Juni 2017

Kleine Europarundreise, Juni 2017






People who think they know everything are a great annoyance to those of us who do.

Isaac Asimov



Eigentlich hatten wir für 2017 gar keine Reise im alten Kontinent geplant, sondern wollten mehr Zeit für den Trip aufwenden, der diesem zwangsläufig folgt. Aber was tut man nicht alles für die Familie. Aber wer uns kennt weiss, dass wir also gleich was Ordentliches draus machen - wenn schon denn schon.




Also treffen wir gute Freunde in Schweden, besuchen die Nichte mit Familie in Berlin, beehren den Bruder in Dessau und die Mutter in Naundorf mit einem Besuch, fahren zu den Schwiegereltern nach Löbau, lassen die Jungs bei ihnen, verbringen ein paar Tage in Olomouc, besuchen Helmut und Familie in Graz, machen auf der Rückfahrt nach Löbau Station in Budweis, sind also noch ein paar schöne Tage in Löbau und erledigen noch auf der Fahrt zurück nach Stockholm einen kurzen Abstecher in Dresden.




Wir haben Schweden gleich an den Anfang gelegt. So lag es nahe mit SAS zu fliegen und die vermaledeite United Airlines zu vermeiden. Von Chicago sind es auch nur knapp neun Stunden bis Stockholm. Und mit einem späten Abflug gegen halb elf hatten wir eine gute Kernzeit Ruhe und wurden nicht schon wieder kurz nach Mitternacht hochgejagt. Wir hatten Glück und viel Beinfreiheit dank unserer Plätze direkt hinter Economy Plus.



Södertälje, Schweden

Keine Frage, der Hauptgrund für den Abstecher nach Schweden war ein Wiedersehen Henrys mit seinem Freund Martin. Die beiden haben sich doch tatsächlich über die letzten zwei Jahre nicht vergessen, im Gegenteil. Henrys Schwedisch hat zwar sehr gelitten, dass heisst er mag es nicht mehr sprechen, versteht es aber, und Martin hat inzwischen prima English gelernt. Bei den beiden hat es sofort geklickt.


Gaetano ließ sich nicht die Butter, also die Tomaten von der Pizza nehmen und hat uns köstlich verköstigt. Wenn wir nicht so geschafft nach dem Flug gewesen wären, hatten wir die Nacht noch mehr zum Tag gemacht, aber auch so hat es uns noch genug Handkante gegeben.



Jedenfalls hat Henry gut Zeit bei Martin verbracht, Jana hat in der Zwischenzeit Hanna besucht, ich war mit Felix etwas Klamotten shoppen. Gaetano hat es überhaupt nichts ausgemacht, Henry auch noch den Nachmittag bei ihm und Martin verbracht. Wir sind derweil zu Matthias gefahren. Immer wieder schön und erfrischend und notwendig frei von der Leber weg gemeinsam im besten Sächsisch "über die Welt herzuziehen".

Und zu meiner grossen Überraschung war gerade Daniel zu Besuch bei ihm. So machte es nicht viel aus, als wir am Montag in illustrer Runde mit ehemaligen Kollegen in der Scania-Cafeteria keine Zeit mehr füreinander hatten.

Das Wiedersehen mit den ehemaligen Kollegen war sowieso besser als erwartet. In der ganzen Reisevorbereitung ist uns nämlich die europäische Feiertagsregelung leider erst viel zu spät in den Sinn gekommen. Der Montag war ein Brückentag, aber neben Matthias, Daniel, waren auch Andreas, Hakan, Henrik, und Eric da. Das Essen war Nebensache. Ich hätte gerne ein paar Bilder von der Runde. Aber Per hat natürlich den Vogel abgeschossen, als er immer wieder angefangen hat, mir von neuen, tollen Sachen mit Cummins zu berichten.

Nicht vergessen wollen wir unseren Besuch bei Gustafssons. Da waren wir alle zusammen. War sehr angenehm und entspannt. Axel ist extrem gewachsen. Und ihr Rhabarberkuchen hat uns auch gut geschmeckt.

