Juni 2021

Cape Disappointment, WA





"To be yourself in a world that is constantly trying to make you something else is the greatest accomplishment."

Ralph Waldo Emerson



Es dauerte nicht lang, um zu dem Schluss zu kommen: “Das ist ja wie zu Hause”. Nun, was die Natur angeht, ist das ja ein no-brainer. Was anderes haben wir ja nicht erwartet. Aber wir hatten offensichtlich verlernt wie Camping geht und worauf wir uns mit einem State Park in der Hauptreisezeit einlassen. Kurz, an Solitude war nicht zu denken. Dafür Unterhaltung, wenn man es so will.
Anyway, so viele gemeinsame Familienurlaube werden wir vorerst wohl ohnehin nicht machen, wenn wir mal von unserer Planung einer kleinen Europareise im nächsten Jahr mit den Jungs absehen. Und mit dem weniger Erbaulichen abgehakt, konzentrieren wir uns mal auf die angenehmen Erlebnisse.



Da war natürlich erstmal das halbwegs glimpfliche Entkommen von der so noch nie da gewesenen und Schlagzeilen machenden Hitzewelle im PNW. (Wie unser Gouverneur gesagt hat: jetzt ist der Klimawandel auch in den USA angekommen.) Dieser Trip fiel just in diese drei, vier Tage mit Rekordtemperaturen. Direkt am Meer waren wir weitgehend davon verschont. Während der Anreise zeigte das Thermometer noch locker über 40 Grad C an, im State Park hatten wir dann so gegen 30. Die folgenden Tage waren dann schon, als wäre nix gewesen, während man in Bellingham und anderswo noch geschwitzt hat. Aber das war jetzt alles nur Zufall und hat mit dem Kap nicht viel zu tun.


Viel mehr mit unserer Entscheidung hatte die Leichtigkeit der Übernachtung und der Plackerei zu tun. Wir hatten noch für je zwei Nächte eine Jurte und eine Cabin ergattert und damit entfiel z.B. das Zeltbauen oder Matratzen mitschleppen. Nicht, dass ich wetterliches Ungemach grundsätzlich scheue, aber den Regen am Abreisemorgen im Zelt auszuhalten - dafür wäre der State Park es nicht wert gewesen. Erstaunlich (aber dann auch wieder nicht): wir vier Mann und unser Gerassel haben alles in den Jetta gepasst.


Aber das eigentlich Gute und Schöne ist wie immer das Meer. Möchte mal wissen, ob es je anders ist, aber die massiven stürmischen Wellen waren zugange wann immer wir den Blick auf das Wasser legten. Selbst hundert Meter entfernt vom hundert Meter breiten Strand war das Rauschen noch zu vernehmen.



So ein Wasser und der zugehörige Strand sind schon immer wieder ein faszinierendes Medium.



Aber, wie immer, schön der Reihe nach. Die steife Brise die uns am Anreiseabend empfing hatte gefühlt Körpertemperatur. Wir liessen die Gelegenheit nicht ungenutzt und machten uns nass - ohne wirklich schwimmen zu gehen, davor wurde gewarnt, die Strömung sei stark und unberechenbar.



Zum Abend keine Kamera mit an den Strand zu nehmen ist schon mutig. Denn die Hoffnung, den gleichen fantastischen Sonnenuntergang auch an den folgenden Tagen zu erleben, hatte sich leider nicht erfüllt. Früher hätte ich mich dafür in den Hintern gebissen, jetzt konnte wenigstens das Cell Phone herhalten.




Die Jungs sind nicht super begeistert und uns kostet es demzufolge auch etwas Überwindung, aber wir verbuchen es mal unter Bildungsauftrag, eine kleine Wanderung zum Leuchtturm. Henry fand den Blick auf den Strand und die heranbrausenden Wellen eine Wucht, ohne zu realisieren, dass wir da am Vortag schon unterwegs waren.



Als Vater hat man es auch nicht immer leicht - zumindest mitunter anders schwer als die Mütter. Die Antwort, wer auf der luftlassenden Matratze schläft ist ja wohl klar. Aber Dank Jana’s grossem Herz und der am Ende doch ausreichend grossen Matratze schliefen wir zusammen auf dieser doch gar nicht so schlecht. Die Jurte hat uns am Ende besser als die Cabin gefallen. Mehr Platz und weniger düster.




Einer der schönsten Camping- und Familienmomente ergab sich beim Wrisby. Felix und ich haben uns gut gezielte und weite Würfe zugespielt, wenig später hat sich Henry dazu gesellt und wir haben eine lockere Dreiecksschaltung entstehen lassen, nur um wiederum etwas später um Jana ergänzt zu werden. Aufgehört haben wir erst, als ein Regen einsetzte und bevor wir zu nass wurden.



Wie gesagt, mit Hitze und Sonne wurden wir bis auf den ersten Tag nicht gerade überschüttet. Strandwanderungen und Fotoexkursionen tat das keinen Abbruch, im Gegenteil.



Viel mehr bleibt nicht zu festzuhalten. In der Kürze liegt die Würze.
Henry: Der Urlaub war nicht schlecht, aber ein bischen zu viel Family Time.
:)




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