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Norwegen, Vor und um Gudvangen
Juli 2014


Am ersten Reisetag schafften wir es bis Oslo, auf das Bogstad Camp, aber wir machen keinen Stadtbummel oder Museumsbesuch, sondern verbringen dort nur eine erholsame Campingnacht.
In der Hütte gibt es kein Besteck oder Geschirr, wir wurschteln uns so durch und haben Spass beim Baden im See.

Farani
Gut, dass ich im Internet quasi bis zur letzten Minute vor der Reise unterwegs war und so noch auf den Farani River gestossen bin. Was für ein Glück, auf so was tolles war ich aus:
Natürliche Becken, Rutschen und Wasserfälle.
Wir sind nicht allein unterwegs, aber es ist Platz für alle.
Wir finden eine ruhige Stelle, flach für Felix und Henry, tief und mit Dusche für mich, und warmen glatten Stein fürs Picknick.
Das Wasser war klar und in einigen Becken schön aufgewärmt.
Felix und ich gehen ein bischen auf Entdeckung.
Ich bin am nächsten Morgen schon mal allein unterwegs, wollte mir mal etwas mehr Ruhe als am Vorabend gönnen. Meine Befürchtung, schon ein paar Leuten beim Plantschen zusehen zu müssen, war unbegründet.
Nach dem Frühstück sind wir alle vier noch mal auf ein ausgedehntes Bad.

Dieser Pool hier ist tief. Hätte ich es nicht ein paar Jungs vormachen sehen, wäre ich nicht auf die Idee gekommen: Sprung vom Rand. Hat mich aber einige Überwindung gekostet.
Die Perspektive machts. Das ziehe ich mir jedem Hotel oder Resort vor.
Lässig, so im Wasser zu liegen. Die einzige Unruhe kommt von den vorbeiziehenden Crogs der Jungs und vom Bilder schiessen.
Die Jungs haben es anderen Kindern nachgemacht und flache Stück als Rutschbahn genutzt. Ihnen geht es so gut.
Leider haben wir die nächste Station nur um einen Tag verkürzt, zwei wäre besser gewesen.
Aber nach diesen ingesamt erst zwei Tage in anderen, aufregenden Gefilden und ich fühle mich wie bereits seit zwei Wochen unterwegs.
Wir fahren weiter und es dauert nicht lang und wir sehen die ersten Restschneefelder. Henry hielt es kaum auf seinem Sitz. Das ist dann wohl richtige Sommerfrische.
Henry ist sehr mitteilsam, so erfahren nicht nur wir was ihn bewegt.

Gudvangen
Um es vorweg zu nehmen, Gudvangen war OK, aber wir hätten es auch nicht vermisst - wie wir jetzt wissen. Hatte mir extra die Gegend ausgesucht, weil ich vermeintlichen Menschmassen um den Geiranger Fjord aus dem Weg gehen wollte. Und der Trollstigen muss ja auch nicht wirklich sein, es sei denn man bezwingt ihn mit dem Fahrrad.
So einen Wasserfall vor der Hütte zu haben ist schon interessant. Interessant aber auch, dass sogar um diese Jahreszeit vor zehn am Morgen kein Lichtstrahl in dieses Tal trifft.
Henry mag The Outdoors. Da schlemmert sich das Müsli am besten.
Unterm Strich haben wir bekommen was wir wollten, aber irgendwie fehlte der Glanz. Beigetragen hat sicherlich der Campingplatz. Die Hütte war eher am unteren Ende, dessen was wir uns zumuten wollen, angesiedelt. Die Gegend war zwar nicht überlaufen, aber es fühlte sich alles so abweisend an. Am Ende fanden waren für uns nahe gelegene Badestellen am Fluss noch das Highlight.
Direkt vom Gletscher gespeist war es sehr erfrischend. Keine Hürde für die Jungs, und besonders Felix, der hier plötzlich seinen Faible fürs Hineinspringen und Tauchen entdeckte.

Ein gelegentlicher Regen kommt nicht wirklich überraschend.
Auf der Karte waren sie ja zu sehen, die Höhenlinien, ich brauchte also nicht wirklich überrascht zu sein, wie sich der Aufstieg zog. Ich kam auf die Idee, noch nach dem Abendbrot zu einem Bergsee aufzusteigen. Göttliche Himbeeren unterwegs und Feierabend-Wanderer, die locker an mir vorbeizogen. Der Bergsee war schön, aber die Wanderung war sehr anstrengend. Ich wollte es jedoch unbedingt wissen, so bin ich froh es durchgezogen zu haben, aber sonst hätte es nicht sein müssen.
Ich war erst gegen Mitternacht zurück. Gute fünf Stunden gestiegen. Zum Glück war es hell genug.
Der Amerikaner, dem ich kurz vorm Plateau begegnete, blinzelte noch munter in die Scheinwerfer, als ich mit dem Auto zurück zum Campingplatz rollte.

Stabkirche von Borgund
Die Kirche steht seit achthundert Jahren, ich sag mal, kein Wunder, so wie sie mit Teer voll gekleistert ist.
Aber natürlich schöne Holzarbeit.
Ohne Eintritt geht nichts, ich zahle, die Familie trollt sich.
Wir treffen uns wieder im Visitor Center. Da gibt’s Runen aus Silber, das fasziniert die Jungs eh mehr.
Ich mache eine Menge Bilder - für Jana's und meine Sammlung.

Stegastigen
Von unserer Station in Gudvangen versprach ich mir einen engen Fjord, mit Bootstour wenn gewollt, die Aurlandsfjellet-Tour und, na ja, den Stegastigen. Diese Passstrasse zwischen Aurland und Lærdal hat erst beim zweiten Mal geklappt. Beim ersten Mal merkten wir, dass der Sprit nicht reichen würde, beim zweiten Mal war gleich Stau am Anfang, wahrscheinlich ein Unfall oder Fahrkünstler, so sind wir durch den Tunnel zur Borgund Kirche und haben die Rückfahrt am späten Nachmittag gemacht.
Sommerzeit, Besucherzeit. Wir sind nicht die einzigen auf dem Stigen.
Auf der Rückfahrt entlang des Aurlandsfjord sieht das schon anders aus. Wir machen Pause. Ein Kinderlachen in der Nähe kommt von zwei Mädchen, die den ganzen Fjord für sich haben.
Wir halten in der Nähe des Passes, formen noch mal Schneebälle aus den Schneeresten.
Zurück am Platz ist noch Zeit für einen sprichwörtlichen Sprung in den Fluss.
Jana überwindet sich. Gut für Körper und Geist.
Felix geniesst es sichtlich. Er bibbert zwar vor Kälte, ist glücklich als wir zum Aufbruch blasen.
Am Abreisetag machen wir unsere Fjordtour: Übersetzen nach Kaupanger.



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