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last update December 2005

The Window

The Window ist eine Oeffnung in den das Basin umgebenden Bergzuegen. Im Gegensatz zum Outlook (vom ersten Tag) fuehrt der Windows View Trail direkt an die "Oeffnung".
Meine Vision war im Window stehend auf eine Ebene zu schauen und einen Mountain Lion in der Ferne im Gegenlicht zu erspaehen - nachdem die letzte Sichtung in dieser Gegend gewesen sei. Wie gesagt, eine Vision.

Der Weg war zunaechst nicht sonderlich beschwerlich, es ging ja etwas bergab. Er bot wenig Weitsicht, aber viele Details.



Gegen Ende des Weges begann sich doch dann tatsaechlich etwas Wasser zu sammeln und einen kleinen Bach zu bilden. Mir fehlte die Idee fuer ein Bild - was ich umso mehr bedauere, da ich spaeter in einem Bildband eine wunderbare Kreation fand.

Schliesslich erreichte ich das Ende der Schlucht, stand am Window, konnte erstmal tief durchatmen. Der Bach hatte sich inzwischen in irgendwelche Felsspalten verloren, aber der glattgeschliffene Stein um mich herum machte klar, dass mehr Wasser, als der Bach derzeit darbot, im Laufe der Zeit durchgerauscht sein muss.


Ich war etwas hin- und hergerissen. Im Visitor Center habe ich mir den Tip geben lassen, unbedingt ein Stueck des vor dem Window abzweigenden Trails in Richtung Oak Spring zu gehen. Allerdings hatte ich nicht viel Freude am Gedanken einer Rueckkehr im Dunkeln. Schliesslich war die Idee der "Aufgabe" unertraeglich und los ging es grossen Schrittes - bis mir die Zunge raushing. Aber da war schon ein Gutteil des Aufstieges geschafft, liess ahnen, was sich bieten wuerde und eine luftige Brise wehte alle restlichen Zweifel weg.

Die Aussicht hielt den Versprechungen stand. Die Sonne war am Setzen - ich am Arbeiten.

Ploetzlich ein Tierschrei in der Tiefe. Drei Rehe stieben auseinander. Angestrengt und herzklopfend hielt ich nach einem Mountain Lion Ausschau. Aber leiiider nichts zu sehen. Die Rehe hielten noch einmal inne und begannen dann in verschiedene Richtungen davonzulaufen.
Der Morgenkoch aus der Lodge, der nur fuenzig Meter "weiter oben" gestanden hat und den ich ein paar Minuten spaeter kennenlernte, hatte auch nichts gesehen. Und obwohl er schon fast ein Jahr im Big Bend arbeitend und wohnend und schon "tons of miles" hinter sich hatte, einen Lion hat er auch noch nie zu Gesicht bekommen.
Sein Ziel war, alle Jahreszeiten im Big Bend mindestens einmal zu erleben. Zu beneiden, der Mann. Er machte sich dann schon mal auf den Rueckweg, in einer Stunde wuerde es ja dunkel sein. Ein bischen geniessen wollte ich aber noch.


Dann habe ich mich aber auch auf die Socken gemacht - und nach ein paar Minuten der Blick zurueck - und doch noch mal das Stativ aufgestellt: Glutrot und voll geht die Sonne unter. Habe mich fuer dieses allerallerletzte Bild entschieden.

Und jetzt aber wirklich los. Hier in der lichten Hoehe war es ja noch einigermassen hell, aber bis ich wieder offeneres Gelaende erreichen wuerde, musste ich noch durch die Schlucht.

Schliesslich habe ich es praktisch auch geschafft, vor voelliger Dunkelheit nur noch ein paar Minuten vom 'village' entfernt zu sein. Der Mond hatte dieser Tage etwas zugenommen und damit geholfen. Eine Minute Verzoegerung hat sich noch durch ein Stinktier ergeben. Das lief auf dem Pfad vor mir her. Zu dicht wollte ich ihm ja auch nicht auf die Pelle ruecken...

Felix war gerade am Zubettgehen als ich eintraf. Grosse Freude.



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