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Norwegen - Teil 3, Gegend um Mo i Rana
Juli 2014



Yttervik
Die Fahrt nach Mo I Rana als drittem Anlaufpunkt war die schlechteste der ganzen Reise. Ein hart gefederter Audi und diese Strasse ergaben eine ungute Paarung. Eine zusätzliche Pause wollte ich eigentlich nicht, musste ich aber machen, so durchgeschüttelt und ruhebedürftig fühlte ich mich. Im Restaurant hangen Bilder aus der Jahrhundertwende. Stolz zeigt eine Familie ihren Fang von nur innerhalb drei Stunden bestehend aus bestimmt über zwanzig riesigen Lachsen. Mir könnten da auch die Tränen kommen, aber nicht wegen des Jagdglücks.
Am frühen Abend haben wir es geschafft, Mo I Rana, das so genannte Tor zur Arctic, mit angeblich fernbeheizten Fußwegen.
Die billigen Hütten beim Yttervik Camping waren schon weg, aber mit dieser waren wir dann doch sehr zufrieden. Blick auf den Fjord. Vorbuchen war richtig; wie sich zeigte mussten Unterkunft Suchende noch am späten Abend weiterziehen.

Marble Castle
Das so genannte Marmorschloss wollte ich gleich am nächsten Tag sehen. Ausgewaschener Granit. Eine eher kleine Attraktion, aber mit der Wahrscheinlichkeit nicht überlaufen zu sein.
Das Wasser fliesst schnell, die Belichtungszeiten lassen ich zwischen Sekunden und deren Bruchteilen pendeln. Das Rauschen übertönt uns ohne Mühe, ab und zu schwappt mal das Wasser über unsere Beine.
Die Sonne bricht ein paar Mal durch und ich komme zu meinen Bildern.
Und, welche Hoffnung sich auch erfüllt hat, das Finden glitzernder Kiesel als Mitbringsel, nicht nur für uns sondern auch für Ethan und Gracaen.
und während es Jana und Henry fast schaffen, erwischt es Felix und mich volle Kanne: bis auf die Haut werden wir auf dem Rückweg durchnässt. Felix ist ein wenig sauer, aber ich finde es ist eine gute Erfahrung, und schließlich haben wir im Auto Handtücher und ein paar Ersatzklamotten – für mich allerdings nur Badehose und Regenjacke.

Da wir hier in Mo wieder ein paar Tage am Stück vor uns hatten, war auch mal wieder gute Gelegenheit einfach mal einen ganzen Tag lang nichts Grosses zu tun. Ein paar Kilometer in die Stadt für Lebensmittel, sonst den Rest des Tages am Platz, also auf dem Deck, wenn es nicht schauert. Aber auch im Bett liegen, mal mit Kopfhörer, bissi anderen Leuten zugucken, und zuweilen schauen, ob die Jungs immer noch in den Trampolins hingen. Vollkommen ausreichend.


Svartisen
Der Schwarzeis-Gletscher ist grösser als jede mitteldeutsche Stadt und leicht zu erreichen. Felix zuliebe nehmen wir das Boot über den See und wandern dann nur noch eine gute Stunde über Fels und Geröll.
Wir hatten bombastisches Urlaubswetter. Blauer Himmel und warm.
So eine Masse Eis hat schon was. Wir sehen ja nur einen Bruchteil. Die Farben überraschen mich dann doch.
Man soll es ja nicht tun, und der Fall zweier verunglückter Eltern von zwei Jungs nur wenig später an einem anderen Gletscher zeigt die reale Gefahr, aber ich habe mich mal für ein paar Bilder unter einen tropfenden Überhang gestohlen.
Wie gesagt, meine Neugierde war gross.
In sicherer Entfernung gab es genug Eis für Felix zum Hantieren.
Wir hatten eine gute Zeit zusammen. Der Weg war insgesamt nicht zu beschwerlich, obwohl Felix auf dem Rückweg die Beine doch schwer wurden. Über den See nahmen wir wieder den stinkenden Diesel voller Schaulustiger mit Sandalen.



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