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last update December 2005

Boquillas Canyon

Zum ersten Ausflug zum Boquillas Canyon habe ich die Familie etwas strapaziert. Nicht nur, dass ich auf einen Auslaeufer der Canyon-Wand geklettert bin, auch wollte die untergehende Sonne fuer eine kleine Ewigkeit partout nicht hinter den Wolken hervorlugen.
Doch schliesslich war das Warten es wert:


Waehrend des Wartens blieb genuegend Zeit fuer Beobachtungen. Felix war zwar nicht zu hoeren, aber nicht zu uebersehen. Und was ich zunaechst nicht sah und fuer ein Pferd hielt, entpuppte sich als Esel.


Wir sind noch ein zweites Mal zum Canyon. Es war noch so viel mehr zu entdecken. Die Fahrt schon verlief ereignisreich.
Aus der Ferne war wieder ein Gewitter zu beobachten. Einen Regenbogen konnten wir aber diesmal trotz etwas Umhergekutsche nicht auszumachen. Wenig spaeter wurden wir Zeugen von Regenpfuetzen in der Wueste und nutzten die Zwangspause fuer ein Picknick im Bus.

Nach zwei weiteren Schauern gingen wir es an. Felix war zunaechst auch gut ’drauf und gemeinsam erkundeten wir den Trail zum Canyon. Am Ufer des Rio Grande verliess ihn aber der „Enthusiasmus“ und wir trennten uns. Jana und Felix machten sich wieder auf den Rueckweg, waehrend ich noch „schnell mal“ zum schon sichtbaren Canyon-Eingang hudeln wollte. Bis dahin hiess es ueber kuerzlich ueberspueltes Gelaende und durch dichtes, mehr als mannshohes Schilf zu marschieren. Die kuehlende Wirkung der zuvor niedergegangenen Schauer liess nach und das Hemd begann sich wieder zu „faerben“. Auf Flusshoehe herrschen doch bis zu zehn Grad hoehere Temperaturen als in unseren Chisos Mountains. Ein Warnschild auf dem Parkplatz ueber Diebstaehle, Grenznaehe und dieses Niemansland haben mich etwas unruhig und vorsichtig werden lassen. Vor einigen Jahren noch uebliche Grenzuebertritte waren nicht mehr erlaubt. Der Pfad war nicht zu uebersehen und bloede Gedanken spukten im Kopf. Als ich aus dem Schilfwald heraustretend und auch schon halb im Canyon stehend ein in Bodennaehe befestigtes handbeschriebenes Schildchen mit der Frage nach Spenden sehe, muesste ich erstmal um mich schauen und horchen. Irgendein Trick oder Falle? Aber nix, also weiter - und ploetzlich sehe ich ein Paar Pferde. Wildpferde. Hey.
Aber es sind Brandzeichen zu erkennen. Im Visitor Center habe ich spaeter erfragt, dass diese Tiere tatsaechlich wild leben, wahrscheinlich aus Mexico „eingewandert“ oder hiesigen Besitzern entflohen sind und in der Regel aus dem Park entfernt werden.

Schliesslich stehe ich am Grenzfluss, irgendwie waere es wohl schon noch weiter gegangen, aber das Licht war nicht berauschend. Daher ein paar Schuesse und Rueckzug – aber ploetzlich kommt die Sonne doch noch ’raus.
Also noch mal zurueck und „richtige“ Bilder:

Und wieder an den Pferden vorbei – die mich inzwischen schon kennen (und wissen, dass ich sie am liebsten in Aktion sehe).

Bei einem kleinen Overlook am Grande im Zwielicht:

...sehe ich einen Kit Fox ins Gebuesch flitzen. Ich war zu langsam und ungeduldig, um ihn zu „verpixeln“.

Also loos, die Family wartet - wie sich herausstellte - in guter Laune im Bus.

Einsame Rueckfahrt in der fortschreitenden Daemmerung.
Nach ein paar langsamen Meilen begleitete uns ploetzlich ein Coyote ein Stueck entlang des Strassenrandes. Die lange Tuete war natuerlich schon verstaut. (Ich muesste es eigentlich besser wissen.) So blieb nicht mehr viel.


Ich mag das Bild trotzdem sehr – ’nauso war’s.



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