reisen


Suedwesten USA
Mai/Juni 2002

Bryce Canyon
(drei schoene Naechte)
One of the world's geologic masterpieces.


Stand erst gar nicht auf unserer Besuchsliste, weil wir meinten, ihn durch Bilder schon gut genug zu kennen und daher zu wissen, was uns erwartet. Aber, vergessen wir die bekannten Bilder. Die Natur ist viel schoener - an sich nichts Neues, aber die Farben sind auch viel differenzierter als man bekannten Bildern entnimmt.
Natuerlich sind wir auch zum Bryce Point getigert und haben Farben eingefangen - bevor und nachdem die Sonne ueber das 3000 Meter hohe Aquarius Plateau hereinbricht - aber bei Tageslicht sehen die Hoodoos zum Teil ganz anders aus. Dabei sind es die Farbschattierungen von Dunkelrot ueber Rosa bis zu Weiss, die so bezaubern.

Der Bryce Canyon ist ja nicht wirklich ein grosser Canyon, sondern sind mehrere zusammenhaengende Amphitheater, voll mit "red rocks standing like men" und dem Gruen versprenkelter Nadelbaeume.
Das Ganze nicht zu gross und ueberschaubar. Der Begriff Maerchenwelt wird verstaendlicherweise so gerne verwendet.


Die Anfahrt hat schon etwas Entdeckenswertes vermuten lassen: Da lugt schon ein weiss-rosa Zipfel...



Insgesamt haben wir drei Naechte auf dem North Campground im Park zugebracht. Lauschige Kiefernwaelder und ein schattiges Plaetzchen haben uns zum Verweilen animiert.
Kiefern sind ja ueberhaupt die schoensten Nadelbaeume: locker und grosszuegig der Nadelwuchs und so duftig. Wenn der Wind so durch die Baeume ging, fuehlten wir uns immer an die Urlaube an der Ostsee erinnert.
Auf jeden Fall traf dieser Park mein Bild von einem US National Park bisher am besten.

Nach Campingplatzbezug am fruehen Abend sind wir gleich einmal zum Sunset Point geradelt. Ein (wiedermal weissbaertiger) Fotografenfreund hat mit seinem Hut sogar Windschatten fuer unsere lange Tuete gespendet.
Das ist dabei herausgekommen:



Am naechsten Morgen haben wir uns dann fuer den Sonnenaufgang am Bryce View Point hochgequaelt. Am Parkplatz wussten wir erstmal gar nicht wohin, aber ein uns nachgekommener und eilig entschwindender Typ wies uns quasi den Weg. Muss ein Profi gewesen sein: voll konzentriert und geschaeftig, Mittelformatgebastel, aber irgendwie nervig.

Egal, der Blick auf das Bryce Amphitheater und das Licht haben uns dann aber auch entschaedigt! Hooo-dooo!
...wer hier mit der Maus mal ueber das Bild faehrt, sieht auch die Sonne aufgehen!
The scenic heart of the park


Immer wieder sooo befriedigend, wenn wir hungrig und noch mit "Schlaf in den Augen", aber mit gestilltem Appetit zu unserem Bus zurueckgehen und uns die Massen entgegenkommen und wir wissen, dass die Show bereits vorbei ist - Und in Anlehnung an die Navajo-Weisheit: "Wenn dich die aufgehende Sonne noch liegend findet, zaehlst du zu den Toten..."


Nach ausgedehntem Fruehstueck sind wir (wieder) mit dem Fahrrad zum Faryland Point und haben eine kleine Rim-Wanderung eingelegt.


Mysterious blend of rock and color

Die Spuren eines Waldbrandes waren noch allgegenwaertig - optisch und olfaktorisch.



Auf dem Rueckweg haben wir natuerlich auch noch das Visitor Center mitgenommen.
Dann Lunch time auf amerikanisch - and "a little nap".

