reisen

Suedwesten USA
Mai/Juni 2002

Arches National Park
(3 Naechte)

"Delicate Arch"

Arches NP, ein Highlight unserer Tour - sollte es werden und war es dann auch. Im gesamten Colorado Plateau sind zwar immer wieder Steinboegen in irgendeiner Form und Groesse zu finden, aber dieser Park bietet "die Schoensten und Groessten" - und das tatsaechlich.
Gleich hinter'm Campground geht es los... Gut fuer'n Sonnenaufgangs-Shot: nicht weit zu laufen am fruehen Morgen.

"Broken Arch"

Drei Naechte haben wir in diesem Areal verbracht. Eine davon im nahegelegenen Moab und zwei im Park selbst.
Zur Mittagszeit angekommen, waren wir zunaechst erstmal wie gelaehmt. Die Hitze - doch ganz schoen heftig. Auch wussten wir erst gar nicht, was wir am besten zuerst machen sollten: Gleich ins Gelaende oder wie? (Dieses Heiligtum - nicht noch ein wenig aufheben?!). So sind wir nach kurzem Abstecher ins Visitor Center (wir lieben diese Einrichtungen) also erstmal nach Moab (zwei Meilen entfernt), um das letzte Campingplaetzchen zu sichern. Es war ja schliesslich Memorialday-weekend und dementsprechend 'crowded'. Haben erstmal was gegessen und einen Abstecher zum Moab Art Festival gemacht. Dieses Kleinstadt-Kunst-Fest hat uns erstmal wieder richtig aufgemuntert. Moab ist offensichtlich das Mekka der Urlaubsaussteiger und Moechtegern-Hippies (nirgendwo soviele alte VW-Busse gesehen).
Zurueck am Campingplatz und nach etwas Aklimatisation (Duschen) zurueck am Campingplatz haben wir es dann doch wahr gemacht und sind losgezogen. Anstelle von Steinboegen (Arches) sind uns aber zunaechst nur markante Chocolate Drops (dunkelbrauner Navajo-Sandstein mit milchkaffeefarbigem Entrada-Sandstein auf dem Kopf) im Abendlicht vor die Linse gelaufen. Und obwohl der Balanced Rock im Grunde nicht soo toll aussieht, blieb aber mit dem letzten Licht vor dunklem Himmel nichts anderes uebrig...

"...our private chocolate drops" "Balanced Rock"

Am naechsten Morgen haben wir uns mit vielen anderen beizeiten am Visitor Center eingefunden, um einen der begehrten Campingplaetze direkt im Park abzubekommen. Hat auch geklappt. Haben dabei einen Elsaesser kennengelernt, den wir die naechsten Tage immer mal wieder treffen sollten. Hat sogar schon Polarbaeren fotografiert (mit Betonung auf dem 'o' :-))

Nach dem Platzbezug in aller Ruhe (manche sind wie die Wilden losgestuerzt und haben sich gefreut, Platz Nummer Eins am Eingang des Campgroundes - mit dem meisten Verkehr - ergattert zu haben) und Fruehstueck sind wir einfach mal zum Landscape Arch gewandert. Nicht wirklich weit, aber immer wieder um uns schauend und mit entsprechender "Geschmeidigkeit" wegen der Hitze hat es doch gedauert.
Als sich der Landscape Arch noch nicht vor dem Himmel abhob, hatte Jana zunaechst ein Kippbild und hat ihn gar nicht erkannt, das Riesending (dreiundneunzig Meter Spannweite). Aber dann, oops... Darunter Hin- und Herspazieren ist seit einem Fels-Absturz vor ein paar Jahren allerdings nicht mehr gestattet.

Den Park muss man sich also so vorstellen, dass trotz hoher Konzentration die Arches recht weit auseinanderliegen und sich dazwischen einfach Steppe breitmacht und sich 'ne Menge sonstiger Steine "aufhalten". Da gibt es natuerlich immer viel zu sehen, aber unser ueblicher da-ist-ja-alles-Blick auf die Boegen wird erst mal nicht bedient.

