März 2015

Fulufjället





Nachdem ich Matthias vom Tourengehen auf den Lofoten habe schwärmen hören, schlage ich ihm ein paar Tage später eine gemeinsame Crosscountry-Tour im Fulufjället vor.
Es war eine gute Tour, die äußeren Umstände waren fantastisch. Das Wetter war voll nach meinem Geschmack und ich bin zu einem guten Haufen Bilder gekommen.
Solche Touren sind auch immer Gelegenheit sich und andere besser kennenzulernen, heisst es immer.



Usse hat verschlafen, ich hätte also getrost dem Fünf-Uhr-Weckerklingeln zustimmen können.
Lockere sechs Stunden Fahrt bei Neuschnee, mit bewährten Stopp beim ICA in Falun, und wir starten die Tour bei wolkenlosem Himmel bei noch ausreichend Licht.



Bald können wir auf den Winterwanderweg einbiegen und haben das Fjell für uns.
Ein Blick zurück zeigt nochmal das Tal schon weitgehend schneefrei.



Aber bald sind wir tief genug im Fjell. Es dauert nicht lang und ich falle zurück, die Bilder halten auf.



Herrlich lange lange Schatten.



Bis auf den Aufstieg zum Fjäll – der Schnee hat die wenigen niedrigen Bäume verschluckt – kommt mir bald jeder Meter bekannt vor. Intensiv habe ich die Wanderung mit Felix vor eineinhalb Jahren vor Augen.



Wieder fiebern wir der Tangsjöhütte entgegen, die sich dann wieder plötzlich in einer Senke auftut.



Ob der Spuren eines Hundegespanns hatten wir volles Haus vermutet, aber letztlich lehnt nur ein paar Skier am Haus. Wir begrüßen Pablo, der schon einiges hinter sich hatte und der nicht alt wird an diesem Abend. Matthias will sein Schwedisch anbringen, aber Pablo versteht ihn nicht. Wir machen weiter mit Englisch.



Ehe das Licht ganz schwindet springe ich noch mal draußen rum.



Von Westen zieht was auf.

In der Nacht werde ich vom Fauchen im Abzug wach. Lässt sich aber nichts dagegen machen. Ich riskiere noch einen Blick nach draußen und haue mich wieder hin.


Am Morgen geht der Wind immer noch. Der Blick zum und aus dem Fenster ist betörend. Mir schlug zwar ein „Ich weess nich was daran affengeil sein soll“ entgegen, aber so ein Wetter ist doch mal eine kleine Herausforderung. Außerdem hat der Tag ja gerade erst angefangen.



Ussi mussi, sorry Matthias



Als ich zum Outhouse hirschelte, zwängte sich etwas Blau durch die Wolkendecke.



Ich mag dieses wechselnde Licht, das mich immer wieder mit der Kamera zum Fenster rennen läßt.



Schließlich hosen wir uns an und machen uns auf die Runde. Wir lassen das Gepäck zurück und nehmen nur etwas Verpflegung und die Kamera mit.



Für den Rest des Tages blieb es zugezogen, aber wir hatten gute Sicht.



Eine Essenspause machen wir an der Bergadalshütte und wundern uns, was die Leute alles so ins Besucherbuch schreiben.



Für den Rückweg zur Tangsjöhütte wollen wir querfeldein. Für irgendwas muss Matthias' GPS ja gut sein. Es geht etwas bergauf und wir bewegen uns eine Zeitlang auf gleicher Höhe und nicht mehr als dreißig Meter voneinander entfernt. Plötzlich bleibt der gute Mann stehen und schaut sich um. Ich nutzte die Situation zum Verschnaufen. Nach gefühlten drei Minuten, während der er unentwegt zurück in Richtung Hütte schaut, fange ich an, langsam weiter den Hang hinaufzugehen, halte aber wieder inne, und endlich schaut der Kerl auch mal in eine andere Richtung und an seiner Reaktion sehe ich, dass er nach mir Ausschau gehalten hat. Kaum bei mir konnte ich mir aber was anhören: Wir sollten besser zusammenbleiben, ihm macht das ja nichts aus, er habe ja schließlich das GPS, White out und so und er dachte ich sei zurückgelaufen. Häh?!



Wir bleiben schön zusammen. Eine gute Weile jedenfalls. Einer muss ja.



Am letzten Kamm mit der Hütte in Sichtweise gebe ich mir noch eine Runde da oben. Der Wind bläst heftig, aber keineswegs kalt. Die Klamotten halten wunderbar dicht und ich lasse mich ein wenig beuteln. Die Sonne bricht immer mal wieder schemenhaft durch. Ich pilgere zuem Steinmännchen auf der Storhön.



Den Abend verbringen wir mit Holzhacken und bei Spaghetti und ich höre im Bett noch etwas Musik, Biffy Clyro, das passte ja schon einmal so gut.
Der Wind frischt wieder auf und Ofen und Abzug geben ihr bestes.



Der Abreisemorgen hat’s wieder in sich. Die Scheiben sind schneeverklebt.
Jetzt haben wir wirklich ein White out.
Wir gehen es in Ruhe an, packen und machen gut sauber.



Die Skier im Vorraum zu lassen bzw. vor dem Einsatz nicht akklimatisieren zu lassen war ein Fehler. Aber wir schlagen uns durch. Der meiste Schnee ist eh weggeweht und wir segeln übers blanke Eis.



Es dauerte nicht lange und es war ein Ende des durchziehenden Wetters zu erahnen.



Das Aufreissen der Wolken sind immer die schönsten Momente.
Das Licht wechselt so schnell, ich komme gar nicht hinterher.



An der Schutzhütte machen wir wieder einen Stopp.



In der Ferne trollt sich der Sturm. Wir müssen aber nun die Richtung ändern und der nächste Wind ist schon im Anmarsch.



Die Abfahrt vom Fjäll ist spektakulär. Für mich nicht so sehr ob der Skifahrt. Ich bin wahrlich kein Experte und schon gar nicht auf diesem Eis. Aber das Licht hat mich umgehauen – schieben wir es darauf :)




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