Unser allererstes Ding überhaupt aber nach dem Mietwagen ausleihen war ein Abstecher beim Panda auf dem Weg nach Södertälje für der Jungs Lieblingsessen. Das haben wir gleich mit einem Grosseinkauf beim ICA für die nächsten insgesamt drei Tage verbunden.

Wir hatten ein Haus über Airbnb gemietet für die drei Tage in Södertälje. Hatte allerdings etwas gedauert, bis wir vor der Tür stehend den richtigen code ertelefoniert hatten. War alles sehr schön und lässig. Es sah so aus, als ob alles, was wohl normalerweise die Ablageflächen bevölkert, hastig in darunter- und umliegende Schränke gepfeffert worden war. Die Schweden.



Sehr interessant, wie schnell wir uns heimisch gefühlt haben. Bis auf wenige Ausnahmen kannten wir noch alle Wege.
Natürlich sind wir auch mal die Lokevägen hoch und runter gefahren. Das Haus wurde offensichtlich in ein Mehrfamilienhaus umgebaut. Ja, die Belegung ist im Umbruch.




Berlin, Dessau, Deuben, Löbau


Nicht die billigste Variante, aber mit Norwegian Air kamen wir gut von Stockholm nach Berlin. Wieder relativ spät, so hatten wir noch den ganzen Tag für Södertälje. Robert hat uns abgeholt. Er hat uns bewundert, mit wie wenig Gepäck wir reisen.



Die drei Tage bei Vivien, Robert und Sophia waren entspannt. Natürlich bekam Sophia viel Aufmerksamkeit und wir hatten alle viel Zeit miteinander.
In der näheren Umgebung liess sich gut spazieren gehen und etwas deutsche Geschichte konnten wir den Jungs auch vermitteln.



Ich bin froh, dass wir es ins Pergamon-Museum geschafft haben. Das ist mir halt so hängen geblieben. Der Altar war zwar nicht zugänglich, aber Ischtar-Tor und Prozessionsstrasse finde ich sowieso wichtiger. Henry war dann zwar beizeiten geschafft, aber Felix hat alles fotografiert.



Reichstag, Kanzleramt, Alex, usw. sollten die Jungs natürlich auch mal sehen. Und ich bin mir sicher, an den Bundeswilli erinnern sich sich auch gern.



Die Mietwagenausleihprozedur in Deutschland habe ich unterschätzt. Als Deutscher in Deutschland kriegt man einen gebuchten Wagen schwerer ausgehändigt als Amerikaner in Schweden, Fakt. Ganz klar, ich hätte besser vorsorgen können, aber egal, nach zwei Stunden Dokumentenbeschaffung war auch das erledigt und wir düsen mit etwas Verspätung aber immer noch pünktlich zum leckeren Kaffeetrinken nach Dessau zum Bruder. Silvia's Kuchen war Klasse.


Wir haben uns quasi den ganzen Nachmittag und Abend nicht aus dem Haus begeben (von einer kleinen Tour zum Gaststätten-Check mal abgesehen) und das war gut so. Wir hatten eine wirklich gute Zeit wie ich fand. Andreas und ich haben unsere Jugend und die Familie bearbeitet und Altes und Neues zu Tage gefördert. Ich sag immer, von nichts kommt nichts. Der Rest der Bande hat fleissig Karten gespielt.


Vor der Weiterfahrt am nächsten Tag nach Deuben/Naundorf zur Mutter waren die beiden noch mal bei uns in der Pension. Ich sag ja, von nichts...
Kommunikation ist ein komplexes Ding, aber manchmal laufen die Dinge wie erwartet. Angekündigt hatte ich unser Kommen und unsere Pläne ein paar Monate vorher. Seitdem gab es keinen Kontakt. Andreas wollte alles genau wissen und meine Mutter war dann bestens vorbereitet.