"Courthouse Towers"
"Painted Desert"

"irgendwas"
sandstone skyscrapers

Zum Delicate Arch haben wir eine "richtige" Wanderung gemacht, so um 1 1/2 Stunden. Bighorn Sheeps haben in aller Ruhe entlang des Weges gegrast bzw. auf Felsen gegen den Himmel posiert.
Wir sind am Nachmittag nicht zu spaet los, da sich unterwegs sicher noch einige interessante Blicke bieten wuerden...


Der Delicate Arch war natuerlich besonders schoen anzuschauen, sowohl vom entfernten Viewpoint als auch direkt vor Ort. Er wird seinem Namen voll gerecht. Das wissen natuerlich auch andere. War einiges los dort. Da galt es aufzupassen, keine Spaziergaenger unter dem Bogen auf dem Film zu verewigen. Neben mir sass ein Typ mit Grossformatkamera. Der hatte vollen Stress (bzw. seine Frau) die ganzen Einstellungen vorzunehmen und im richtigen Moment auszuloesen. Fuer tolles Licht hat er auch noch gebetet - so brauchte ich es nicht zu tun :-).
(Der Elsaesser war natuerlich auch dort. Auf der Ruecktour haben wir ihn dann noch im Bus mitgenommen...)


Am zweiten Morgen bin ich (Thomas) mal alleine losgezogen. Zunaechst war die Sonne noch sehr wolkenverhangen, doch dann kam weiches Licht auf... Nichts spektakulaeres, schoen sanft.


Arches NP hiess fuer uns also: Wunderschoene Steine, Steppe und sonstige Formationen in herrlichen Farben bei wunderschoenem Wetter. Wir sind so oft es ging losgezogen, um die Monumente im richtigen Licht zu sehen.

"The Windows Section" "Turret Arch"

Einmal haben wir sogar die Fahrraeder benutzt (am zweiten Abend zum Fiery Furnace), was uns einigen Schweiss, aber auch ein gutes Gewissen beschert hat.


Der Scenic Drive durch den Park ist ja allein schon achtzehn Meilen lang und man braucht dafuer ohnehin seine Zeit, aber wir sind staendig ausgestiegen und haben fotografiert ("Jani's komische Bluemchen und Tom's bloede Steine") und haben demzufolge immer ewig gebraucht. Auch verschiedene Tageszeiten sind immer neue Herausforderungen fuer die gleiche Strecke. Um die Mittagszeit waren wir immer in Moab zum Essen, Filme entwickeln lassen und Rasten. Am Campingplatz war es uns zu warm und so haben wir die diversen A/C-gekuehlten Cafés besucht.

Die Wueste lebt. Das wurde uns mehrfach vor Augen gefuehrt. Am interessantesten war immer wieder die cryptobiotische Erde. (Das wurde im Visitor Center immer wieder eingehend erklaert.) Komplexe Mischungen aus Flechten, Moosen, Algen und Pilzen formen kruemelige, dunkle Gebilde die bis zu acht Zoll hoch werden und die Lebensgrundlage fuer viele Wuestenpflanzen bilden. Kann sich nach Regen durch Wasseraufnahme bis zum zehnfachen seiner Groesse ausdehnen. Die 'Erholung' nach einem einzigen Fuss(fehl)tritt kann zwei Jahrzehnte dauern.


Don't bust the crust!

Zu diese Zeit war uebrigens auch Vollmond - selten so helle Naechte gehabt.


Arches NP war also richtig toll und damit kam auch etwas Ruhe in meine (Thomas') Unruhe. Nach dem Motto: "Schon mal was gesehen..."

Man kommt nicht umhin, sich mit der Landschaft auseinanderzusetzen. Wir haben uns schon vorher etwas belesen und haben viele Bilder gesehen, so dass zuweilen das Ueberraschungsmoment ausfiel. Dann aber einen Haken zu machen, waere (und war zuweilen) uebereilt. Die unmittelbare Realitaet ist doch einfach eine "Nummer groesser". Spaetenstens bei einer Art Nachbereitung, wie wir es zumindest mit unserer Homepage betreiben, werden Luecken im Erfassen und Begreifen deutlich. Auch wir waren zuweilen zu schnell mit dem Aufsuchen von neuen Zielen. (Kein Wunder, bei der Menge...) Doch mit Bildern und Aufschreiben laesst sich noch einiges "gutmachen", d.h. verinnerlichen.

...and travel to "Canyonlands". Klick.