reisen


Suedwesten USA
Mai/Juni 2002

Saguaro National Park, Phoenix and Tuscon
(zwei Naechte)


Die heisse Luft umhuellt und trifft dich schlagartig, wenn du vom Grand Canyon aus nach zwei Stunden Richtung Sueden aus dem Auto steigst. 107 deg F entsprechen bald 42 grad C (im Schatten). Und trotzdem, durch die Trockenheit (um 10% Luftfeuchte) auszuhalten und irgendwie 'witzig'.

Geboren aus dem Nichts und belebt durch kuenstliche Bewaesserung und Klimanlagen wirken Phoenix und Tuscon so unnatuerlich. Aber alles sehr interessant, weil anders als wir es bisher kennengelernt haben.


Um die Mittagszeit haben wir mal wieder "richtige Zivilisation" aufgesucht: Abkuehlung bei Borders Books & Music. Kaffee getrunken, Leute beobachtet, Zeitschriften geschmoekert und Reiseberichte getippt.

Und wieder wahr, die Nachttemperaturen fielen auf angenehme Werte. Zum Fruehstueck wurde es dann aber sehr schnell selbst mir (Thomas) kurzzeitig etwas unangenehm, als die Sonne langsam stieg und wir keinen Schatten mehr hatten. Aber das hatte sich ja dann wieder gelegt, nachdem wir im Auto bzw. im Bookstore-Café sassen :-).

Unser eigentliches Ziel war der Saguaro National Park. Die namensgebenden Kakteen ("sa-WAH-ho") sind das Wahrzeichen Arizonas - das Symbol des Amerikanischen Suedwestens: "The Monarch of the Sonoran Desert".


Bis zu fuenfzehn Meter hoch, acht Tonnen schwer und zweihundert Jahren alt, koennen sie nach Regenguessen mehrere hundert Liter Wasser aufsaugen, um damit ein Jahr lang zu ueberleben.
Man hat wohl auch schon mal ein Exemplar mit dreiundzwanzig Meter Hoehe gesichtet.

"It's a plant that bristles with personality."

Waehrend wir auf dem Interstate so dahinfuhren waren sie ploetzlich da - und zwar in Massen. So schnell sie da waren, so schnell waren sie auch erstmal wieder weg. Wachsen offensichtlich nur in ausgesuchten Arealen. Claudine (eine Nachbarin) hatte (natuerlich wieder) Recht. Um Kakteen zu sehen, muessen wir nicht in den National Park, aber dort stehen sie nunmal sehr angehaeuft, mit freier Sicht (keine Freileitungen oder so) und wir koennen in Ruhe aussteigen bzw. inspizieren.

"planted people"

Im Park sind wir den Desert View Nature Trail entlangspaziert und haben uns in "Kaktologie" belehren lassen. Haben Kaktusblueten und -fruechte gesehen, Voegel - wie sie die in Kaktushoehlen sitzenden Jungen fuettern, (ueberhaupt alle verschiedenen Lebensstufen dieser Pflanze) und haben erfahren, wie sie sich anfuehlen.


Auf einer Anhoehe am Ende des Trails hat uns der sich ergebende Ausblick in sprachloses Staunen versetzt: das ganze vor uns liegende Tal uebersaet mit Saguaros!



Uebernachtet haben wir im einzigen oeffentlichen campground nahe dem NP im Tuscon Mountain Park. War nur noch ein anderes Paerchen da, sonst nix los.


Die Hauptsaison liegt eben doch ein viertel Jahr frueher... ("...busiest season is between November and April") ...kein Wunder bei der 'Demse'... So konnten wir aber 'rumspringen', wie wir wollten. Die Nachttemperaturen waren wieder sehr ok, und am Abend hat zur Beruhigung sogar der Sheriff vorbeigeschaut…(nachdem es irgendwo "in der Naehe" geknallt hatte).

Am naechsten Tag haben wir einen angefangenen Trail vom Vortag beendet. Dabei stand dann auch der Signal Hill mit Petroglyphen der Hokoham-Indianer (500-1300 AD) "im Weg".

Und viel kommt dann (leider) nicht mehr...









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