reisen
Suedwesten USA
Mai/Juni 2002

Canyonlands National Park
(zwei Naechte)

"Canyonlands is huge and wild - and that is its main attraction."

Canyonlands, das heisst: Island In The Sky, Needles District und The Maze.

Soviel es da auch aufzuzaehlen gibt, so wenig Bilder sind allerdings auch dort entstanden. Fuer 2WD-Touristen wie uns lohnt sich im Grunde nur "Island In The Sky" - die Plattform im Himmel, der Rest erfordert einfach mehr Gelaendegaengigkeit.


...fabulous views of the Paradox Basin... Green River Overlook

Es bieten sich wirklich atmenberaubende Blicke auf ein "angeknabbertes" Plateau - und das ist ja das Faszinierende: das "Negativ". "Mir nichts, dir nichts" bricht aus einer aus dieser Entfernung voellig ebenen Landschaft schlagartig der Boden weg.

Es gibt quasi nur einen Grand View Point Overlook, aber der ist es auch. Der Blick zum Horizont soll ueber 100 Meilen gehen koennen.
Den haben wir uns gleich mal nach Bezug des Campingplatzes am fruehen Abend angeschaut. Wem es an der Absperrung zu eng wird, der geht einfach ein paar zig Meter weiter. Das aendert ueberhaupt nichts am Blickwinkel...

Am Rand der Abgruende der White Rim Drive (365m unter uns), weitere 300 m tiefer liegen Colorado und San Juan River
Grand View Point Overlook

Wegen Hungers haben wir auf einem einsamen Picknick-Area erstmal den Grill angeworfen...



...waren aber rechtzeitig zum Sonnenuntergang wieder an den Aussichtspunkten:


Bei Gute Nacht-Croissant und -Kaffee haben ein paar klitzekleine, beissende Fliegen genervt, aber die Nacht schlief sich wieder gut.

Am Morgen hiess es dann wieder zeitig 'raus: Mesa Arch im Sonnenaufgang.
Wir waren nicht die ersten an der 'location', kamen am Ende aber auf nur drei Fotofritzen - und unsere Runde war sogar noch angenehm. Hatte ja schon uebelste Befuerchtungen, dass ganze Horden von Fotokursen aufkreuzen. Natuerlich war der weissbaertige Digital-Freak vom Vorabend auch dort (und damit Mittelformat, Kleinbild und Digital vertreten).

Meine Ortsbetrachtungen nahmen einige Zeit in Anspruch, ehe ich daraufkam: Nicht um das fruehe Morgenlicht direkt auf dem Stein geht es bei diesem Bogen, sondern um die Reflexion auf der Unterseite!


Und so war es dann auch: Klasse Kulisse im Gegenlicht in der Ferne, und der Bogen zwei Meter vor uns von unten gluehend rot. Oh, da hiess es Ruhe bewahren...



Zurueck im Bus haben wir wieder die angenehmen Temperaturen der fruehen Morgenstunde genutzt und noch ein kleines Nickerchen gleich auf dem Parkplatz eingelegt. Kam ja eh keiner. Dort war es auch, dass wir unsere erste Bekanntschaft mit einem Kolibri gemacht haben. Wir waren gerade am Aufwachen, als ploetzlich fuer einige Sekunden ein "fettes Brummelvieh" in der offenen Tuer schwebte. Da haben wir uns erstmal verbluefft die Augen gerieben (bzw. die Brille aufgesetzt)... Das ist uns spaeter immer mal wieder passiert. Sie lassen sich halt von allerlei bunten Farben anlocken.

Auf dem Weg zum Needles District sind wir natuerlich noch im Visitor Center eingekehrt und haben den (nach Island In The Sky) eher entaeuschenden Dead Horse Overlook abgeklappert.

Mit Allradantrieb und ordentlich Bodenfreiheit waere in diesem Gebiet ja noch so manches in den "Hinterzimmern" zu entdecken gewesen. Auf eine Gesteinskette, die tatsaechlich Chocolate Drops betitelt ist, musste ich daher wehmuetig verzichten. Und an The Maze war gleich gar nicht zu denken.

Aber der Weg nach Needles war entspannend und interessant.

Der Wilson Arch lag direkt am Weg:



Ohne das richtige Fahrzeug und den richtigen Campingplatz - was halt beides in dem Moment nicht vorhanden war - war also wenig anzufangen. Aber als Ausgleich haben wir am Abend eine Sternschuppe ohnegleichen gesehen. Haben wir schon immer waehrend unserer Sommerurlaube in Kroatien "ahhh"-Sternschnuppen beobachtet, hat diese bisher alles ueberboten: ein wahres und langes Spruehfeuerwerk. Und witzig: hatten wir bis dahin keine Menschen mehr wach am Campingplatz gewaehnt, hoerten wir ploetzlich aus vielen Richtungen ein "ahhh".
Mit diesem Abend hatten wir wenigstens auch mal wieder Zeit zur eigenen Sammlung. Und der Campground-Horst (aeh -Host) war sehr, sehr nett. Habe mir auf seinen Tip hin ein verstecktes Pothole angeschaut (bestimmt zwei Meter im Durchmesser). Das sind runde, z.T. sehr tiefe Auswaschungen im Sandstein, in denen sich nach Regenfaellen das Wasser wochenlang halten kann und natuerlich sehr wichtig fuer das "Viehzeugs" ist. Und wieder hiess es auch "From Dust to Crust".

Der Needles Overlook war dann natuerlich schon eindrucksvoll, aber... no photos.
In der steigenden Sonne war Fruehstueck im Bus noch am besten (weil am kuehlsten). Da haben sich wieder die drehbaren Vordersitze bewaehrt...
Haben nebenbei noch mit drei Harley-Freaks geplauscht, die dann als Abschiedsgruss zur Freude aller Beteiligten 'n bissi mehr am Gas gedreht haben.

Was sich wohl jeder fragt: Die Atomenergiebehoerde hat in den 50er & 60er Jahren ueber 1000 Meilen Strasse fuer den Uran-Abbau bauen lassen, von denen die meisten heute im Nationalpark liegen. Davor war alles unzugaengliches Gebiet. "So, when you enjoy the views, remember the story of hard-working miners toiling with hopes of making a fortune..."

Die Fahrt zur naechsten Station (Monument Valley) war wieder recht gemuetlich und durch mehrere Fotostopps unterbrochen. Als mentale Vorbereitung haben wir beim Einkaufen im Blue Mountain Food Market dann auch die ersten Indianer gesehen.

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