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BIG TRIP 2010 - The Pacific Southwest, Teil 1



Pool und Oleander
Mit unserer Campingplatzwahl für unseren ersten Stopp in Kalifornien, in Needles, wurden Erinnerungen an Kroatienurlaube und unsere Grazer Terrasse wach; die Standplätze waren mit übermannshohen Oleanderwänden markiert.
Der Platz war nicht auf der billigen Seite, aber für kalifornische Verhältnisse im Rahmen, wie wir später einsehen mussten.
Ein paar Meter von unserem Stellplatz entfernt konnten die Jungs in Ruhe die nicht enden wollenden Güterzüge in der Entfernung beobachten.


Abendessen im Ort, Sitzplatz am Fenster, dabei wieder Züge für die Jungs.
Der Pool war fest in unserer Hand - war ja eh kaum jemand da.
Einmal hatten wir mal kurz nicht aufgepasst, da war Henry abgetaucht, aber - schwupps - hatten wir ihn wieder oben.
Ja und die 101 Grad Fahrenheit? Die ließen sich besser ertragen als erwartet. Die Luftfeuchte war ja gering und die Nacht brachte gute Abkühlung, so dass es auch in unserem AC-freien Trailer auszuhalten war.

Mohave
Dann endlich eine ordentliche Wüste, die Mohave. Das war doch gleich was anderes. Über eine Ruckelpiste gewonnenen mehrere Tausend Höhen- füsse bescherten gutes Klima.
Bei unserem Glück hatten wir Befürch- tungen keinen Platz zu erwischen, aber weit gefehlt. Den besten ausgesucht. Kein Strom, ein paar Wasserstellen, Trockentoilette und Aussicht. Klasse.
Sind einige Male gut wandern gewesen. Manchmal haben wir uns getrennt, Jana mit Henny, ich mit Felix.
Felix hatte Gelegenheit, seine Geschicklichkeit ein wenig zu testen.
Und fuer Picknicks sind die Jungs natuerlich immer zu haben.
Ameisen haben Felix und Henry auch wieder gut beschäftigt. Felix hat sogar ein tolles Shade House für die Ameisen errichtet – und war betrübt, dass wir es bei der Abreise vor Ort lassen mussten.

Auf dem Weg von unserem Platz zur Ranger Station haben wir auch die ziemlich markante King Snake gesehen.
Eine Ranger Station ist uebrigens immer eine gute Erfahrung. Gibt viel zu sehen und die Leute sind meistens gut gelaunt.
Auf unseren Erkundungen fanden wir viele Pflanzen in guter Blüte vor.
Auch einige Kakteen waren dabei.
Für Henry's Milch mussten wir einmal extra zu einer Tankstelle am Interstate mit wie sich herausstellte doppelten Preisen und beknackter Bedienung.
Aber der Rückweg hat mehr als versöhnt: wir sahen eine Wüsten-Schildkröte die Straße überqueren. Wir wahrten Abstand, es heißt, die Tiere lassen aus Angst schnell ihr lebenswichtiges Wasser.
Ich habe mir einen Morgen die Kelso Dunes vor die Linse geholt. War ein recht langer Anfahrtsweg, eigentlich zuviel des Guten, aber ich hatte das gutes Licht ganz fuer mich allein.
Und auf dem Rückweg zum Platz: Das muessen Auslaeufer der Sierra sein.
Kommen wir schon auch noch hin.
Und natürlich so ein Sternenhimmel in der Wüste. Wehmut und Glücksgefühl.

In den Feuerstellen lag noch genug für uns. Unsere Jungs überraschten wir mit Marshmellows. Nicht, dass Jana und ich davon so begeistert wären, aber was tut man nicht alles für die Kinder.
Und Felix hat es tatsächlich geschafft, sich stolz sein eigenes, kleines Feuer zu erhalten.

