April 2014

Jütland, Dänemark










Memento Mori!

Bedenke, dass Du sterblich bist!



Ein Wunsch auf Felix' und Henry's Liste für unsere Schwedenzeit war ein Besuch im Legoland. Sowenig wir Legoland von uns selbst aus vorgeschlagen hätten, sosehr war klar, dass wir damit einen kurzen Aufenthalt in Dänemark verbinden wollten.
Kein Ort in Dänemark soll mehr als fünzig kilometer vom Meer entfernt sein, warum sollten wir uns also Quartier in Billund suchen und entscheiden uns somit für eine Hütte direkt an der Nordsee, Westjütland.

Die Anfahrt zieht sich, zehn Stunden mit Pausen, aber die Jungs sind darauf vorbereitet und voller Erwartung und halten dementsprechend gut aus. Die Brücken und Tunnel in Dänemark erzeugen dann etwas Spannung nach dem Ende der Flimmerstunde im Auto.

Die letzten Meter der Anfahrt legten wir im Regen zurück. Einmal angekommen, hatte es aber aufgehört und wir rannten ziemlich gleich erstmal die Dünen hoch.



Der Wind hat uns fast umgeblasen, Henry lief die Spucke übers Gesicht - im Bild unten allerdings dann nicht mehr - und wir freuten uns auf die kommenden Tage. Zumindest solange, bis Henry gleich erstmal (und das letzte Mal) ordentlich ins Wasser gefallen ist.



Die Betten waren schmal aber bequem, wir haben alle gut geschlafen und auch Henry war guter Laune - und das jeden Morgen. Eine Uhr brauchten wir dieser Tage nicht, die Sonne regelte unser aller Bettzeiten.



Unsere Hütte liegt in vorderster Reihe. Nur über die Düne, dann sind wir schon am Strand.



Der Wind treibt das Wasser extrem weit ins Land. Die Jungs stürzen sofort los. Starke Rückströmungen gibt es hier im vorderen Bereich keine.



In Ermangelung von Schippe und Schaufel - wer hat sie wohl vergessen - mussten Löffel herhalten.



Nicht lange und das Wasser schwappte doch ordentlich in die Stiefel - bei Henry sowieso, mich hat's auch erwischt, Felix kam immer am besten weg.

Aber am Nachmittag waren wir alle wieder da.



Aber man muss schon aus Schweden kommen um überhaupt Gummistiefel im Gepäck zu haben. Bis auf andere Kinder waren wir die einzigen weit und breit.



Henry in seinen Momenten gibt immer ein gutes Motiv ab.



Ich fotografiere unsere Jungs so gerne.



Wir bleiben noch ein Weilchen und verknuseln uns dann in die Hütte. Wir haben keine Gadgets dabei und müssen uns die Zeit so vertreiben. Für Jana und mich ist das weniger ein Problem. Gegen Abend hilft der Kanonenofen. Felix darf Holz schichten und anzünden.

Am nächsten Morgen kommen die Jungs auf die Idee eines der kurzen Lego Movies anschauen zu wollen. Das wir deutsches TV empfangen, verraten wir ihnen natürlich nicht. Witzigerweise spielt das Gerät nur die dänische Sprachspur der DVD, obwohl laut Cover eigentlich nur Englisch und Deutsch laufen sollte. Schneller als erwartet sind wir damit also auch durch.

Wir sind also nicht böse und können endlich an den Strand.



Der Wind bläst immer noch was er kann.



Und arbeitet die Steine schön aus dem Sand.



Henry hat's auch nicht leichter.



Wie wir lernen, sind besonders im Frühjahr die Schaumquallen aktiv. Felix versucht, sich den aus der Masse lösenden Schaum zu erwischen.



Die kräftige Wind fördert unablässig Sand zwischen Haus und Düne, so dass wir zuschauen können wie er sich am Fenster langsam aber stetig auftürmt und aberwitzig kleine Spinnen und Käfer dem zu entrinnen versuchen.



