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last update December 2005

Rueckreise und Nachlese


Rueckreise

Parkway
Einen Teil der Rueckfahrt haben wir auf den Natchez Trace Parkway verlegt. Auf die Idee sind wir beim Betrachten einer US Karte des Nationalpark Service gekommen: Alles, was gruen unterlegt ist – also National Parks usw. – ist von potentiellem Interesse. So auch diese Strecke. Haben uns das Stueck von Jackson, Mississippi bis fast Nashville, Tennessee unter die Raeder genommen.


Die Geschwindigkeitsbeschraenkung auf fuenfundfuenfzig miles per hour wurde durch Landschaft und Truck-Fahrverbot mehr als kompensiert. Nach ein paar Meilen schon hat uns ein Zypressen-Sumpf aufgehalten, sehr schoen. Zum ersten Mal gesehen. Nicht wirklich viel Zeit investiert, aber Lust auf mehr geholt.

Mehrere Schauer gingen nieder. Unmoeglich, diesen Regenbogen nicht als „freundliche Geste“ aufzufassen.
Tropische Bedingungen haben die A/C-gekuehlte Kamera schnell beschlagen lassen...


Und endlich: Schoen, nach 4100 Meilen wieder zu Hause ein.



Nachlese
Texas
Haelt viel auf sich - und war doch immer irgendwie mit Beigeschmack. Ganz unvoreingenommen hat uns die Einfahrt ueber den Nordosten landschaftlich ja sehr beeindruckt. Aber spaetestens die Art und Weise der Erinnerung an bestehende Gesetze ’is different’. Leuchttafeln verkuenden unmissverstaendlich: „Drink - Drive - Go To Jail“. Oder: „Watch your speed. We are [Helicopter Symbol]“.
Die Landverbrauch kommt mir noch extremer vor als anderswo. Aber dafuer kann ja schliesslich Big Bend nichts...


Benzin
Reisen Anfang September 2005 hiess auch fuer amerikanische Verhaeltnisse tief in die Taschen zu greifen fuer Benzin. Zu unserer Ankunftszeit in US vor vier Jahren haben wir im Schnitt zwei Dollar weniger pro Gallone ausgegeben. Freude machte sich dann auch breit, als wir fuer unter drei Dollar die Gallone tanken konnten. Viele Tankstellen haben ueberhaupt nur die Zahlen nach dem Komma gezeigt, die erste Stelle blieb unbelegt, eine ’3’ dieser Groesse existiert offenbart schlicht noch nicht.
(Zum Zeitpunkt der "Drucklegung", Dezember 2005, haben wir aber auch schon wieder unter zwei Dollar gesehen; ja ja heikles Thema Sprit.)



Ranger
Auf einer Fahrt im Big Bend mit einsetzender Dunkelheit sind wir doch tatsaechlich von einem Ranger angehalten worden. Muss man sich mal vorstellen: Das allererste Mal in US ueberhaupt passiert uns das in einem National Park! Nachdem uns der SUV ein ganzes Stueck gefolgt war, waren wir schon drauf und dran anzuhalten, um zu fragen wo das Problem laege, als ploetzlich seine „Zauberlichter“ angingen und wir in die naechste Ausbuchtung einbremsten. Mit Stabtaschenlampe im Anschlag wollte der Uniformierte zunaechst und ueberhaupt nicht unfreundlich die Papiere sehen. (Ein bischen peinlich, dass ich neben einer abgelaufenen Michigan License nur meine Indiana Lerner’s Permit zeigen konnte, aber das hat ihn nicht weiter gestoert.) Auf seine Frage, warum wir mehrfach die Mittellinie ueberquert haetten, fiel mir zunaechst nur die Ablenkung durch die Landschaft ein, Jana hakte dann noch mit dem Hinweis auf Schlangen auf der Fahrbahn nach. Als schliesslich ein Kollege mit unserer Erlaubnis die Seitentuer ins hintere Compartment oeffnete und Klein-Felix erblickte, wurde wohl auch noch der letzte Verdacht der Schleuserei oder was auch immer zerstreut. Ein freundliches Zupfen am langen Felix-Zeh und nette Wuensche fuer unseren weiteren Aufenthalt halten die Episode in guter Erinnerung; wenn schon angehalten werden, dann wenigstens im National Park.

Und noch was zum Thema Ranger: Felix ist schon mal Junior "Raenscha" geworden. Das Ausfuellen des Junior Ranger Books hat zwar Jana vorgenommen, ueber den Aufnaeher hat sich Felix aber maechtig gefreut.