Also Mittagessen, Friedhof, Kaffeetrinken.
Mittag im Ratskeller in Hohenmölsen (Felix hat von sich aus Spätzle probiert und sie haben im geschmeckt). Auf dem Friedhof hätte ich gern für die Jungs ein paar Worte über ihren Opi von meiner Mutter gehört, aber sie wollte nicht. Schade, wieder eine Chance vertan.
Na ja, noch auf ein ausgedehntes Eis und Kaffee und Kuchen im Städtchen und weiter nach Löbau.


Bevor sich Jana und ich auf die Socken nach Graz machten, hatten wir einen Tag Ruhe und zum Akklimatisieren für die Jungs in Löbau eingeplant. Wir gingen also maximal in den Garten. Jana und ich bezogen Quartier zwei (Neubau-)Blöcke weiter.




Mit'm Zug

Wie denn sonst? Na ja, haben uns überlegt, dass wir zwei eigentlich ganz gut nur mit Rucksack unterwegs den Zug für die Fahrt durch Tschechien nach Graz und zurück nehmen könnten. Sollte weniger Stress bedeuten, mehr Zeit zum Lesen oder Tagträumen zum Beispiel, auch nicht mal teurer. Auch fährt man immer recht zentral ab und an, also dort wo wir sowieso unsere Unterkünfte über Airbnb gebucht hatten.


Und es lief alles bestens, wie meine Grossmutter gesagt hätte. Die leidigste Strecke war noch die touristenvollbesetzte Bahn von Dresden bis Bad Schandau. Danach war Ruhe. Die Buchung über das tschechische Portal war günstig. Und unsere Platzkarten waren oft nicht nötig. Die Klimaanlage lief zu neunzig Prozent und selbst mit 'ne Flasche Wasser wurde aufgewartet. Die Verbindungen haben alle funktioniert, die Wartezeiten waren kurz. Im Wagen verspeisten wir unsere immer frisch gekauften Käse-, Brot- und Kuchenleckerli.


So eine Fahrt durch Böhmen und Mähren ist jedenfalls wunderschön. Müssten wir öfter machen, dass ich mich nicht immer gezwungen sehe, die Kamera bereit zu haben.




Olomouc (Olmütz), Tschechien


Olomouc ist abgelegen genug, hier scheint die Welt noch in Ordnung, Knödel und Bier schmecken, und zwischen alten Gemäuern und auf Plätzen, von denen es heisst, dass sie Prag Paroli bieten können, laesst sich gut spazieren gehen.



Airbnb ist ja etwas in Verruf geraten und hier hatten wir auch eine der zwei aus insgesamt neun von uns gemieteten Wohnungen bzw. Häuser, die wohl tatsächlich nicht geteilt werden, sondern nur der Vermietung dienen. Aber ein paar Minuten nur bis zum Marktplatz mit grosser Auswahl an Lokalen und Cafes.



Den Rest der Welt ausblendend wird ein grosses Trara um den Käse, im Grunde nur Harzer oder auch Handkäse, gemacht, aber andererseits auch wieder richtig, denn so ein paar Stücken auf einem Schnittchen Schwarzbrot mit einem kräftigen Kaffee ist oftmals alles was mein Herz begehrt. So ein bodenständiges, ehrliches Essen, für kleines Geld, fernab des Trubels ist eine ganze Reise wert.



Apropos Kaffee, ungelogen, einen besseren als nach dem Gulasch mit Schwarzbier im Snyt Mikulda haben wir waehrend der ganzen letzten und kommenden Tage nicht getrunken.