Felix hatte in der Früh eine schöne Sandfestung gebaut, aber nach dem Mittag bereits war sie kaum noch zu erkennen.



Es ist angenehm, am frühen Nachmittag in der warmen Hütte die Beine hochzulegen.



Aber das Wetter ist sonniger als vorhergesagt, also tigern wir noch mal zum Strand.



Diesmal in die andere Richtung.



Begeistert ist meine Familie nicht wirklich, aber immerhin kann ich sie zu den "Skulpturen" lotsen.



Felix mit seiner Entdeckernatur nimmt eine Müllburg in Augenschein.



Sandstrahlen.



Die Familie hat schnell erstmal genug, ich laufe noch 'ne Meile und mache noch ein paar Fotos.



Felix und Henry waren schon ungeduldig, am Dienstag war es dann soweit: Legoland. Dreiviertel Neun bereits sassen wir im Auto, ganz verblüfft, dass schaffen wir sonst nie.


Die Anfahrt dauerte dann doch und trotz Vorsaison staute es sich bereits vor dem Parkplatz und dann erst recht am Eingang. Wie üblich rückten uns die Leute in der Schlange auf die Pelle, als ob es dadurch schneller gehen würde.
Felix und Henry sind erstaunlich gelassen und geduldig. Aber offensichtlich geht es hier um was.



Viele Details und schöne Konstruktionen nehmen uns in Bann. Aber sonst versuchen wir in erstaunlicher Gelassenheit uns auf die ausgesuchten Highlights zu konzentrieren.



Die Aufsicht brüllte über die Lautsprecher das Fotografierverbot im Tempel. Hatte ich halt übersehen, aber ein paar Bilder waren schon gemacht.


Gebrannte Eltern hatten uns geraten, den Lego-Shop schon vor Besuchsende anzugehen. Henry wusste sofort was er wollte und durfte es einsacken, Felix konnte sich nicht entscheiden und wir versprachen später noch mal reinzuschauen. Der Witz war allerdings dann, dass wenn es nach Henry gegangen wär, wir nach Hause hätten fahren können. Nicht mal das neue Haunted House hat ihn mehr gereizt. Zu schade.

Jana hat sich also angeoten mit Henry auf dem Spielplatz rumzuhängen, während Felix und ich die Geheimnisse entschlüsseln gegangen sind.
Die grosse Masse rammelt lärmend durch, Felix nimmt sich immer Zeit für alles.



Mir hat das Spiegellabyrinth besonders gut gefallen.



Ich hatte ja keine Ahnung, aber Felix wusste aber sehr wohl vom "Free Fall". Nachdem wir nur ein paar Minuten gewartet hatten, kam Dr. Frankenstein persönlich auf der Suche nach zwei Freiwilligen für die letzten beiden verfügbaren Plätze. Felix wollte eigentlich erstmal gucken wie hoch wir fahren, dass heisst wie tief wir fallen würden, um sich dann zu entscheiden, aber nun sassen wir auch schon in der Gruft und nach seinen Enthusiasmus für den Rollercoaster hatte ich überhaupt keine Bedenken. Und klare Sache, lustig war's. Ich fand's sogar besser als die Achterbahn und Felix war sowieso wieder begeistert.


Wir treffen Henry und Jana wieder und machen noch mal einen Abstecher in einen anderen Teil des Parks und kommen so auch an den tollen Star Wars-Modellen vorbei.



Lego at its best.





Henry's Favorit ist Chima. Erinnerungsfoto.



Wie versprochen kehren wir noch mal in den Shop ein. Für unseren Vorschlag zu sparen kann sich Felix dann doch nicht erwärmen, aber über unsere Empfehlung für einen Ergänzungssatz aus der Technic-Serie ist Felix am Ende sehr dankbar.