Amboy
Für die Weiterfahrt auf dem Interstate 40 haben wir uns für einen Umweg über Amboy zum Krater entschieden. Die Strecke führte weitgehend durch Niemandsland, einige verlassene Gehöfte, kaum Verkehr. Wir haben die gute Höhenlage in der Mohave verlassen, die Luft flimmerte in der Mittagshitze. In der Entfernung haben wir den Bristol Dry Lake, einen ausgetrockneten Salzsee glitzern gesehen. Alles Sachen, die man sich nochmal in Ruhe ansehen kann.
Der Krater war gut auszumachen und erschien in greifbarer Nähe. Dennoch wurde bei Temperaturen wie diesen – und noch dazu mit Kindern - davon abgeraten.
Sind ein bisschen in der Gegend rumgedallert. Für ein Photo vom Krater musste ich warten, bis ein paar Gestalten das Blickfeld geräumt hatten.
Unsere Jungs flitzten rum und hatten Gelegenheit zu lernen, wie man sich in solchem Gelände bewegt, ohne sich zu verletzen.
An der Tankstelle erleben wir Kleinstortleben. Der blauäugige, filmreife Sheriff ist irgendwie zu gange. Die Lady von der Tankstelle erzählt, dass der Ort nur noch von sechs Leute belebt wird. Kinder gibt es natürlich keine mehr. Zum Einkaufen fährt sie dreißig Meilen. Ab und zu kommen mal ein paar Harleys vorbei, wir stehen ja auf der Route 66.

Jana zaubert wieder klasse Quesadillas bevor wir aufbrechen.

Red Rock
...Canyon, Südkalifornien - nicht Nevada.
Nach Amboy zurück auf dem Interstate bunkern wir erstmal Einkäufe in Barstow. Enges, hügeliges Städtchen, aber gut rumgekommen. Über California City, was wir noch mal besuchen sollten, auf der 58 zum besagten State Park. Auch dieser mit fünfundzwanzig Dollar die Nacht für uns ungewohnt hoch angesetzt. Es heißt, die Anfahrt sei dramatischer als der State Park selbst. Kann sein, wir genossen einen spannenden Platz unterhalb der Felsen und blieben drei Nächte.
Im Schatten, erst des Trailers, später unterhalb der Felswände, war es tagsüber doch gut auszuhalten. Hier, weiss ich noch, haben wir erstmals in diesem Urlaub richtig gefaulenzt - sofern es die Kinder zugelassen haben. Es hat Spaß gemacht, so ungezwungen durch die Gegend zu schlendern. Toilette oder Waschen waren ein kleiner Ausflug. Und mit dem Wasserkessel bin ich gern losgezogen.
Eine Nachtwanderung mit Felix habe ich auch eingelegt. Die neuen Taschenlampen mussten doch ausprobiert werden.
In der Dämmerung sind wir los zum Besucherzentrum und wirklich erst im Stockdunkel zum Trailer zurückgestolpert und haben uns dabei über allerlei unterhalten, was so des Nachts alles in Wirklichkeit und Fiktion passieren kann.
Hier haben wir auch die zweite Schatzsuche organisiert. Den in eine Felsritze geschmuggelten Plan hat Felix wirklich ohne unser Zutun entdeckt.
Er hatte dann zwar einen Plan, aber eigentlich keinen Plan. Ich meine, er ist ja erst sechs Jahre, aber von nichts kommt auch nun mal nichts.
Als dann aber klar war, wo es lang geht, gab es kein Halten mehr. Und schneller als gedacht hatte Felix das Holzblock-3D-Puzzle auf der Hügelspitze entdeckt. Allerdings hat es Henry dann schnell in Beschlag genommen, wobei Felix es ihm gern überlassen hat, die Suche hat ihm offensichtlich mehr gefallen als der Schatz.

