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BIG TRIP 2010 - The Northwest



Eigentlich hätte diesem Abschnitt ein "Pacific" beigefügt sein sollen, aber an der kalifornischen Küste stellten wir fest, dass uns die Zeit ausging. Hätte gerne mal nach Oregon reingeschnuppert, von Washington ganz zu schweigen. Aber immerhin haben wir uns den Lake Tahoe, ein schönes Stück Idaho und auch noch den Grossen Salzsee angeschaut.

Lake Tahoe
Mit dem Lake Tahoe verbinde ich immer Szenen aus "The Godfather". Kiefernwälder, Redwoods, schneereiche Winter, natürlich der See. Das zieht natürlich 'ne Menge Geld an, aber es gibt auch ein paar State Parks.
Das Wetter zu unserer Zeit am Lake war 'just right', tagsüber T-Shirt-Temperaturen, am Strand auch mehr, und zum Lagerfeuer etwas kühler.
Gleich nach unserem Eintreffen hat sich Felix eine Angel gebastelt. Damit ging er auf Krebsfang. Dieser hatte zwar leider überhaupt kein Interesse an einer Teigkugel, aber das war den Spass wert.
Dieser lange Steg im State Park war natürlich was für die Kinder. Ich war weniger besorgt als Jana, sonst hätten wir dieses Foto nicht.
Felix und ich waren ja nun nicht die einzigen die den Steg bevölkerten, aber als man mich mit Stativ und Kamera hat anrücken sehen, hat sich der Amerikaner wieder von einer seiner besten Seiten gezeigt.
Auf der Südseite des Sees konnten wir uns im Sand rekeln und den Jungs beim Plantschen zusehen.
Wir hatten ja vorgesorgt. Um Ruhe reinzubringen musste zu gegebener Zeit eben auch einfach mal das Autokino laufen. Hier hätte ich mich aber eigentlich gern dazu gesetzt: "Dunderklumpen".
Das Campen war recht gut. Kiefernduft, schmackhaftes Essen an frischer Luft, keine Langeweile.

Eines Morgens zum Frühstück war allerdings prompt der Gastank alle. Kaffee! Aber nach zehn Minuten ging's weiter, so ein Hardware Store im Ort hat ja alles.

Zum ersten Mal sind wir übrigens so weit westlich auf dem Interstate 80 unterwegs gewesen. War eine gute Wahl. In diesen Bergen war auch eines der wenigen Male, dass wir mit wehendem Fahnen einen Truck überholt haben.
Ein anderes Ereignis von vor Wochen kommt dabei in Erinnerung, wie ein Pickup, dessen Anhänger schon nur noch auf zwei statt vier Reifen rollte, auch noch vor unseren Augen ein dritter Reifen platzte und er funkensprühend auf dem Standstreifen Zuflucht suchte.
Oder das RV, das auf unserer Seite im Graben stand - allerdings entgegen unserer Fahrtrichtung nachdem es den Mittelstreifen durchbrochen hatte.

Elko
"The name's Eric." So hatte er sich vorgestellt, ein Nachbar auf einem leicht zwielichtigen Campingplatz in Elko, NV, auf dem wir auf unserer Durchreise nach Idaho übernachten haben. Arbeitet in einer Goldmine, geschieden, und versucht hier als Dauercamper und mittels Zwölf-Stunden-Schichten wieder auf die Beine zu kommen.
Von ihm haben wir kein Bild, aber vom heraufziehenden Unwetter.
Vor dem Regen hatten wir noch Gelegenheit für etwas Auslauf, kilometerlange Züge zu beobachten, und uns bettfertig zu machen, um uns dann bei schönstem Regengetrommel auf den nächsten Tag zu freuen.

Der letzte Höhepunkt
Craters Of The Moon. Emotionaler Abschluss der Reise.
Eine ganze Woche haben wir uns in Lavafeldern, in Höhlen und allgemein beim Camping umgetan.

