reisen

Theodor Roosevelt
Je 1 Nacht in South- and North Unit


Teddy hat wohl mehr als jeder andere Praesident fuer den Erhalt seiner Umwelt getan. Mit ihm hatte das Land das Glueck, Einsichten aus der Wandlung vom Jaeger zum Bewahrer auch die Macht zur Umsetzung der Ideale zu verleihen. Waehrend seiner Amtszeit richtete er den U.S. Forest Service ein, ernannte achtzehn National Monuments und sorgte fuer die Errichtung von fuenf Nationalparks sowie einundfuenfzig Wildlife Refuges.
Ein Zitat unterschreiben wir auch sofort: „It is an incalculable added pleasure to any one’s sum of happiness if he or she grows to know, even slightly and imperfectly, how to read and enjoy the wonder-book of nature.“

Dieser Park besteht aus zwei Einheiten, Nord und Sued. Nord weist weniger Besucher auf und bietet mehr Wildlife, weniger Lichtverschmutzung und kraeftigere Farben. Sued liegt direkt an I-94 - und war damit unser erster Anlaufpunkt. Wir haetten es vom Little Bighorn kommend schon noch an diesem Tag zur Nord unit geschafft, wollten aber auch noch „was vom Tag haben“, diesem wunderschoenen. Zunaechst war in Medora (ein weiterer nach einer Tochter frueher Siedler benannter Ort) Vorraete ergaenzen angesagt, aber gar nicht so einfach auszufuehren. Frisches war kaum aufzutreiben. Wir wollten auch grillen, aber auch ein Steak war schlicht nicht zu haben. Ein Tip an der Tankstelle klang zunaechst ziemlich schraeg, aber es hat geklappt: Wir holten unser 16 ounce Ribeye direkt aus dem Saloon nebenan; sieben Dollar das gute Stueck. Und was es versprach, hielt es auch: ...mit dickem Brot, Sour cream und Fingerlecken.

Aber vorher, natuerlich, noch die Abendrunde:

Die Grasslands sind es immer wieder, die es uns antun. Hier steht noch das alte Gras – der Herbst muss auch sehr schoen sein...

Gute Gelegenheit, sich den Prairie dogs zu widmen:

Wer die „wirklichen“ Badlands kennt, den wird T.R. nicht umhauen. Ziemlich gemaessigt, aber das hatte auch wieder Reiz.

Also am naechsten Tag weiter zur North unit.

Bruecke ueber den Little Missouri (Scenic) River:
... der leider viel zu wenig Wasser fuehrte und Paddeln weitgehend ausschloss, da wir keine Lust hatten, das Boot (wie berichtet wurde) zehnmal pro Stunde aus dem Wasser zu heben und zum naechsten tieferen Abschnitt zu tragen.

Der Campground lag (wie in der Sued Unit) inmitten eines Cottonwood direkt am Fluss.

Besonderheit der North Unit sind die intensiveren Farben der Gesteinsschichten....
„...tints that color charts do not show“

Eigentlich hatten wir uns auf einen gemuetlichen Beine-hoch-Nachmittag im schattigen Gruen gefreut. Black flies – schlimmer als Muecken – sahen das anders. Und schwuel war es ploetzlich geworden. Das war nicht vorgesehen! Also ab ins Auto: Scenic Tour durch den Park. Aber wenigstens auf dieser Tour haben wir uns noch aufgerappelt fuer eine kurze (in Laengeneinheiten) Wanderung ueber Stock und Stein, den Caprock Trail. Ziel waren, wie der Name sagt, Steinformationen mit Hut.

Den Trail nehmen offensichtlich auch gern die im Park heimischen Bueffel und schuffeln sich dabei an adequaten Baeumen auch den Winterpelz vom Ruecken – zum Wollesammeln haetten wir uns nur zu buecken brauchen.
Die Caprocks waren dann ein Witz. Hatte mir ein kleines Tal mit allerlei Gestalten erwartet und wurde glatt enttaeuscht. Da hatten wir auf der Herfahrt schon mehr ausmachen koennen:

Sind dann noch bis zum Ende des Nord-Loops gefahren. Unterwegs nahm der Himmel wieder mal bedrohliche Stimmung an. Zwei Gewitter zogen dann an uns vorbei. So knapp, dass wir nicht nass wurden, aber trotzdem was vom Licht hatten:

Auf dem Rueckweg lief uns noch ein balzender Truthahn ueber den Weg. Doch bevor die lange Fotografier-Tuete startklar war, blieb zu wenig uebrig, um es zu zeigen.

Eine (Solar-)Duscheinheit und Toiletteries (und spaete Stunde?) halfen, die Fliegen am Abend im Zaun zu halten. Es war ein sanfter Abend, nicht zu kalt und nicht zu warm. Eine Flugente verschwand in ihrem Nachtquartier in einer Baumhoehle(!), die Fledermaeuse gingen auf Jagd und „mehr war nicht zu tun“.

Mit der ganzen Wanderung durch die Zeitzonen (zwei Stunden bis Yellowstone, T.R. hat sogar verschiedene) habe ich den naechsten Morgen ein bissi lange gemuffelt – aber das hat nix gemacht. Wie gesagt, der Reiz liegt im Unspektakulaeren.


Und jetzt wird’s erstmal wieder fahrig - gute dreihundertfuenfzig Meilen bis zum naechsten Gucker.



zurueck zur Reisehauptseite