Wenig später kam uns ein älterer Herr vom Platz besuchen. Er hatte uns beobachtet und war von Felix' Energie begeistert. Erst war ich ein bisschen misstrauisch ob seiner Töle, aber wir haben uns dann angenehm unterhalten und auch viele brauchbare Hinweise für unsere weiteren Reisepläne erhalten.
Am nächsten Morgen traf ich ihn wieder, er war auch schon früh auf den Beinen.
Und wir wollen Henry mal nicht vergessen. Auch er hatte glückliche Momente - und wir mit ihm.
Summa summarum hatten wir eine gute Zeit. Viel für und mit den Jungs gemacht, das heißt machen müssen, nicht zu viel Druck aus der Photografierecke, entspanntes Campen.
Und California City? Gleich nach dem Anrollen am Abreisemorgen meldet ein Reifendrucksensor Unterdruck. Wusste bis dahin nicht, dass unser FX so was hat. Also haben wir den Anhänger vorerst am Visitor Center gelassen und eine Reifenreparatur in besagtem California City aufgesucht. Billig war es ja, aber das muss ich noch loswerden: ich kann es nicht ausstehen, wenn man meint es besser als der Kunde zu wissen wo der Wagenheber anzusetzen ist. Da kann er sich seine fünfunddreißig Jahre Erfahrung in die Haare schmieren. Na ja.
Bevor wir uns also auf die Socken machten haben wir uns noch in einer japanischen Baeckerei und einem traurigen Supermarkt fuer die Fahrt versorgt.

Eastern Sierra, Lone Pine
Und auf die Socken machen, hiess nichts anderes als endlich auf der 395 die Eastern Sierra hinaufzumarschieren.
Jetzt steigt die Spannung.
Der Verkehr war nicht zu dick, die Steigungen nicht zu fordernd. Zu unserer Linken erhob sich gemaechlich die Sierra, zu unseren Rechten mehrere Lava- und Geroellfelder und mittlere Gebirgszuege, hinter denen sich, wie uns jetzt erst bewusst wurde, das Death Valley verbarg, das wir zweitausendundsechs besucht hatten.
Unerwartet schnell erreichten wir Lone Pine. Der Owens Lake war schon aus der Ferne auszumachen. Puderzucker auf den Bergruecken. Klare Schnupperluft.
Und von direkt gegenueber blinzelt Mount Whitney, die hoechste Erhebung der 'lower 48'.
Von den drei verfuegbaren Campingplaetzen im Ort haben wir uns einen ausgesucht. Ins Besucherzentrum haette es sich nicht mehr gelohnt. Daher Dinner im Staedtchen. Und fuer den Ausflug am naechsten Morgen vorsorglich den Abzweig von der Hauptstrasse aufindig gemacht.
Wie gewuenscht bin ich am naechsten Morgen in der Dunkelheit Muench's Spuren in die Alabama Hills gefolgt. Sein Arch ist natuerlich laengst kein Geheimtipp mehr und alle moeglichen Informationen dazu sind muehelos erhaeltlich.
Zwei, wie sich dann rausstellte, Kalifornier haben sich noch eingefunden. Tut mir leid, aber fuer deren vergleichbar kurzen Anfahrtsweg und Rumgebabel konnte ich meinen guten Platz nicht hergeben.
Das Ganze habe ich am naechsten Morgen wiederholt. Diesmal keine Menschenseele zugegen. Und ich kann es nicht anders sagen: Ein Bilderbuchmor- gen. An Unwirklichkeit grenzendes Licht. Da ist nix gepusht oder ND-gefiltert.