Mit Nieselwetter auf der Anfahrt und Schneeresten auf den Bergkuppen war uns klar, dass uns die letzten kalten und kühlen, kurz angenehmen, Tage bevorstanden.
Der Campingplatz im Park war wieder auf der spartanischen Seite, aber das kommt uns ja eher entgegen.
Eine Dusche und Wäsche haben wir während eines Einkaufausflugs im zwanzig Meilen entfernten Arco erledigt.
Während wir auf die Wäsche warteten hatte Henny auch mal Felix' Minigolfschläger im Gesicht, aber irgendwie haben Kinder immer so ein Glück.
Nun aber zum Eigentlichen.
Das zeichnet Nationalparks und dergleichen aus: das Gute liegt oft so nah. Ein paar Gehminuten nur entfernt lächelt die Natur.
Dwarf Buckwheat wächst in einer solchen Regelmässigkeit, die vermuten lässt, jemand hätte sie gepflanzt. Aber mehr Wasser geben die Lavafelder nicht her.
Ich bin von der Landschaft hingerissen. Nicht so sehr von deren Entstehungs- geschichte, vielmehr wegen der Kontraste und der Stimmung.
Dies ist eines meiner Lieblingsbilder von Craters und taucht auch in the "Best Of" auf, aber ich kann es nicht oft genug anschauen.
Jana war es zu windig, aber wir Männer mussten unbedingt da hoch.
Oben hätte es Henny fast umgepustet. Klasse Aussicht.
Ich bin mit Felix noch mal zur Blauen Stunde hinaufgemacht. Wie die Tiger waren wir beide da ruck-zuck oben.
Jana und ich hätten sicherlich nicht soviel darauf gegeben, aber für die Jungs, und speziell für Felix hatten die Höhlen im Lavafeld einen ungeheuren Reiz.
Und wie immer, mit zwanzig Minuten mehr in den Anmarsch investiert, waren wir weitgehend ungestört.

Unterwegs hat Felix auch eine harmlose Garter Snake in ihrem Versteck entdeckt.
Richtige Höhlenforscher brauchen natürlich die entsprechende Ausrüstung, das ist ja schon mal der halbe Spass.
Und eh klar, ich habe mich ein paar Mal auch alleine auf die Socken gemacht.
Die Abreise selbst haben wir in aller Ruhe angehen lassen. In der Früh bin ich noch mal los und hatte mich nicht vor Mittag zurück angekündigt.
Zu gegebener Zeit hielt ich es für angebracht, mich ins Heidekraut zu lümmeln und die erste und einzige Zigarre zu schmauchen. Ein bischen Melancholie musste sein.

Salzsee
Wir hatten eine Rückreise über den Yellowstone erwogen, uns dann aber doch für den Interstate 80 entschieden. Das gab uns Gelegenheit den Grossen Salzsee zu besichtigen.
Wir waren fast enttäuscht darüber, wie schnell wir die nördlichen Gefilde verlassen und innerhalb weniger Stunden den See erreicht hatten.
Es zog sich dann jedoch noch, vom Nordufer durch Verkehrsgewühl an die Ostseite und damit zum Überweg auf die Antelope Island, unserem eigentlichen Ziel, zu gelangen. Einigermassen überrascht war ich, während der Reiseplanung von der Existenz dieser Insel mitten im See zu erfahren.
Eintritt und Übernachtung waren fast geschenkt. Ein Hinweisschild verhiess jedoch gnadenlose Mücken und Stechfliegen: 'Gnats are really bad.' Wir dachten, na klar, der gemeine Städter verträgt halt nix. Einen Vorahnung, dass wir daneben liegen, holte ich mir bei diesem Photo von der Überfahrt. Jeder Schritt ins Gras aktivierte eine Hundertschaft Mosquitos.
Wir hatten noch Zeit am ersten Abend, was lag da näher als gleich mal den Fuss in den See zu setzen. Aber das war schwer erkämpft. Um es kurz zu machen, einmal im Wasser war die Mückenwarnung hinfällig, der Weg von den Kabinen zum Wasser war dagegen tödlich. Mückenspray war in der Tat praktisch unwirksam. Die Jungs taten uns leid, aber einmal im Wasser waren die Stiche erstmal vergessen.
Der See hat hat keinen Abfluss und so konnte ich mich dank des fünfmal höheren Salzgehalts als der der Ozeane bequem im Wasser treiben lassen.
Das Abduschen und der Sprung ins rettende Auto gingen schneller. Und später konnten wir das Abendbrot sogar stichfrei ausserhalb des Trailers verputzen.
Den nächsten Tag haben wir weitgehend in der Stadt verbracht.
Das Treehouse Museum hiess nur so, aber ein kleines Eisenbahnmuseum in Ogden war nochmal was für die Jungs. Auch vom Mittagstisch aus konnten wir Züge beobachten.
Vor der Rückkehr zum Camper haben wir das Besucherzentrum ausgiebig genutzt. Die Jungs durften sich eine Reiserrinnerung aussuchen. Felix entschied sich für ein Segelboot, Henry für einen Blue Heron in Plüsch.
Schlusslicht.

Mit dem Salzsee beschliessen wir definitiv das letzte Kapitel "Big Trip West". Was noch kommt, verbuchen wir eher unter "das Beste draus machen."

Frühstück vor dem Abrücken. Die Mücken haben offensichtlich auch Hunger, wir bleiben im Trailer. Dabei hätten mich die Viecher beihnahe um diesen Wink des Himmels gebracht. Was für ein Glücksfall. Und wie passend.




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