reisen
last update May 2006 (new server upload)

Little Bighorn - Battlefield and National Monument
1 Nacht


A clash of cultures!


Stand schon immer auf meiner persoenlichen Besuchsliste an „heiligen Orten“. Habe als Kind die sechs Baende von Lieselotte Welskopf-Heinrich ueber die Praerie-Indianer oder auch Dakota im Feuer von Georg Goll mit der Schlacht am Little Bighorn als zentralem Thema verschlungen und musste mir daher ein Bild von der Wirklichkeit der Staetten machen.

Die Schlacht am Little Bighorn symbolisiert das letzte bewaffnete Aufbaeumen der Prairie-Indianer, ihr Nomaden-Leben gegen das Vordringen weisser Siedler zu bewahren. Obwohl sie die Schlacht eindrucksvoll gewannen, verloren sie wenig spaeter endgueltig ihre Unabhaengigkeit.

Fuer uns als moderne Reisende ist es zunaechst schwer nachzuvollziehen, dass auf diesem doch relativ kleinen Gelandeabschnitt Entfernungen von einigen hundert Metern schlachtentscheidend sein koennen. Aber wenn die „Figuren“ entsprechend gesetzt sind, dass Ungleichgewichte entstehen oder der Nachschub zu spaet kommt, leuchtet die Sache ein.


Der US Staat hat jedenfalls ordentlich fuer die Ehrung der zweihundertsechzig im Dienste stehenden Gefallenen gesorgt. An bezeugten Stellen stehen Grabsteine, es gibt einen Sammelfriedhof mit massenhaft Faehnchen und neben Custer’s Last Stand steht auch gleich das Visitor Center.


Die Indianer duerfen (oder vermoegen) wenigstens demnaechst unweit entfernt ihr Mahnmal errichten und – zugegeben – im Visitor Center duerfen sie auch Massenmord anklagen. Trotzdem, bedauerlich die Einzelschicksale um die gefallenen US Soldiers, aber ueber die andere Seite und warum es ueberhaupt zu einer Schlacht kommen musste, wird nicht viel geredet. Die Staette erscheint also sehr einseitig.
Aber vielleicht sorgt auch Mutter Natur fuer ein wenig spaete Ehrung...
...und demonstriert Versoehnung:

Es war sehr gut, die Topografie real zu erleben. Die Huegel sind kleiner als sie in meiner Vorstellung waren.
Das Tal und der Kleine Dickhornschaffluss sind sehr malerisch. Schoener Platz fuer ein Indianerdorf...

Haben eine Nacht auf dem nur zwei Meilen vom Monument entfernten Campground verbracht. Jetzt lernten wir wieder die Qualitaet der Nationalpark-Campgrounds schaetzen. Waehrend sonst Abgeschiedenheit, Natuerlichkeit und schoene Vistas vorzufinden sind, campierten wir diesmal direkt zwischen Interstate und Railway... Klar, ausserhalb der Parks immer mit Dusche, aber die sind auch nicht immer ganz „koscher“. Eines wurde uns wieder so richtig bewusst: die Verbauung unserer Umwelt. Waren ja sieben Naechte am Stueck im Nationalpark (Yellowstone & Grand Teton) und uns wurde erst wieder hier auf diesem Platz so richtig vorgefuehrt, dass kein Flecken mehr ohne Zaun, Werbung, Fernleitungen, Behausungen in grellen Farben und allerlei Gerassel und Geruempel (von dem wohl der Amerikaner auch gerne viel rumliegen hat) auskommt. Der rote Abendhimmel, die blaue Stunde und der klare Morgen waren daher ein wenig wie „verschenkt“.
Darum werden wir das schleunigst aendern...



zurueck zur Reisehauptseite