Und weil gerade beim Essen sind. Wir waren nicht immer im Snyt zum Abendessen. Bei unseren Streifzügen haben wir mal eine etwas abgelegene Villa mit Restaurant entdeckt, wobei die Tochter der Familie auf einem Klimt-Gemälde verewigt ist. (Erst vor kurzem hatten wir einen Spielfilm über die Rückerstattung Klimtscher Porträts gesehen und fanden das also sehr interessant). Nette Plätze im lauschigen Gastgarten. Steak Tartar. Klang gut und war preiswert. Warum nicht mal eine Abwechslung zum obligatorischen Gulasch probieren? Die warnende Stimme im Hinterkopf (Na, warte mal) habe ich überhört. Was dann kam war - Steak Tartar, also frisches Gehacktes. Mit stark in Öl geröstetem Brot und drei fetten Knoblauchzehen als Beilage. Aber – es hat geschmeckt, und das sogar fantastisch. Ein richtiger Treffer. Der Kellner hat ein paar mal verstohlen geguckt, ob ich es wohl auch verputze, zumindest bilde ich mir das ein. Zum Spass haben wir dann die übrig gebliebenen zweieinhalb Zehen anderweitig entsorgt.


Ansonsten, wer kann, dem empfehlen wir mal eine Portion russisches Staatsfernsehen. Sehr unterhaltsam. Hatten wir alles auch mal.




Mit'm Zug


Beim Umsteigen in Prerov sehen wir ein interessantes automatisches Fahrradparkhaus.



Und was wir all die Jahre in Graz nie gemacht haben, eine Bahnfahrt über den Semmering, holen wir jetzt zwangsläufig nach. Hamma jetzt also auch mal gesehen.




Graz, Oesterreich


Das sage und schreibe vier der anvisierten Treffen ins Wasser fielen bzw. gefallen lassen wurden hatte auch was gutes, so blieb mehr Zeit für Helmut und für unsere Wege durch Graz. Auf denen wir fleissig fortsetzten, was wir in Södertälje begannen: Ist ein Umzug nach Europa für uns derzeit eine Alternative? Und wie schon beim letzten Mal kommen wir zu dem Schluss, dass Graz es nicht auf die Liste schafft. Dazu muss man sagen, es sind ja wir, nicht die anderen. Wir würden sterben.



Es gibt natürlich die vielen kleinen, gemütlichen Ecken in der Stadt. Im Umland findet man auch schöne Gegenden. Man kann sich gut ernähren - ich bin begeistert, dass man beim Auer zum Mittag einfach so einen Salat und dazu einen Aufstrich mit einer frisch abgeschnittenen Brotscheibe bekommen kann - aber all das reicht halt nicht.



Anyway, mit Helmut war es wie es sein sollte. Mehr als die Entfernung trennt uns nicht. Immer mal wieder gut zu checken, ob man noch richtig tickt. Vieles haben wir gesagt, vieles nicht. Ist ja auch kein Wunder bei so vielen kleinen und grossen Problemen der Welt.




Ceske Budejowice (Budweis), Tschechien


Selten wohl gibt es einen perfekt quadratischen Marktplatz wie in Budweis. Und dazu noch so aufgeräumt (guck mal, Graz). Wir kamen am Nachmittag an und genossen die Abwesenheit von Besuchermassen und die Stille in den Gassen. "The historical heart retains the laid-back appeal of the simple brewing town it used to be."



Schnell fanden wir unser Lieblingslokal. Wenn man nicht schnell genug war, war nur schwer ein Platz zu kriegen. Zum Glück konnten wir von unserer Dachgeschosswohnung zumindest ein Stück der Aussenbänke sehen und sputeten uns, als wir zu vorrückender Stunde noch freie Plätze sahen.



Suchbild: Wo ist das Bier?
Und Hand aufs Herz, wer könnte diesen Knödeln mit Sauerkraut schon widerstehen?



Von der mehrfachen Tschechenreisen als Kind mit meinen Eltern erinnerte ich mich der zahlreichen Imbisse in Prag zum Beispiel, wo man an der Theke seine Wurst und Aufstriche zum Mitnehmen und mit Milchhörnchen versehen auch gleich im Laden an den Stehtischen verzehren konnte. Leider haben wir so was direkt nicht gefunden, aber ein Imbiss kam dem nahe und ich wusste wieder nicht, was zuerst. Die Kuchenauslagen sind übrigens auch nicht zu verachten, mal gelinde ausgedrückt. Und den Kaffee türkisch ist erste Wahl wenn es mal kein Espresso sein soll.



