetter vom Vortag muss die See so durcheinandergebracht haben, dass der Fisch offensichtlich ueberhaupt keine Fresslust hatte.
Nachdem wir ein paar Stunden umhergetingelt sind und ueber Funk Meldungen eingingen, dass niemand was fing, haben wir kurzerhand abgebrochen und sind zurueckgeduest.





Gegen zehn zurueck im Hafen, war dann auch nur der Sprit zu bezahlen und das eingekuehlte und nicht angefasste Bier wieder auszuladen.
Die Gruppe um Gary ist sich erstmal auf's Ohr legen gefahren, waehrend uns in Frankfort erstmal ordentlicher Kaffee und dicke Mehlspeisen aufgepaeppelt haben. Das Wetter war ja ueberaus praechtig, so dass wir gleich mal zum Strand gestiefelt sind. Nachdem wir gemerkt haben, wie muede wir doch eigentlich auch sind, haben wir uns unsere neuen Captain Chairs with Footrest geholt, um unser Nickerchen am Strand einzunehmen.
Nach ein paar kurzen Funk-Absprachen mit den Jungens haben wir uns dannam Nachmittag nach einem Kanu-Verleih umgeschaut...

Ausgesucht zum Paddeln haben wir uns den Lower Platte River. Sechsundzwanzig Dollar ohne Zeitlimit (bis neun Abends sollte man halt nur die Paddel zurueckbringen) und los ging's.



Der ruhige und verwundene Flussverlauf mit einem groesserem See zwischendrin war voll nach unserem Geschmack.



Bei einem der ersten Zwischenstopps fuer ein paar Aufnahmen haben wir eine fuer uns wirklich grosse Schildkroete abtauchen sehen. Der Panzerdurchmesser war bestimmt zwanzig Zentimeter an der schmalen Seite...

Kurz vor Ende der Tour fiel mir auf, dass wir ja eigentlich noch keine Reiher oder aehnliches Getier gesehen haben, als nach der naechsten Flussbiegung auch schon einer am Ufer auftauchte. Verbluefft hielten wir inne und erwarteten jeden Moment sein Fluechten. Doch wieder daneben. Das "Vieh" fischte seelenruhig weiter und wir stroemten keine fuenf Meter an ihm vorbei. Natuerlich war der Film nach zwei Bildern alle, so dass wir einfach anhielten und frisch geladen zurueckkehrten. Doch ich sah unser Glueck von neuem schwinden, als zwei weitere Paddler auftauchten. Doch selbst unser Ruf und Bitte um Vorsicht bzw. deren Vorbeifahrt liessen den Reiher nicht verschrecken. So konnten wir ihn in aller Ruhe in gutes Licht staken sehen...




Die Tour sollte in zwei Stunden zu schaffen sein, aber wir haben locker drei daraus gemacht.

Da wir ja nun keinen Fisch zum Grillen hatten, mussten Steaks herhalten.
Die Nacht in unserer Sackgasse war wieder angenehm frisch. Beim Einschlafen haben wir beide gemerkt, dass die Schaukelei vom Morgen unserem Gleichgewichtssinn immer noch einen Streich spielte. Das Ausschlafen bis zehn am naechsten Morgen hat dann einiges daran geaendert...




Und das Wetter liess sich wieder praechtig an. Da gab es nur eines: baden gehen. War erst ein bischen kalt, aber dann herrlich: Sonne, Wind und Sandstrand. Und: ein Meer mit Suesswasser!





Haben in den Badepausen den Families beim Sandburgen bauen und Grillen zugeschaut. Ehe wir aber doch zuviel Sonne abbekaemen, haben wir uns getrollt und uns in der Baeckerei vom Vortag nochmal Kaffee und Chocolate Cherry Fritters gegoennt.
Schliesslich war Rueckzug/Heimfahrt angesagt, um den Sonnabend zu Hause zu beenden. Irgendwie waren wir noch ganz schoen vom Vortag geschafft und ich glaube, vollends auf dem Dampfer waren wir erst nach einer weiteren Nacht am Sonntag, der uns stimmungsmaessig mit nicht zuviel Sonne sehr entgegenkam.