Eine Viertelstunde vor Schluss sind wir alle bereit, den Ausflug zu beenden. Henry singt in einer Tour auf dem Weg zum Parkplatz und Felix schwärmt von den Attraktionen.

Um grösseren Krach während der Rückfahrt zu vermeiden, beschliessen wir die Figuren aus Henrys Set an diesem Abend noch zu bauen.



Henry kann dem zunächst weniger abgewinnen und diesem Bild fehlen auch ein paar Minuten, aber dieser Mondaufgang aus dem Fjord ist so schnell nicht wieder zu haben.



Den nachsten Tag gehen wir wir wieder sehr gelassen an. Wenn uns mal nicht gleich nach Losgehen ist, geniesse ich es, bei angelehntem Fenster und von der Sonne beschienen im Bett zu mümmeln und Musik zu hören.


Fast zu Mittag also erst fliegen wir an diesem Tag mal ins nächste Städtchen aus, leider haben wir keine Fahrräder dabei. Fisch in Variationen zum Mittag gibt's am Hafen.



Extra für diesen Trip habe ich uns endlich mal ein paar richtige Drachen besorgt. Der Wind hatte inzwischen die richtige Stärke erreicht und diese Dinger waren für die nächsten Tage der Knüller.



Das erste Mal einen Lenkdrachen oben zu halten und Kapriolen schlagen zu lassen, hatte ich mir schwieriger vorgestellt. Aber Felix hatte die Sache ruck-zuck im Griff.



Kaffeetrinken lassen wir ungern ausfallen, am späten Nachmittag aber waren wir zurück am Strand. Henry war mit seinem einfachen Drachen zunächst nicht unglücklich, aber später haben wir ein paar Mal auch gemeinsam den Lenkdrachen knallern lassen.



Meistens ging's gut, das Drachen-Techtelmechtel.



Henry hatte alles was er in diesem Moment brauchte.



Regentag, Bunkertag.
Nur ein paar Kilometer nördlich stehen auch hier Bunker des sogenannten Atlantikwalls.



Einen Teil der Anlagen konnten wir sogar begehen.



Zweitausendundacht tauchte der jüngste und dazu noch mit zurückgelassener Einrichtung versehene Bunker aus dem Sand auf.



Wo Felix ist, bin ich auch.



Am Abend reisst die Wolkendecke wieder auf.



Strand. Drachen.



Der Abend ist goldig.



Anstatt gleich in der warmen Hütte zu verschwinden, verbringen Felix und ich noch ein kleines Weilchen draussen, streuen trockenen auf den feuchten Sand.



Regentropfen haben schöne Muster erzeugt.



Ein neuer superber Tag. Blauer Himmel und genau die richtige Tüte Wind.



Henry möchte so gern auch schon einen Lenkdrachen steuern können. Um ihm trotzdem Freude mit seinem Skully zu machen, lasse ich mich vom ihm einwuseln.



Felix hat den Lenker inzwischen voll im Griff und der Wind ist perfekt. Ganz knapp kann er ihn über dem Boden schweben lassen. Wir machen ein Spiel daraus, dass ich versuche nach ihm zu greifen.





Mir sinds.




Die Rückfahrt verlief unaufregend. Der Zoll hat uns glücklicherweise nicht rausgewunken; dass die Menge Wein limitiert sein könnte kam mir erst da in den Sinn.

Die musikalische Assoziation mit dieser Reise ist das Album "The Origin of Symmetry" von Muse.


PS Jütland war mir erstmals von der Olsenbande her ein Begriff. Hängen geblieben ist er mir vor allem, weil sich damals mein Bruder und mein Vater scheckig gelacht haben über meine Verwechslung mit Jüterbog.

PS PS Felix und Henry entdecken den kleinen Dachboden in der Hütte. Dort steht ein alter Röhrenfernseher. Ich halte es zunächst für einen Scherz, Felix ergreift das Netzkabel und meint: Kabelfernsehen.




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