Eindrucksvoll.
Aber jetzt bin ich offen fuer Gelegenhei- ten. Abseits dieser so gesuchten Stan- dardaufnahmen (siehe Visual Essence).
Nach meinen morgenlichen Ausfluegen haben wir natuerlich immer als Familie was unternommen.
Zum Beispiel gab es vor den Toren der Stadt einen State Park. Genug fuer ein Picknick.
Auch den Owens Lake haben wir uns angeschaut. War schwer heranzukommen. Ist nicht richtig was fuer Touristen. Aber wir wollten mal naeher an den Dampf heran.
Geschimpft hat sie, die Jani mit dem Henny an der Hand ueber die Bolders kraxelnd, heute lacht sie wenn ich daran erinnere.
Die Salzlake ist offensichtlich ein Vogelparadies. Viel ist ja nicht mehr uebrig weil L.A. zuviel Wasser abgezapft hat. Jetzt war offensichtlich noch genug von der Schneeschmelze uebrig.
Auf jeden Fall haben wir so einige Entdeckungen gemacht.
Nochmal zum Campingplatz. Waren gut aufgehoben. Gab einen Spielplatz. Zum Fruehstueck wurden die Camper mit Muffins und Kaffee versorgt. Felix kam ins Gespraech mit unseren Nachbarn und durfte deren Riesen-RV mal von innen anschauen.
Ausserdem ein Gehege mit Schildkroeten, die die Kinder auch mal anfassen durften. Im Laden habe ich ihm einen Sack getrockneter Erbsen fuer die selbstgebaute Schleuder gekauft. Die Erbsen hat er auch gleich fuer seine Knarre verwendet. Und unsere Gasflasche konnten wir auch auffuellen lassen, das einzige Mal auf dieser Fahrt uebrigens.
Einen Nachmittag haben wir auch damit verbracht gemeinsam in den Alabama Hills herumzustromern, der Familie zu zeigen, wo ich mich in der Frueh rumgetrieben habe.
War ein schoener warmer Nachmittag im Granit.
Gelegenheit fuer eines der seltenen Familienbilder.
Sehe allerdings hier aus wie der Opi mit Tochter und Enkelkindern.
Einen spaeten Vormittag sind wir zum Ausgangspunkt der meisten Mt. Whitney Wanderungen aufgebrochen. Die Hinauffahrt war ziemlich aufregend. Von unterwegs ueberblickten wir eines der tiefsten Taeler mit dem Owens Lake und den Alabama Hills.
Da oben hatte sich der Winter noch nicht vollstaendig zurueckgezogen.
Ausarbeitung fuer die Jungs.
Nasse Schuhe.
Hunger stillen.
Einen spaeten Nachmittag bin ich mit Felix noch mal losgezogen. Wollte mal sehen, wie das Licht in den Hills aus der anderen Richtung wirkt.
Hatten wieder beide richtig gut was wir wollten. Klar, kalt war's, aber auch stimmungsgeladen.
Felix ist im Gelaende herumgeeifert und hatte seine Erbsschleuder mit und konnte ungehindert in der Gegend rumfeuern. Im Taschenlampenlicht haben wir zum Auto zurueckgefunden.
Uebrigens erst hier in Lone Pine habe ich es gemerkt und ein Wunder dass bisher nichts passiert ist: die Kugel der Anhaengekupplung war fuer die Aufnahme am Trailer zu klein. Aber der Ort hatte einen Teileladen und eine Schmiede die mir das Ding ruck-zuck wechseln konnten.
Und weil die Gegend so schoen war, endlich ein paar Fotos von der Rakete.

