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Grand Teton
2 Naechte

M o o s e !
Hier wurden wir gluecklich...


Urspruenglich war Paddeln auf dem Shoshone oder Lewis Lake geplant – beide im Yellowstone NP, Shoshone Lake nur per Boot zu erreichen – um quasi als Zwischenstation fuer die Weiterreise zum Grand Teton NP zu dienen. Aber alles ueber 7000 ft. war noch gefroren (und Lewis liegt auf vielleicht 7700 ft.):
So konnten wir eine Nacht mehr fuer die „Grossen Brueste“ (Grand Tetons) vorsehen.
Approaching Grand Teton NP

Abstieg auf 6800 ft. (~2000 m) und es wurde wieder deutlich waermer. Zur Freude aller Beteiligten zeigten sich die Seen eisfrei.

Erster Anlaufpunkt: Visitor Center – Kaufen einer Bootserlaubnis (5 bucks).
Zweiter Anlaufpunkt: Campingplatz – Einrichten unter Kiefern bei T-Shirt-Temperaturen.

Wunderbare Stille. Dann stoppt ein Wagen an unserem Platz. Der Fahrer fragt uns, ob wir wuessten, dass wir dreissig Yards entfernt einen Elch zum Nachbarn haetten. Der Mann war akustisch einwandfrei zu verstehen – wir mussten trotzdem nachfragen. Aber dann nix wie los! Unglaublich, im Yellowstone war kein einziges Exemplar zu sichten und hier koennen wir ihm ohne Aufwand beim Mittagsnickerchen zuschauen. Er hatte sich fein in das Unterholz gelagert und von seinen Lauschern abgesehen, war nicht viel Aktivitaet zu erkennen. Wir liessen den gute-Nachrichten-Bringer ziehen und haben den Elch dann selbst ein paar mal vorsichtig umrundet so gut es eben ging.
Ich habe mich dann mal einfach ruhig verhalten, um zu sehen was passiert. Natuerlich verloren seine Loeffel irgendwann ihr Interesse an mir und er fing an, immer mal wieder abzunicken. Doch schliesslich musste ich mich auch mal wieder bewegen und das ging nur mit Zweigeknacken. Da waren sie wieder auf mich gerichtet, die Loeffel...

Dann haben wir auch erst mal Mittag gegessen.

Von einer Rangerin, die gerade ihre Runde machte, haben wir Details ueber „Verhalten im Ernstfall“ erfahren: Schutz hinter einem Baum suchen – ein Elch greift immer frontal an, und da gehen ihm wohl die Ideen aus...

Von Besorgungen zurueck, war der Elch dann immer noch da, allerdings schon wieder hungrig und auf seinen langen Beinen...

Jo, wir auch. Kaffeezeit...

Und endlich mal wieder das, was wir in diesen Tagen nur wenig hatten: unter Baeumen sitzen, lesen, tippseln und gucken, was da so die Runde macht. Lagerfeuer anschmeissen, Steaks brutzeln, am Bier nippeln (Moosehead Lager – stilecht), quatschen, Baby im und durch den Bauch fuehlen...

Der naechste Morgen war fuer Wildbeobachtung auserkoren.
Zum Sonnenaufgang am Willows Flat Overlook gab’s aber erstmal die Teton Range im Erwachen.
„...the abrupt meeting of valley floor and the Teton Range.“

Aber dann war bis auf entfernte Elk (Wapiti) nicht viel auszumachen – zumindest nicht fotografisch. Jana hat zwei Elche in der Tundra ausgemacht, aber denen war eben mit dem Binocular besser beizukommen.
Also auf zum Oxbow Bend. Und dort suchte ein junger Elchbulle sein erstes (oder zweites) Fruehstueck (und lief uns spaeter noch quer ueber den Weg).

Na gut, ein bischen Bewegung muss fuer uns auch noch sein.
Schlendern wir zum Snake River – mal sehen wozu es gut ist.
Und zwar dazu:
Ein Osprey beim Jagen

Ok, Zeit fuer Fruehstueck und Ausruhen ... und Weiterfahrt zum zehn Meilen suedlicher gelegenen Campground am Jenny Lake. Kurz vor dem Jenny Lake liegt jedoch noch der viel kleinere String Lake. Dessen malerische Lage und die Temperaturen liessen uns ruck-zuck das Kanu wassern.
„A string of jewel-like lakes, fed by mountain streams, are set tightly against the steep foot of the mountains.“

War eine schoene Tour. Die Form des Sees liess uns durch wie miteinander verbundene Seen schippern. Das Wasser war klar, das Panorama "hatte was" und wir paddelten uns langsam ein.

Am Jenny Lake haben wir ein paar Meilen spaeter wieder einen guten ‚spot’ zum Lagern gefunden.

Der Nachmittag war ideal zum solar-duschen und campieren mit allem „Drum und Dran“. Am fruehen Abend war dann aber wieder ein Feuerchen sehr willkommen...

Das Wetter hat dieser Tage sehr gut mitgespielt. Die Morgen waren extrem klar und der Himmel makellos. Die Teton Range wirkte dann ueberaus plastisch.

Die Abend- und Nachttemperaturen waren mehr als ertraeglich und tagsueber wurde es in der Sonne sogar schnell zu warm.

Der Park ist sehr ueberschaubar. Es gibt nicht viel zu verpassen. Frueh ’raus fuer Elche und Alpengluehen. Fuer Wildblumenwiesen waren wir allerdings etwas zu zeitig. Es gibt wohl an die zweihundert Meilen sicherlich schoener Wanderwege, aber unter Kiefern zu sitzen oder ueber’s kuehlende Wasser zu paddeln hat uns wesentlich mehr gereizt.

Na gut, bevor wir uns wieder in den Yellowstone aufmachen, halten wir noch einen letzten Blick ueber den Jackson Lake fest:



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