Unsere Unterkunft war also das Dachgeschoss der neulich ausgezogenen Tochter des mittelalterlichen Hauses. Der Hausherr im Erdgeschoss hat beim Ausbau nicht gekleckert und wir hätten noch länger bleiben wollen.




Mit'm Zug


Bummelzug nach Prag.



Der noch nicht mal einfahren darf. Zwei Stationen vorher müssen wir raus. Bombendrohung im Hauptbahnhof. Der Alarm löst sich nach einer für uns halben Stunde schon auf und wir nehmen den nächsten Zug nach Dresden. Bei der Fahrt durch das Elbsandsteingebirge muss ich ein paar Mal raus.



Also, mit'm Zug. War Klasse. Sind gut gereist. Und mit interessanten Leuten ins Gespräch gekommen.
Auf gleich der ersten Fahrt von Löbau nach Dresden lernen wir Karma kennen, eigentlich Mönch in Burma, schon überall in der Welt rumgekommen und jetzt eben bei der Brüdergemeinde in Herrnhut. Auf meine Frage was die Mönche da so eigentlich für 'housing and supplies' machen, kommt unumwunden: 'donations'. Ich habe ihm meine email gegeben, würde ja gern mehr über sein Buch erfahren, aber leider habe ich bis jetzt doch nichts von ihm gehört. Daran, dass ich ihn einen Spass machend "good Karma" genannt habe, sollte es eigentlich nicht gelegen haben.
In Prag hilft uns eine in den USA geborene Tschechin mit der Tram weiterzukommen.
Auf der Fahrt von Prag nach Dresden lernen wir Interessantes von einer in den USA studierten und an der Karls-Universität lehrenden Professorin aus Montenegro.
Auch die Jugend zwischen Mürzzuschlag und Graz ist uns hängen geblieben.



Dresden, Löbau, Dresden


Zurück in deutschen Landen.



Im Hauptbahnhof Dresden machen wir erst mal Kaffeetrinken und erleben die sächsische Seele in Reinkultur: Zum Glück hatte ich ja noch meine eigene Kaffeesahne im Rucksack, hier beim Bäcker wird sie ja immer geklaut, heisst es. Eine Omi muss ihren Espresso mit dem Eislöffel umrühren, auch nicht schlecht. Gut gelaunt machen wir uns auf den Weg zur Mietwagenstation. Der Angestellte beantwortet sich seine Frage, ob ich mich mit Automatik auskenne, selbst, nachdem er meinen Führerschein gesehen hat und gönnt uns einen XC60.
Frische ist es, was die deutsche Lebensmittellandschaft auszeichnet, also sacken wir unterwegs noch mal ein bevor wir in Löbau einfliegen (was bei der Anita nicht in den Kühlschrank passt, können wir ja in der Gästewohnung einlagern.)


Schön, unsere Jungs wieder zu sehen. Gut gelaunt sind sie. Und etwas blonder sind sie geworden.



Die Tage sind warm, eigentlich zu warm, aber im Garten lässt es sich aushalten (solange man nicht in der Sonne am Grill steht).



Viel unternommen haben die Grosseltern mit den Jungs. Aber für uns ist schon noch was übrig geblieben. Zum Beispiel der Irrgarten in Kleinwelka. Die durchschnittliche Irrzeit sei wohl vierzig Minuten. Ich glaube, solange haben wir wohl auch gebraucht.



Wer hat's gesehen, Anita hat's gesehen. Auf der Fahrt zum Irrgarten hatte ich einen wunderschönen Meilenmarker erspäht, den ich auf der Rückfahrt fotografieren wollte. Nun täuscht sich das Hirn ja schnell selbst, wenn es um das Schätzen von Entfernungen geht, aber Anita hat ihn wieder gefunden. Hier isser:



Im Freibad war ich mit Felix noch mal. War richtig gut. Das Bad hat genau die richtige Grösse und war nicht zu voll. Schöne Rutschen für uns. Ich wünschte, ich hätte ein bestimmtes Bild gemacht.