Reflexion
Wochen spaeter, beim Fertigstellen dieser Seiten, wird klar, dass diese Zeit mehr war als nur ein abermaliges Eintauchen in einen schoenen Teil der USA. Etwas verloren und viel gewonnen. Hier und da vermisste ich unterwegs naemlich die vormals erlebte Euphorie. Nicht jede Gelegenheit und Muehe waren mehr von Bedeutung und die Betruebnis darueber stellte manche Aktion in Frage. Aber dieser, nennen wir es mal "Realitaetsgewinn", hat auch zur Rueckkehr einer viel zu lange abhanden gekommenen inneren Ruhe verholfen. "Erwachsenwerden" kommt mir da in den Sinn - und Felix...




Aber ehe ich es doch vergesse, habe ich schon davon berichtet, wie wunderschoen ein neuer Tag in der Wueste beginnen kann...
:-)




Der obligatorische Foto-Report

Eine EOS 20D hat sich zu mir gesellt, yes.
Die wohl zunaechst angenehmste Verbesserung gegenueber der 10D ist die Verringerung der Einschaltzeit. Nullkommazwei Sekunden sind praktisch verzugsfrei. So lasse ich die Kamera sich automatisch nach einer Minute Nichtbenutzung ausschalten. (Bei der 10D habe ich noch fuenfzehn Minuten eingestellt).
Als zweiten „Treffer“ fallen mir die extrem verbesserten Lese- und Schreibgeschwindigkeiten ein. Zusammen mit bis zu fuenf Bildern pro Sekunde laesst sich schon was einfangen, im Vergleich zur 10D zwar zu Lasten der Geraeuschdaempfung, aber praktisch ohne Verzug, awesome!
Und, auch wichtig, die Bildqualitaet, insbesondere bei hohen ISO, hat noch mal zugelegt.

Zwoelf-Vierundzwanzig steht fuer den Brennweitenbereich des neuen Weitwinkels. Konstante Oeffnung von vier und von Tokina - habe ich dem Konkurenzprodukt von Canon vorgezogen, da an jeder APS-sized DSLR mit Canon mount verwendbar. Und wie die gerade erschienene EOS 5D zeigt, geht der Trend eventuell doch zu full-size Sensoren und Sonderloesungen wie 20D und XT Rebel (bzw. 350D) mit zurueckgesetztem Spiegel (um das 11-22/3.5-4.5 ueberhaupt machbar zu machen) unterbleiben. Jedenfalls habe ich damit endlich ein Aequivalent (zumindest im Bildwinkel) zum "analogen" 17-35 gefunden.

Endlich bin ich auch zu einer Loesung fuer das griffbereite Verstauen einer Kamera mit Telezoom und aufgesetzter Gegenlichtblende gelangt (fuer fuenfzehn Zoll Gesamtlaenge gibt es eigentlich keine passende Tasche). Das einzeln erhaeltliche Gegenstueck zum Stativ-Schnellverschluss habe ich einfach an einen der Rucksack-Tragegurte befestigt. Damit haengt die Kamera geschuetzt halb vor dem Koerper und ist blitzschnell einsatzbereit. So ist mir auch das Bild vom Mule Deer gelungen, als ich unterwegs und den Rucksack bereits wieder aufgezetzt hatte. Ein positiver Nebeneffekt ist die bessere Gewichtsverteilung, zumindest eine Zeit lang. Muesste ich glatt patentieren lassen.

Kakteenstacheln im Knie machen sich nicht gut. Knieschuetzer helfen da Wunder. Sieht vielleicht witzig aus, aber ich habe so manchen Stachel aus dem Polster gezogen...

Zwei objektivbestueckte Kameras plus ein weiteres Objektiv plus all der ganze restliche Kram haben Platz in einem neuen Fotorucksack gefunden. Und - und das hat's zwar schon so oft geheissen - der sollte dann wirklich fuer eine ganze naechste Weile gutsein.


Und ja, das Lensbaby 2.0. Ein Fun-Objektiv. Blende ist durch Wechselplatten „verstellbar“ und Fokussierung erfolgt manuell. Unter anderem das obige Rucksack-Bild ist damit entstanden.

Eine 2GB Speicherkarte hat sich noch eingestellt. Aber die Gruende liegen auf der Hand. Zum einen produziert die 20D fuenfundzwanzig Prozent groessere Dateien und zum anderen auch mehr als eineinhalb mal so schnell wie die 10D.

Fuer die doppelte Bildnummerierung hatte ich zunaechst kein gutes Konzept, so dass die die absolute Anzahl geschossener Bilder nicht klar ist – aber das ist ja auch nicht wirklich von Interesse. Was bleibt sind ungefaehr vierhundert Bilder (von denen sich einhundertdreiunddreissig auf diesen Seiten befinden).


Salve.



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