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created August 2006
Great Sand Dunes
Colorado, August 2006


"Their appearance was exactly that of the sea in a storm, except as to color, not the last sign of vegetation existing thereon.", Zebulon Pike, 1807, the first to document the Great Sand Dunes


Im Gegensatz zum letzten Jahr, habe ich am Ende meiner Truck Testing Tage in Silverthorne, Colorado, eine Auszeit angehaengt – fuer die hoechsten Sandduenen Nordamerikas. Kaum zu glauben, dass sich soetwas hier im Colorado Plateau auf zweitausendfuenfhundert Metern Hoehe finden laesst.

Most of the sand originated in the San Juan Mountains, more than 65 miles to the west. Wind and water are the primary movers of the grains. Southwesterly winds then began the slow process of bouncing the grains toward the low curve of the Sangre de Christo Mountains. Also, less common but stronger winds blow from the northeast. These northeasterlies blast through the passes and pile the dunes back upon themselves, producing crisp ridges - and the tallest dunes in North America.
Mein erster Gedanke zu den Sandduenen waehrend der Planung der Testfahrten und der Suche nach einem Ziel innerhalb ein paar Stunden Fahrtzeit war: Viel zu heiss um diese Jahreszeit. Aber das stimmt natuerlich nicht. Die Hoehenlage erlaubt kaum fuenfundzwanzig Grad am Tag und erfrischende fuenfzehn Grad des Nachts. Aber besser der Reihe nach.
Nach vier vollen Tagen Testing war fuer mich erstmal Schluss, andere wollten ja auch noch was zu tun haben. Leider war fuer die erste Nacht keine Unterkunft direkt vor Ort zu bekommen. Und selbst im fuenfzehn Meilen entfernten Alamoso bekam ich gegen zehn am Abend das letzte Zimmer von zwei befragten Hotels.
Aber die Anfahrt war spannend. Zumindest bis ich wegen “speeding” angehalten wurde (das erste Mal in US; der Chevy Monte Carlo fuhr sich aber auch nicht schlecht).
Aber das letzte Stueck der Fahrt war wieder 'cool': Ueber dreissig Meilen stur geradeaus. Und Gewitter, Regen, und trockene Strassenabschnitte wechselten einander ab.
Eigentlich wollte ich ja bezeiten aufstehen, um mir das erste Licht anzuschauen, aber die vorangegangenen 'long hours' forderten ihren Tribut.
Die Nacht zuvor waren heftige Regenguesse niedergegangen und sich aufloesender Morgennebel und durchziehende Wolkenfelder liessen das Gaspedal immer mal wieder ungenutzt.
So war ich erst gegen halb zehn an den Duenen, aber das war okay. Langsam schaelten sie sich aus dem Dunst und mit dem Naeherruecken klarte es auch immer mehr auf.

Visitor Center, bissi informiert, Wasser getankt, und ab.
Die eintreffenden ‘crowds’ nahmen mir zunaechst etwas den Mut, aber zum Glueck neigt der Mensch zur Gruppenbildung, und mit tausend Meter mehr in den Anmarsch investiert, hatte ich genug Raum fuer das Erschliessen seit laengerer Zeit nicht betretener Flecken, ahh.

Zeitweise war der Himmel direkt ueber dem Duenenfeld makellos blau. Ich glaube, so einen strahlenden Kontrast zu den Cumulus-Wolken habe ich noch nie gesehen, zumindest kann ich mich dessen nicht erinnern. Ein Polfilter war schlicht nicht notwendig.

Von meinem Plaetzchen auf einem Duenengipfel war das zunaechst nicht so klar, aber ohne Latschen haette ich den Rueckweg nicht geschafft bzw. auf Abkuehlung warten muessen. Ich mag es ja, wenn die Fusssohlen im heissen Sand etwas brennen, aber Temperaturen von bis zu hundertundvierzig Fahrenheit (sechzig Grad Celsius) sind dann doch ein bischen happig.

Mittagspause in der Lodge.

Der Himmel zog sich zu, einen Lichtblick habe ich noch eingefangen...
...aber dann haben sich die Schleusen gewaltig geoeffnet.

Nach dem Dinner aber noch mal los.

Der Regen hat so ziemlich alle Besucher von den Duenen vertrieben, ich trabte in aller Ruhe diesmal in die andere Richtung, und schliesslich brauchte ich die Regenjacke nicht mehr. Der Himmel faerbte sich am Horizont nur leicht rot, fuer einen Durchbruch hat es nicht gereicht.
Ueberdeutliches Rascheln der Kleidung in der Stille.
Ein Kojote heulte in der Ferne, als ich mich an eine Sonnenblume heranmachte.

Der naechste Morgen gab leider nicht viel mehr her. Die Hoffnung auf grossartige Sonnenaufgangs-shots hat sich nicht erfuellt. Als ich um fuenf dreissig auf die Terasse schlich und immer noch oder schon wieder den Regen hoerte, habe ich mich gleich wieder ins Bett gehauen. Aber gegen halb acht war ich dann am Point of No Return und schlug mich in die Buesche.
Fuer einen klitzekleinen Moment schoss ploetzlich die Sonne durch die Wolkendecke.
Aber mehr hat sich dann nicht getan.
Mr. Coyote muss kurz zuvor den Wanderweg genommen haben.
Am Ende der Spurenverfolgung, am Medano Creek, der eigentlich viel mehr Wasser fuehren sollte, habe ich ihn jedoch nicht entdeckt.

Ein bischen habe ich noch in der Gegend rumgestanden und geguckt,
- dann hiess es den Zeitplan einhalten.
Des Tages Staerkung erledigte ich wieder im Restaurant bei der Lodge – Omelette, Kaffee, Platz am Fenster, Blick auf die Duenen.

Bevor im mich endgueltig aus dem Sand machte, habe ich mir aber noch mal die Kolibris vorgenommen, nicht alle schaffen es ja bis Indiana.

Der Rest der Reise war Reise.


Endlich war ich wieder mal in Amerikas Westen.
Die Vegetation, die Steine, das Klima sind einfach “mein Ding”.
Ich koennt’ gleich wieder los.



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