Abreisetag.
Ein Abstecher in die Eastern Sierra war einer der emotionalen Hoehepunkte dieser Reise fuer mich.
Da kommt man einfach nicht so einfach hin. Und ueber die Jahre habe ich viel darueber in hiesigen Photozeitschriften von Muench, Rowell und Jones gesehen.
Ich war mir in dem Moment nicht sicher, ob es ein Fehler war nicht noch weiter hinaufzufahren, aber ich wollte auch nicht in den Bergen steckenbleiben und lieber erstmal an die Kueste, yeah.

GIANT Sequoia
Runter ging's wieder schnell. Und kurz vor Freeman Junction auf die 178 ueber den Walker Pass mit 5250 ft. nach Lake Isabella. Dort Mittagspause gemacht.
Die im GPS angegebenen Einkaufsmoeglichkeiten in Porterville hielten nicht was sie versprachen, ein Campingplatz war auch nicht zu haben. Es war schon spaeter Nachmittag, wir Wahnsinnige haben uns trotzdem entschlossen noch nach Camp Nelson, unserem eigentlichen Ziel im Giant Sequoia National Monument, aufzubrechen.
Abenteuerliche Strasse im Fels. Steil, eng, kein Auge von der Strasse zu lassen. Der FX hat gut und stetig gezogen. Trotzdem musste ich die Familie unterwegs dann mal zusammenscheissen, das wir bitte zusammenhalten und uns nicht gegenseitig die Taschen volljammern ob der beaengstigenden Strecke. Schon klar, dass wir da auch wieder runtermuessen, aber hilft ja nicht.
Der indischstaemmige Besitzer hat uns dringend eine Route empfohlen die wir natuerlich nicht genommen haben. Unsere gewaehlte Strecke ueber die 155 und 65 bis nach Porterville war landschaftlich absolut toll, aber es hat sich auch ewig gezogen. Passend fuer uns mussten wir auch ueber den Greenhorn Summit mit 6102 ft. Kurzer, aber ziemlich heftiger Anstieg.
Die im GPS angegebenen Einkaufsmoeglichkeiten in Porterville hielten nicht was sie versprachen, ein Campingplatz war auch nicht zu haben. Es war schon spaeter Nachmittag, wir Wahnsinnige haben uns trotzdem entschlossen noch nach Camp Nelson, unserem eigentlichen Ziel im Giant Sequoia National Monument, aufzubrechen.
Abenteuerliche Strasse im Fels. Steil, eng, kein Auge von der Strasse zu lassen. Der FX hat gut und stetig gezogen. Trotzdem musste ich die Familie unterwegs dann mal zusammenscheissen, das wir bitte zusammenhalten und uns nicht gegenseitig die Taschen volljammern ob der beaengstigenden Strecke. Schon klar, dass wir da auch wieder runtermuessen, aber hilft ja nicht.
Bevor wir uns in der Daemmerung auf Campingplatzsuche machten, haben wir, dass heisst Jana, gleich im Saloon nachgefragt. Na toll, ein Platz war wegen Bauarbeiten geschlossen und ein anderer wuerde erst am naechsten Tag aufmachen, aber es gaebe da noch einen halboffiziellen, da koennten wir erstmal bleiben. Natuerlich nicht gefunden, ein Paerchen aus dem Saloon ist dann im Truck vorgefahren.
Gut geschlafen nach den Anstrengungen. Enten und Gaense im Baechlein.
Wir haben ein wenig die Gegend erkundschaftet und uns dann entschieden, als die ersten auf den freien Platz im National Monument umzusiedeln. Per Luftlinie sind wir jetzt nur ungefaehr ein Viertel der zurueckgelegten Strecke von Lone Pine entfernt, auf der anderen Seite der Berge eben.
Jetzt ging also der Spass los. Ein paar Gaenge ums Geviert, Lagerfeuer, den Wald aufraeumen.
Wie heisst es so schoen, keine Beschreibung kann einen auf die Realitaet vorbereiten.
Beim Anblick unseres ersten richtigen Gigantens sind wir baff. Diese wuchtige Masse Holz. Mehrere Hundert wenn nicht ueber Tausend Jahre alt. Fuer Neulinge schwer zu begreifen.

Den "Trail of the 100 Giants" auf 8000 Fuss haben wir nicht ganz geschafft, eh klar.
Auf dem Weg dahin habe ich die groessten mir je untergekommen Kienzapfen von der Strasse gesammelt, von Sugar Pines, glaube ich. Die Jungs haben sicher nicht verstanden, warum ihr Papi ploetzlich nicht wiederzuerkennen war. Wieder so ein Kindheitsding. Werde ich mir wohl alle im zukuenftigen Baumhaus irgendwie drapieren.
Geht's uns gut, sind wir gluecklich?
Gleich neben unserem Stammcafe mit Internet und gutem Chilli hatte eine Maklerin mit dicken Rollkragenpullover ihr Buero, die uns gute Tips fuer die Gegend geben konnte. Nicht, dass wir grossen Wert darauf legen wuerden, aber ein Weg fuehrte auch zum sechstgroessten dieser Riesen. Allein, davon muss nicht per se ein Photo sein. Mir sind die Errinnerungen an gute Momente wichtiger.
Auf einer meiner Solotouren bin ich doch glatt in einem Holzfaellerlager gelandet. Zur Feierabendzeit sammelten sich die Typen dann auch ums Lagerfeuer und liessen die Flasche kreisen. Sie scherzten, dass sie der Regierung damit drohen noch ein paar Sequoias zu faellen, damit diese ihnen einen besseren Preis fuer ihr Land macht.
Glueck hatte ich mit dem Licht.
Immens begeistert haben mich auch die Moose auf den Baeumen.
Natuerlich wollte ich die Familie nie zu lange warten lassen. Aber immer, wenn ich schon am Aufbruch war oder im Auto sass, wurden meine Plaene doch glatt durchkreuzt.



