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Yellowstone 1
2 Naechte im Canyon Country



...da sitzen wir also im Hotel Lake Yellowstone zum Nachmittagskaffee mit exzellenten Croissants und gucken auf den Namensgeber. Im Hintergrund spielt klassische Musik. Wir waermen langsam auf und legen ab, waehrend wir den Ausblick auf das Wetterspiel mit Schneegestoeber und intensiven Sonnenphasen geniessen.
Das Gute am Niederschlag im Yellowstone um diese Jahreszeit ist dessen Zustand: Schnee. Von dem hatten wir mehr als erwartet, aber wir waren eher verbluefft und haben die Wetterkapriolen voll genossen statt verwuenscht.

„Yellowstone National park is a treasure that inspires awe in travelers from around the world.“
Gegruendet im Jahre 1827 ist er der aelteste und zugleich groesste Nationalpark der USA.

Unsere Yellowstone-Exploration war dreigeteilt: zwei Naechte im Canyon Country, zwei Naechte im Geyser Country und eine Nacht im Roosevelt Country. Zwischen die beiden letzten Stationen hatten wir unseren Ausflug in den Grand Teton NP eingeschoben.
Die Menge an Bildern und Erlebnissen laesst uns diese Dreiteilung praktischerweise beibehalten.

Bevor wir aber richtig einsteigen, noch ein Rueckblick auf die Anfahrt:
Zwischenstopp in Dayton. Wahnsinniger Campground: null maintenance, aber herzlich. Der Standort war jedenfalls nicht schlecht:
Der Aufstieg ins Yellowstone-Plateau laesst uns erstmal fuer eine Zeitlang abtauchen.
Auf Augenhoehe mit den tiefhaengenden Wolken

Schliesslich bricht die Sonne wieder durch:

Von 9000 ft (Granite Pass) stuerzen wir uns wieder bergab...
...und begegnen dabei verschiedenen Elementen:
eine Catalina, bzw. was von ihr noch uebrig ist - Jaques Costeau hat mit so etwas seine Erkundungen unternommen

Dann haben wir das fuer uns bestimmt laengste gerade Strassenstueck Amerikas entdeckt: zwischen Greybull und Emblem. Haetten wir in dieser Gegend gar nicht erwartet. Abwechslung brachte ein Ortsschild mit der Bekanntgabe der Einwohnerzahl: 10.

Am Buffalo Bill (depperter Name) Damm – als Tor zum Glueck – war noch kurzaermelig angesagt.

Aber die Auffahrt zum Yellowstone ueber den Sylvan Pass machte beizeiten klar: besser eine feste Unterkunft suchen als im Bus zu schlafen, vorerst zumindest.

Eine Cabin im Lake Village am Nordufer des Yellowstone Lake war noch zu bekommen, aber die Dusche lieferte kein warmes Wasser. Daher Reklamation und Umzug in die naechste Cabin. Dort das Gleiche in Gruen. Wieder Reklamation und demzufolge Upgrade zum Hotelzimmer – mit goldenen Wasserhaehnen und Seeblick (Scherz). Das Zimmer war schon angenehmer als die Cabin und auch um eine weitere Nacht konnten wir zum gleichen reduzierten Preis verlaengern. Und die Buchung fuer eine Cabin am Old Faithful haben wir auch gleich vornehmen koennen.

Nachdem wir also erst am Abend angekommen und ausser Zimmerbezug nicht mehr viel geschafft haben, war am ersten Tag ruhiges Angehen angesagt. Den guten Start lieferte das Fruehstuecksbuffet amerikanischer Art.

