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Cesky Krumlov
September 2014



Endlich mal
...besuchen wir Cesky Krumlov. Das stand schon immer auf meiner Wunschliste, war aber nie in Reichweite. Warum also nicht jetzt also, auf der Rueckreise von Graz nach Schweden. Unsere Jungs durften immer noch bei den Grosseltern sein, ideale Bedingungen also.
Richtig aufmerksam geworden bin ich ja durch die Schiele-Ausstellung in Graz Ende der Neunziger und dann besonders durch den damaligen Freund einer Freundin Jana’s. Der war ein bischen wie ich, fremden Leuten erstmal nicht freimuetig zugetan, aber nach dem gemeinsamen Abend in einem Dresdener Gartenlokal sollten wir auf dem Heimweg unbedingt bei ihm vorbeischauen, weil er mir einen grossen Schwarzweiss-Druck von Cesky Krumlov mitgegeben wollte. Den habe ich immer noch und nun waren wir das Staedtchen auch selbst gesehen.

Strategisch guenstig gelegen, das heisst weit genug von Prag und deutschen Landen entfernt, auch die oesterreichische Anbindung ist frei von Autobahn, so dass meinem Eindruck nach relativ weniger Touristenrummel als in Prag herrscht. Gut für uns.


Wir hatten ein Zimmer in den Zamecka Apartma. Die Internetpraesentation war verheissungsvoll und wir freuten uns drauf - und wurden nicht enttaeuscht.


Es wohnte sich sehr angenehm dort. Alles war sehr simpel, kein Verkehrslaerm, keine Ablenkungen. Von unserem Zimmer ueberblickten wir einen kleinen Platz und konnten den Schlossturm sehen.


Dort selbst sind wir nicht hochgerammelt und fussmuede haben wir uns auch nie gelaufen, aber die Altstadt ist klein und geschlossen, so dass wir manche Gasse mehrfach abgegangen sind.


Immer auf der Suche nach stilistischen Kleinods und guten Einkehrmoeglichkeiten.


Just zu dieser Zeit wurden offensichtlich Szenen fuer einen mittelalterlichen Film gedreht. Das war natuerlich sehr passend.


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Das Essen war ’ne Wucht. Logischerweise waren wir auf Gulasch oder Schweinebraten und Knoedel aus. Das Bier hatte ich aber sueffiger in Erinnerung von meinen mehrfachen Reisen nach Prag und anderswo mit meinem Bruder und Kumpels aus der Lehrzeit.


Begeistert bin ich dagegen vom aufgegossenen Kaffee im Glas. Ich glaube, da liegt man nicht ganz richtig, aber das hiess frueher bei uns tuerkischer Kaffee. Ohne Trubel auf der Bank vorm Cafe mit einem leckeren tschechischen Honigkuchenstueck, mehr brauchten wir nicht. Wir hatten nicht das Gefuehl, das das Angebot grossartig an Touristen angepasst worden waere.


Der Turm ist omnipraesent, auf unseren Spaziergaengen wir sehen ihn zu jeder Tages- und Nachtzeit.

Zwei Naechte nur halten wir uns in Cesky auf. Aber wir haben alle Zeit für uns und die Tage erscheinen wie eine kleine Ewigkeit.
Ich war schon immer gern bei den Tschechen.


Am Abend sind wir schon in Berlin, aber das ist schon der naechste Absschnitt. Bevor wir allerdings die Autobahn nach Prag erreichten, draengte ich uns zum Mittagessen. Danach wuerde es nur schwieriger werden was ordentliches zu erwischen. Wir hatten Glueck und landeten im Pycely (Pee-sche-ly) im gleichnamigen Ort. Das muss man sich merken. Wie gehabt, Knoedel und Braten und ein Bier, sehr gehaltvoll, aber unvergesslich.
Ganz unbeschadet kam ich aus diesem Urlaub nicht nach Hause, es hat ordentlich gedauert, bis ich die Pfunde wieder los war. Aber da kann ich auch mal sagen, das war es mir wirklich wert.



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