Ueberraschenderweise waren wir fuenf Tage in der Gegend zu gange.
Was wir jedoch noch gerne mal wissen wuerden ist, wo und was die Leute in der Gegend so einkaufen. In den den Kneipen angeschlossenen Laeden gibt’s nichts, einfach nichts, und was es gibt ist mindere Qualitaet, oder ueberlagert, oder teuer oder alles zusammen. Vielleicht wegen der Vorsaison, andererseits sah es nicht so aus als wuerden sie für eine Saison vorbereitet sein.

Weiter westwaerts
Nachdem wir uns aus den Bergen geschaelt haben fuhren wir zielstrebig ueber den State Highway 46 Richtung Westkueste. Nach Passieren des Interstate 5 wurde die Gegend auch sehr lieblich. Wiesen und Felder wie in Kindheitserrinnerungen.
Fuer den Stillen Ozean hat es an diesem Tag allerdings noch nicht gereicht. Eine Nacht im aufstrebenden Weinland mit zu viel Verkehr, in Paso Robles, musste noch sein. Die Campingplatzfritzen hatten aber ihre Verwaltung wieder nicht im Griff, wir mussten einmal umziehen. Die Kinder hatten wenigstens ihre Beschaeftigung. Und im Pool waren wir auch. Und im Supermarkt haben wir unseren Wagen wieder mit Leckereien vollgehauen.
Am naechsten Morgen kam noch ein Opi und hat sich gewundert, ob wir wirklich mit unserem SUV den Haenger ziehen wurden, sowas verwendet er als 'spare vehicle' mit seinem RV. Tja, Zeiten aendern sich.

See in Sicht
Jetzt gilt's. Luftlinie dreissig Meilen bis zur Kueste. Aber so einfach wollen wir es uns auch nicht machen. Lieber suchen wir uns eine weniger befahrene Strecke mit Landschaft heraus als gerade durchzubrechen und dann die vielbefahrene Kuestenstrasse gestresst zu werden. Also Richtung Nordwesten quer durch die Santa Lucia Range. Nach Verlassen der 101 wird's auch ruhig und gemaechlich ziehen wir durch's Land. An einem Militaerposten macht uns ein genauerer Blick auf die Karte klar, dass wir zunaecht noch Militaergelaende durchqueren muessen, was nicht weiter tragisch ist und sich sogar noch als echte Hilfe herausstellte. Wir mussten naemlich tanken und bis in einen der naechsten groesseren Kuestenorte haetten wir es nicht geschafft. Fuer Auskunft zurueck beim Militaerposten erhielten wir die uns verblueffende Antwort, dass wir auch bei ihnen auffuellen koennten. Glaubt man sowas. Nachdem wir auch noch die Unterkuenfte usw. gesehen haben, blieb mir nur noch ein Kopfschuetteln. Welchen Scheiss ich doch noch in der sogenannten Volksarmee mitmachen musste.

Also ab ueber die Berge. Allerdings bischen leichter gesagt als getan. Zunaechst das Armeegelaende war natuerlich was fuer's Auge. Bis auf die Strasse hindurch keine Spur menschlichen Eingriffs.
Bergauf dann hatten wir Glueck mit Motorradfahrern. Der erste hat die Kurve noch gekriegt, den dritten habe ich jedoch schon auf unserer Motorhaube kleben sehen.
Die Bergabfahrt allerdings war verdammt materialfordernd. Da hatte ich gewuenscht, wir haetten doch die bequemere Strecke genommen.
Eine Pause auf Augenhoehe mit den ueber dem Pazifik haengenden Wolken liess uns aber erstmal aufatmen und steigerte die Vorfreude auf die kalifornische Kueste, den Pazifik und alles was dazugehoert.

Und ob die gerechtfertigt war, gibt's im zweiten Teil.



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