Am zweiten Abend haben wir uns die Bristlecone Pines angeschaut. Bis zu 1600 Jahre alte Nadelbaeume. Lange kein Feuer hat sie an dieser exponierten Stelle so alt werden lassen.
Was mich in diesem Zusammenhang ja so fasziniert, ist, dass man offensichtlich die gleichen Fotostandorte wie die professionellen Fotografen aufsuchen und finden kann. Ein grosses Wurzelstueck, was mich in einem Bildband so begeistert hat, war muehelos anzutreffen.



An diesem luftigen Ort haben wir auch Schwalben so schnell wie noch nie erlebt. Wir haben uns regelrecht erschrocken, als sie an den Felskanten mit dem Aufwind an uns vorbei heraufgeschossen kamen. Vorher waren sie weder zu sehen noch zu hoeren. Wenn du dabei gerade durch den Kamerasucher schauend dein Umfeld nicht voll im Blick hast, meinst du, ein Indianer-Pfeil rauscht Dir knapp am Ohr vorbei :-)



Akustische Studien sollen uebrigens ergeben haben, dass die natuerliche Stille an diesem Flecken hoch in der Luft der eines Tonstudios entspricht; ohne Schwalben :-)



spectacular erosion
Am Rainbow Point (knapp 2800 Meter) ist uns das letzte Sonnenlicht des Tages entgegengeflammt. Fuer die Faerbung des Himmels waren dann aber eher Rauchschwaden eines Waldbrandes verantwortlich.


Nebenbei: sollte schwer zu finden sein und wir waren gar nicht darauf aus, aber den depperten 'Pudel' (The Poodle) haben wir zufaellig auch noch gesehen.

Am naechsten Morgen gegen fuenf habe ich dann entschieden, doch weiterzuschlafen - aber dann auch gleich ordentlich: bis neun...
"Im groessten Touri-Center aller Zeiten", dem Ruby's Inn, haben wir dann am Vormittag bestimmt zwei Stunden zugebracht. Fuer einen Zwei-Meter-Block versteinertes Holz fuer achtzehntausend 'bucks' konnten wir uns dann doch nicht entscheiden. Aber bunte Steinchen fuer einsfuenfzig und ein Wetterkundebuch (fuer Kinder) taten es auch. Wir waren ueber uns selbst erstaunt, dass wir diese Begeisterung fuer den Nepp-Schuppen aufgebracht haben. Aber nach ein paar Tagen Stadt-Abstinenz wird man wohl wunderlich :-)
Vor der angrenzenden Tankstelle haben wir dann auch noch einen zurueckgelassenen Trabi stehen sehen. Da wurde das Herz ganz weich...

Am Nachmittag: Navajo Loop Trail. Man steigt an die einhundert Meter ab in den Canyon, in dem das Tageslicht wieder phantastisch reflektiert.





Vom Boden zwaengen sich dann tatsaechlich drei fette Kiefern zum Licht (Douglas firs, two of them 700 years old).
Anschliessend eine nette Wanderung im Tal.



Zum Abend sind wir noch mal zum Sunset Point geradelt und hatten unterwegs endlich mal Gelegenheit, den oft praesenten Steller's Jay vor die Linse zu bekommen.


Am naechsten Morgen habe ich mich dann aber wieder beizeiten aufgerappelt. Die Standortbestimmung fuer Thor's Hammer hatte ich ja schon am Vortag vorgenommen, so musste ich nur noch auf Licht warten. Das war zunaechst auch das Problem.

So blieb zumindest Zeit fuer:


...Mule Deers


...und Studien
Aber dann...



Thor's Hammer

'Rock'er-Bande ringsumher:
<-- The Sentinel



Die Silent City am Erwachen





Abseits der Wege hatte ich am Vorabend zum ersten Mal 'Indian Paintbrush' entdeckt - schoene rote Blueten in Form von wie der Name schon sagt, die wir dann vor unserer Abreise extra nocheinmal gemeinsam besucht haben.
Deshalb exklusiv an dieser Stelle - weil, die richtige Bluemchen-Praesentation kommt ja noch...


Summasummarum:
"One of the most aesthetically pleasing marriages of form, color, and water erosion."






Hatten uns schon gut eingelebt, aber was hilft's, da lauert noch einiges auf uns...