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Badlands
3 Naechte

...is nice lands.
'Bad lands' gibt es vielerorts, aber es gibt nur einmal d i e Badlands – The Big Badlands of South Dakota. A Place of Extremes.

Die Badlands loesen Erstaunen und Begeisterung aus, aber auch Erschrecken und Ablehnung. Aber sie sind nie langweilig und immer etwas theatralisch. Kaktus und Gaenseblume. Wer auf soetwas steht, wird gluecklich.

Im Nieselregen standen wir nach eintausendeinhundertundvierzig Meilen vor The Wall, einer sechzig Meilen langen Kette Erosion.
Doch am Nord-Parkeingang zum Mittag, riss das erste Mal der Himmel auf.
Nach einer „kurzen“ Verzoegerung ob der ersten Eindruecke (Photografieren am Big Badlands Overlook und anderswo)...
....trieb uns der Hunger in die Cedar Lodge zum Mittag. Kaffee und Kuchen hatten auch noch Platz.

Von dort aus konnten wir das sich schnell aendernde Wetter in aller Ruhe beobachten. Natuerlich musste ich Jani immer mal wieder fuer ein paar Gelegenheiten allein lassen...

Anschliessend Visitor Center und Campingplatzbezug.
Beineausstrecken und Wetterbeobachtung: wie sich die Hagelkoerner auf der Windschutzscheibe sammeln ... Wasser ist der 'main player' in den Badlands.

Und noch mal los zum Gucken:
Und siehe da – was braucht der Mensch mehr?
In diesem Moment fuehlten wir soetwas wie Belohnung ob der bisherigen Anstrengungen und, egal was wir noch sehen oder auch nicht sehen wuerden, schon eine Erfuellung unserer Erwartungen...

Zum Abendbrot heisse Suppe im Bus. Dickes Einmummeln fuer die sternenklare Nacht.

Der naechste Morgen: knackig.

Fruehstueck im Bus mit Toast und Kaffeewasserdampf auf den Scheiben. Waschen und Umziehen im Visitor Center, weil – dort war’s waermer.
Anschliessend Einnahme des Castle Trail:
Die Reinigungshilfe ist Programm...
Den ganzen Vormittag ’rumgetigert:
"The Badlands get "badder" every day". Was wir noch auf den Fotos festgehalten haben, kann morgen schon nicht mehr da sein. Was knochenhart aussieht, ist meistens weicher Ton, der beim naechsten Regen sofort wieder wegzufliessen beginnt.
Die Badlands sind auch bemerkenswert ob ihrer klaren Luft. Industrie und Siedlungen sind rar bzw. weit entfernt, so dass grossartige Fernsichten moeglich sind.

Pause. Kaffee und Planungen wieder in der Cedar Lodge.

Am Nachmittag: Sitzen und Gucken am Prairie Wind Overlook – an dem nie ein Mensch anhielt und den wir fuer uns mit den Froeschen allein hatten.

Mit Zwischenstopp am Panorama Viewpoint auf gut Glueck zum Sonnenuntergang in Richtung Norbeck Pass:
Der Mooond
640 mm Brennweite (400 mm KB-Aequivalent)

Versuch, zeitig ins Bett zu kommen, da wir vor Sonnenaufgang ’raus wollten. Den Wecker entsprechend gestellt – und wecken lassen. Aber komisch, so richtig war noch nichts von Daemmerung zu sehen. Wurscht, klare Nacht, da mach’ ich schnell ein paar Nachtaufnahmen...
Ich wurde dabei ja putzmunter, aber um Jana stand es schlecht. Schliesslich ging zumindest uns dann ein Licht auf – irgendwie haben wir die Zeitzonen und Sonnenaufgangszeit durcheinander gehauen...
Nach ein paar (laengeren) guten Worten entschieden wir uns zum Standortwechsel – wenn schon denn schon. Bis zum „eigentlichen“ Sonnenaufgang hatten wir ja dann noch mehr als eine Stunde.
Den haette ich dann natuerlich fast verschlafen – wenn ich Jana nicht haett’...
So, die Sonne war draussen und ich bin nochmal ins Bett gekrabbelt zum Ausschlafen.
Aber auch nach einem weiteren Stuendchen war noch eine Menge Licht im Gange:
Like a city in ruins

Zuenftiges Fruehstueck mit D’arbo Sauerkirschmarmelade und Nutella – wieder an unserem ruhigen Prairie Wind Overlook.
Anschliessend haben wir mal den Nord-Loop fertig abgefahren.
Gerade wenn man meint, man wuesste was einen erwartet, trifft einen wieder das Unerwartete: Yellow Mounds


Unterwegs:
Drei junge Praerie dogs
in Roberts Prairie Dog Town

Weiterfahrt nach Wall: achthundert freundliche Leute und Kaffee fuer 5 (fuenf) Cent im weltbekannten Wall Drug.

Mittagsruhe auf einem der zwei Campgrounds unter lauschigen Kiefern. Die Luft war kalt, aber die Sonne tat ein gutes Werk. (Endlich mal wieder) Duschen und ab zu einem Marsch in die Grasslands.
Land, zu trocken, um Baueme wachsen zu lassen - zu feucht, um Wueste zu sein:
Sechsundfuenfzig verschiedene Grassarten sind hier wohl zu finden.

Die unendliche Weite verbreitet ein Gefuehl der Schwerelosigkeit. Unwillkuerlich strebt der Blick gen Himmel. Die Schultern werden leicht und die Mundwinkel wandern nach oben...
"The Great Plains have been called the floor of the sky."

In „Bad Land – An American Romance“ von Jonathan Raban fand ich beschrieben, was mir jedoch zu schaffen machte: (frei uebersetzt) „Der Maler kommt in eine Landschaft ohne Vordergrund, ohne Hintergrund, ohne natuerlichen Rahmen und ohne Linien fuer eine Perspektive. Die Plains verweigern Pinsel und Papier.“

"...the plains sheer unpaintability..."

Nach Acht erst von unserer Wanderung zurueck, verspuerten wir einen unwiderstehlichen Drang nach Steak und Bier. Das Cactus Cafe in Wall Downtown konnte beides bieten: vom Bueffel und von Miller, ...auch Chocolate Cake war noch zu haben...; Klasse, diese Wildwest-Saloons in der Vorsaison.

Am Morgen des vierten Badland-Tages haben wir in Anbetracht des Wetters – auftuermende Wolken und heranziehende Wetterfront – als Route zu den Black Hills den laengeren, aber spannenderen Weg entlang des suedlichen Teils des Parks genommen.
Zu Recht: Licht und Wetter veranlassten zu mehrfachen Stopps. Die durcheilenden Wolken liessen die Zick-Zack-Ketten staffeln und der niedergegangene Regen die Farben aufleuchten.

Der Wind trieb die Wolken an und waehrend der Mittagspause unser Muesli vom Loeffel. Aber die Sonne hat wunderbar gewaermt.


„Whatever your feelings about Badlands, you will not come away unaffected.“
Manchmal wird gefragt: "What are the Badlands good for?" Wir kennen unsere Antwort.


Abwechselnd hinter’m Steuer, Brochures ueber die Black Hills in der Hand und U2 in den Ohren...
... sehen wir die Schwarzen Berge auch schon gruessen.





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