Als ob ich nicht schon genug angerichtete Mahlzeiten fotografiert habe, aber die Schnitzelbude in Lawalde kann man nicht auslassen. Schmeckt genau wie früher. Mehr braucht's nicht.



In Polen waren wir auch, soll heissen, wir sind kurz auf die Altstadtbrücke in der Zeit zwischen Theaterkartenabholen und Vorstellung für "39 Stufen" in der Görlitzer Stadthalle, was den Jungs sogar besser als erhofft gefallen hat.



Den letzten Abend sind wir im Honigbrunnen. Das war schon immer recht passend. Terrasse, Aussicht, gegen Ende auch ein laues Lüftchen.



Auch wenn der Aufstieg schweisstreibend war, für die Bilder beim Abstieg bin ich froh, dass wir es so gemacht haben.



Abreise. Meine zehn Harzer habe ich in Zeitungspapier und Pappkartons verpackt. Drei Tage müssen sie so überleben, bevor wir sie im heimischen Kühlschrank freilassen können.

Bevor wir aber die Fahrt nach Dresden und noch etwas Zeit für die Dresdner Altstadt in Angriff nehmen, zeigt Felix uns noch seine inzwischen erworbenen Luftgewehrschiesskünste.



Wie gesagt, wir hatten noch ein paar Stunden Zeit, bevor wir den Flixbus zum Schönefelder Flughafen nahmen. Wir wollten den Jungs mal ein paar Dresdner Highlights zeigen. Unser Gepäck liessen wir derweil im Mietwagen, es war Sonntag und das Büro geschlossen. Mit einer günstigen Familienkarte für die Strassenbahn kommt man gut rum.



Und mit Fragen, wie die Füsse riechen oder welcher Fürst den besten Beinamen hat, kommt man zu guten Bildern.



Der Rest ist schnell erzählt.
Der Flixbus hatte Verspätung, das Gedränge ist unter aller Würde. Am Flughafen schleppen wir wieder unser Gelumpert von einem Ende zum anderen. In Stockholm angekommen geniessen wir sehr, der Hitze der letzten Tage entkommen zu sein. Trotz der späten Stunde ist der Himmel erst tiefblau. Das Hotelzimmer am Flughafen ist klein aber skandinavisch durchdacht eingerichtet. Am nächsten Tag haben wir noch etwas Zeit, unser Flug geht erst am Nachmittag. Der laut Google sich in der Nähe befindende ICA wird leider gerade renoviert. Gut, dass wir die Brieslinge schon am Anfang eingesackt haben.
Also, wird doch etwas mehr.
Henry und ich gehen jedenfalls zu dem Tischfussballspiel, was Jana und ich im Konferenzzentrum entdeckt hatten. Wir fragen ob wir spielen dürfen. Und ich nehme an, weil wir so freundlich gefragt haben, dürfen wir uns wenig später auch am Eisautomaten bedienen. Und die Autorennbahn dürfen wir auch noch benutzen. Im Terminal sehe ich noch Janne von Scania und wir haben einen freundlichen small talk. Später in der Abflughalle treffen wir noch mal aufeinander. Jetzt habe ich schon das zweite Jobangebot von Scania. Also, ist schon verlockend auf eine Art.

In Chicago holen wir nur das Mietauto und fahren ins Hotel für die Nacht. Jetzt hat uns die Realität wieder. Nix mehr mit skandinavischer Gediegenheit. Zum Glück kann ich den Käse wieder auf Temperatur bringen. Das Frühstück am nächsten Tag ist Midwest pur. Auf dem Nachhauseweg machen wir noch mal Pause bei IKEA.




Uff, das war ein ganz schöner Trip. Sehr intensiv, sehr schön, wir hätten aber gern noch etwas mehr Zeit gehabt.
In ein paar Tagen jedenfalls machen wir uns auf unsere "zukunftsweisende" Tour.



Achso, übrigens schon mal aufgefallen, dass ich Käse mag :)




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