Juni 2015

Enskär





We choose our joys and sorrows long before we experience them.

Khalil Gibran






Ich lasse mich nicht lumpen und nehme die ganze Mittsommerwoche frei. Was soll der Geiz, wer will schon was dagegen sagen.
Wir haben zwei Hüttenreservierungen und entscheiden uns für die längere.
Für Mittsommer waren wir bisher nur in Torekällberget, dem lokalen Freilichtmuseum mit Tanz um den Maibaum. Aber zum Abschluss unseres Schwedenaufenthaltes wollten wir mal in die Schären. Um Stockholm ist schwer was zu bekommen bzw. sind die Preise unverschämt wenn man nicht gerade jemanden kennt. Die Hütten des Schwedischen Touristenvereins weiter nördlich bei um … sind daher ideal für uns.
Fast wäre es noch schief gegangen, just an dem Tag standen wir in einem Stau auf der Autobahn. Aber da wir die einzigen Gäste waren, hat das Taxi-Boot auf uns gewartet. Außerdem waren die STFler so nett, uns mit zwei großen Kanistern Frischwasser auszuhelfen. Auf der Insel gibt es ja nur Ostseewasser, was zwar nur sehr schwach salzhaltig ist und damit gut zum Duschen, aber zum regulären Trinken dann doch nicht geeignet ist.


Witziges Gefühl als das Boot abdampft, mit dem Wissen, dass es erst in vier Tagen wiederkommen wird.

Die Hütten sind ziemlich neu, sehr angenehm, schnell nehmen wir sie in Besitz.



Klar, wir tummeln uns am am Bootssteg und Felix und Henry klettern auf die Felsen. Zum Baden ist uns (noch) nicht zumute.
Nasse Strümpfe blieben nicht aus bei der Jungs Kapriolen.



Hüttenleben at its best. Bis auf Selbstversorgung keine Pflichten.
Henry malt ja fuer sein leben gern.



Zu Lesen hatten wir auch mit.



Die Abende waren recht frisch, aber anziehen kann man sich ja immer was.



Da kommt der Holzofen sehr gelegen. So ein guter ist mir übrigens noch nicht untergekommen. Hat eine Klasse Wärme geschmissen, liess sich wunderbar regeln und die Glut hielt die ganze Nacht.



Natürlich machen wir auch den Wald unsicher, wandern zur Bucht auf der anderen Seite.
Henry zeigt uns was er im Kindergarten gelernt hat, welche Gräser man essen kann. Die Welt kann so in Ordnung sein.
Und was gibt es schöneres als morsches Holz zu zerschlagen und auf Felsen zu klettern.



Astrid Lindgren’sche Szenen



Habe ich schon gesagt, dass die Hütte über Maßen komfortabel ist?
Wir würden jedenfalls auch ohne Strom auskommen, dann hätten sich die Nachbarn ihr Radio sonstwo, aber was sollen wir tun, es ist ihr Mittsommer. Allerdings genossen auch wir die warme Dusche.



Abends schmeißen wir die Sauna an, was sonst. Das Highlight überhaupt. Geheizt wird mit Holz, das Fenster gibt den Blick frei auf die Ostsee, was will man mehr.



Und natürlich müssen wir ins Meer zum Abkühlen, daran führt kein Weg vorbei. Neben dem Bootssteg gibt es einen guten Einstieg und sandigen Boden zwischen den Steinen.
Die Jungs sind begeistert und wir Männer drehen noch ein paar Runden.



Zu anderer Gelegenheit zeigen uns die Schweden wie man es auch machen kann. Mit offensichtlich ein paar Bier intus springen sie vom Steg direkt ins tiefe Wasser. Also lassen wir uns auch nicht lumpen und steigen weiter hinten ein um abzutauchen.



Nach vier Runden mussten wir den Jungs aber Einhalt gebieten. Die Saunahitze konnte die Tauchgänge nicht mehr kompensieren.
Die Bilder sprechen Bände.


Zur Mittsommernacht erlebten wir einen schönen Sonnenuntergang. In diesen Breiten versinkt die Sonne zum Glück ja noch hinter dem Horizont, sonst kämen wir gar nicht zum Schlafen.



Felix hat es sichtlich berührt.



Am Abreisemorgen hatten sich alle Wolken verzogen und wir füllten die Zeit bis zum Eintreffen des Bootes mit Baden.






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Das war’s dann so ziemlich mit Schweden. Ein paar Tage noch, dann kommt die Umzugsfirma.
Auf Arbeit tummle ich mich noch drei Tage. Den Papierkorb füllen, Daten schieben und so. Und Essen wollte die Mannschaft auch noch mit mir gehen.


Abschied nicht ganz leichten Herzens.




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