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last update December 2005

Chimney Rocks und Aufhoeren


Chimney Rock Trail

Markiert als ein ebener Weg durch die Wueste zu den weithin sichtbaren und markanten Chimney Rocks, war dieser Weg nach den Erfahrungen der “Bergsteigerei” durch die Chisos sehr willkommen.
Felix schlief lange dieser Tage (er ging ja auch spaeter zu Bett) und so war ich nicht ganz so zeitig wie gedacht auf den Beinen. Die Sonne beschien schon den Santa Elena Canyon, als ich noch im Auto mit heruntergelassenem Fenster durch den Morgen rollte.


Es hiess schon im "Phototraveler", dass, obwohl immer sichtbar, die Chimneys weiter entfernt sind als sie scheinen. Aber dieser Trail machte Spass. Kontinuierliches Dahinwandern, das Licht noch flach, ungehinderte Blicke in das weite Land und auf die umliegenden Berge.

Na ja, nicht immer kontinuierlich, gab ja doch einiges festzuhalten. Zum Beispiel endlich mal einen Jack Rabbit aus der Naehe. Nach seiner Fuenf-Meter-Flucht blieb er ruhig sitzen und liess die Sonne durch seine Loeffel scheinen.



Ein umherliegender Bluetenstamm einer verbluehten Agave hat ein guten Wanderstock ergeben. Lief sich nicht schlecht damit.

Aus der Naehe ist eigentlich nur die suedoestliche der Chimney Rock Formationen ein “Schornstein”. An dessen oestlicher Flanke sind Petroglyphen zu finden.
Irgendwie haben sich wohl auch ein paar ‘bullets’ darauf verirrt.

Fuer den Himmel war kein Polfilter notwendig. Pur und satt.

Wenn wir einmal einen Platz zum “Boofen” suchen: die Westseite bietet ein grosszuegiges “Schwalbennest” – mit Blick auf den Canyon.

Inzwischen hatte die Sonne auch ordentlich an Intensitaet gewonnen und jedes Lueftchen war fuer den Rueckweg willkommen. Und mit dem Wissen um Wasser im Bus waren die Trinkreserven auch bezeiten aufgebraucht.

Und dort, zu diesem leuchtenden Punkt muss ich wieder...
Reflexion im Bus durch die 400er Tuete.

War gut. Auf so einem flachen Trail lassen sich die Kraefte und das Vorwaertskommen hervorragend einteilen.



Am Nachmittag holte uns ein Regen aus dem Schlummer. Abschiedsstimmung.

Regenbogen gab's keinen, aber in einer tausend Meter Luftlinie entfernten Wand tat sich ein Wasserfall auf.




Aufhoeren

...fiel schwer.
Nach einigen Ueberlegungen haben wir uns doch fuer einen Tag Verlaengerung entschieden (und waren wieder da angelangt, was wir ganz urspruenglich angesetzt hatten). Natuerlich laesst sich das Spiel „Was waere wenn“ ewig betreiben, aber der letzte Tag bzw. Abend hat wirklich noch einen ’draufgesetzt. Am Morgen hatte ich mir ja schon den Chimney Rock Trail gegoennt und war einigermassen gesaettigt. Den Nachmittag haben wir in aller Ruhe mit Raeumarbeiten und Kaffee auf dem ’porch’ verbracht. Zum Abend dann haben wir uns wie am ersten Tag noch einmal den Windows View Trail vorgenommen. Eine Gruppe Mule Deer hat unterwegs fuer Felix' Unterhaltung gesorgt. Aber viel weiter sind wir dann auch wieder nicht gekommen. Eine Tarantula sitzt auf dem Weg. Felix nimmt Notiz wie sonst bei jeder anderen Spinne und will weiter. Aber mich reisst es. Auf manchem Wuestenweg haette ich so was erwartet, ja gewuenscht, aber hier ein paar Meter neben dem „Konsum“ – das war schon arg.
Wie ich mich spaeter mal schlau gemacht habe, kann man so ein Tier getrost anfassen. Solange Provokation unterbleibt (was noch einer Definition bedarf), beissen die Tiere erstmal nicht wild in der Gegend herum und seien auch fuer Menschen nicht giftig.
Cool.

Etwas spaeter schaffen wir es doch noch gemeinsam zum Window-Ausblick.



Die Sonne setzt sich durch und wir uns auf den Hosenboden - beim Blick zurueck zum Casa Grande. Fuer vielleicht zwei Minuten nur stand das "Grosse Haus" in Flammen.
Mit der Bildgestaltung bin ich nicht ganz zufrieden, aber die Farben sind goettlich.

Jana und Felix waren dann schon etwas vorrausgegangen, aber auf halbem Wege hatte ich sie wieder ein. Wir schwaermen noch fuer das Licht, als ich aus dem Augenwinkel ein Wesen auf der Strasse krabbeln sehe. Ein Skorpion! Fass ich's denn! Felix lassen wir das schwarze Ungeheuer lieber nicht erspaehen, er soll ins Bett. Und ich probier mich mal mit Blitzen, von dem ich keine Ahnung habe. Zur Dokumentation reichts.


Bevor wir am naechsten Tag abreisen, lassen wir uns im Visitor Center noch aufklaeren: Obwohl nicht den typischen Stachel aufweisend, doch ein Skorpion, der als "Waffe" immer noch seine Scheren hat und wohl unangenehmen Geruch verstroemen kann.



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