Lustige Flocken ueberraschen uns, als wir das Buffet verlassen und noch vor zehn (jaaa) den Bus anstarten. Der Motor war noch gar nicht richtig warm, als wir auch schon wieder abstellen. Leute-Auflauf als Fingerzeig: ein GRIZZLY!
(hier musste der digitale Zoom weiterhelfen)

Damit haben wir nicht gerechnet – so ploetzlich und in aller Seelenruhe zu beobachten. Der Baer buddelt und schnueffelt nach Fressbarem und aeugt immer mal wieder nach vorwitzigen Touristen wie wir. Der gute Kerl war zwar locker zweihundert Meter von der Strasse entfernt, aber durch die Optiken gespannt anzuschauen. So haben wir mal die erste halbe Stunde des Tages verbracht...
Und damit waren wir erstmal sehr, sehr zufrieden bzw. „this made our day“.

...

Die naechste und „richtige“ Station nach dem Grizzly war Mud Volcano. Ein Trail fuehrt wie ueblich entlang der Attraktionen. Ein bischen mehr Schlamm haette es ruhig sein koennen, aber das Blubbern, Quackern, Fauchen und die „faulen-Eier“-Gerueche koennen durch kein Bild wiedergegeben werden.
Dragon’s Mouth Spring Sulphur Caldron mit pH-Werten um 1 bis 2

Wie aktiv der Untergrund wirklich ist, zeigt anschaulich der „Parking Lot Pool“, der vor ein paar Jahren schuppdiwupp mitten im Parkplatz entstand.

Anschliessend haben wir uns neu orientiert und den Grand Canyon of the Yellowstone vom Artist Point, Inspiration Point and Grand View Point in Augenschein genommen – um schon mal einen Eindruck fuer den naechsten Morgen zu bekommen ...
Die Sonne stand nicht optimal, aber Dank des durchziehenden Wetters waren einige immer wieder wechselnde Stimmungen in der anderen Blickrichtung zu erleben.
Auf alle Faelle ist der Canyon ueberraschend beeindruckend. Die Farben der Steine und des Yellowstone Rivers entsprachen sogar ziemlich den publizierten Bildern und auch die Dimension der Schlucht hat gepasst.
Ein Ranger hat uns auf ein Osprey-Nest in der Schlucht aufmerksam gemacht. Das haben wir zwar nicht so richtig ausmachen koennen, haben aber wenig spaeter diesen Greifvogel tatsaechlich durch die Tiefen segeln sehen.

Dann fing es wieder heftig an zu schneien. Einem alten Raben war das wohl auch nicht ganz koscher.

Den spaeten Nachmittag haben wir bei Kaffee im Sun Room begangen, der seinem Namen sehr gerecht wurde. Die Fenster mussten zeitweise sogar wegen der starken Aufheizung geoeffnet werden – bis wieder ein Schneesturm einsetzte...

Nach hausbackenem Abendbrot mit unseren Mitbringseln fuer die Cabin liess sich die Sonne noch einmal kurz blicken. Genug, um mich zur Lake View Fotografie hinaus zu treiben.

Die Reisevorbereitungen an diesem Abend verlangten auch den Eiskratzer – ich dachte, ich mache mal einen Witz, als ich das Ding vor der Abreise ins Auto packte...

Der letzte Tag im Canyon Country begann wieder frueh: Sonnenaufgang am Artist Point. Blick auf die Lower Falls - die fast doppelt so hoch wie die Niagara Faelle sind. Die Temperaturen liessen uns nach einer Weile ganz schoen schlottern, aber die Kontraste durch den Neuschnee liessen uns noch ein wenig ausharren.

Angetan waren wir von einem Paar Kanada-Gaense, das sich durch die Weiten der Schlucht nach oben bis zu derem Rand schraubte. Wir haben sie beobachtet bis die Augen traenten. Das heisst, selbst nach zwei- bis dreitausend Metern (lt. Karte) waren sie immer noch zu sehen - und zu hoeren.

Der Rueckweg fuehrte uns dann ein weiteres und vorerst letztes Mal durch das Hayden Valley - ’prime wildlife country’.

Besser als das wartende Fruehstueckbuffet war dann nur noch die heisse Dusche – oder doch andersherum?

Doch dann hiess es erstmal wieder Aufbruch: Geyser Country – Old Faithful & Co warten.




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