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5 Jahre in der W Baker Hollow Rd.

Rückblick 2005 - 2010



Schön haben wir es hier draussen.
Keine Verkehrsgeräusche, keine Nachbarn die sich um einen scheren, ringsum Natur.
Kann mir momentan nicht vorstellen, je wieder in einer Wohnsiedlung oder Stadt zu wohnen.


Wir sind in der glücklichen Lage, uns ein Rückzugsgebiet nicht nur fürs Wochenende geschaffen zu haben.
Wie schön, als Felix eine Kaulquappe aus einer Pfütze gefischt und im Wasserglas zu Hause verpflegt und zum Frosch hat werden lassen, um ihn dann in unserem Teich auszusetzen.
Ich mag es gar nicht überstrapazieren, aber Jana sagt immer "wie beim Camping".

Unser Grundstueck soll nicht wie ein gepflegter Vorgarten aussehen. Deswegen hacke ich nicht jeden krüppligen Baum gleich um und verbrenne auch kein Totholz mehr, pflegen und pflanzen wir weitgehend einheimische Bäume, Sträucher und Wildblumen, und haben nichts gegen Herbstblätter und ein bischen Sumpf im Teich.
Wir denken, die Natur dankt uns, und wir danken ihr.

Die Eule und manchmal sogar deren zwei haben wir bis jetzt jedes Jahr beobachten können. Frösche tummeln sich schliesslich bei uns genug. Und es hat fünf Jahre gebraucht, bis wir gelernt haben, dass es auch Frösche sind, die sie sich von den Baumstämmen angelt.

Ein paar Vogelhäuser haben wir aufgestellt - It's part of the struggle to maintain a connection to the wild.
Bei weitem schöner sind natürlich die Baumhöhlen. Von diesen sieht man überraschend viele, wenn man die Augen offen hält.
Überhaupt sind so einige "Critter" bei uns unterwegs:

Mitunter haben wir also gute Gelegenheit, die Tierwelt aus unmittelbarer Naehe zu erleben. Da holt sich eben die Eule ihre Mahlzeit oder ein Habicht einen Blue Jay.

Einmal wäre ich in der Daemmerung beinahe einem Stinktier zu nahe gekommen. Gerade noch rechtzeitig habe ich erkannt, worum es sich da gehandelt hat.
Und der Grund, warum unsere Mallory eine Stubenkatze bleiben sollte: des Nachts stimmen sie ihr Geheul an und einmal habe ich auch einen durch unseren Backyard huschen sehen: Kojoten.

Wir haben neue Nachbarn am Ende der Strasse. Sie und wir sind froh, dass wir uns gefunden haben. Den halben Kilometer zum Playdate für die Kinder laufen wir gern.

Über das Baumhaus berichte ich ja schon an anderer Stelle. Hier also nur soviel: Nach dem zugunsten anderer Aktivitäten verhängten vorlaeufigen Baustopp, soll es dann zweitausendundelf weitergehen und auch zu einem guten Ende gebracht werden.


Wenn die Luftfeuchte die Sommer nicht so unerträglich machen würden, wäre es ja "nicht auszuhalten".
Aber dafür wächst auch alles gewaltig. Zumindest was der vollen Sommerhitze widerstehen kann.
Gleich im ersten Jahr nach Pflanzung haben die Yuccas an der Einfahrt geblüht. Hinter dem Haus haben wir dann auch noch gleich eine Ecke bepflanzt.

Auch meine geliebten und zahlreichen Robinien demonstrieren jedes Frühjahr einen Ausbruch an Lebenskraft.

Nebendem manche Stürme und Blizzards gezeigt haben wozu sie imstande sind, musste ich auch einige Bäume in zu gefährlicher Nähe zum Haus entfernen, aber dafür habe ich auch einige gepflanzt oder Spriesslinge stehen gelassen; bei einer Zählung bin ich mal so auf dreissig neue Bäume im näheren Umkreis gekommen.
Und unverändert schön, die heimischen Klassiker, "Schneeweischen und Rosenrot", Dogwood und Redbud.

Bei Hühnern, ein paar Bienenstöcken und Pilzzucht sind wir noch nicht angelangt, aber in einem kleinen, abgetrennten Garten wachsen ein paar Tomaten, Bohnen und Erdbeeren.

Steiermärkische Buschenschanken lassen grüssen: Aus unseren Holunderblüten gewinnen wir schmackhaften Saft, und die Beeren geben den Grundstock für erprobte Erkältungsmedizin.
Für Obstbäume haben wir den sonnigsten Bereich den wir finden konnten eingezäunt.
Die Betonung liegt dabei auf eingezäunt. Ohne dem wächst nur was nicht von den Rehen gefressen wird.

Heute unverständlich, aber zu Zeiten des Vorbesitzers unseres Vorbesitzers wurde Schutt noch im eigenen Wald abgekippt. Habe einmal sogar zwei Studenten beschäftigt, um Glas, Schrott und alte Reifen aus dem Unterholz und dem Boden zu klauben. Was blieb, habe ich mit Totholz abgedeckt und lasse es nun überwachsen.
Ende zweitausendundzehn habe ich die Gestaltung des Überganges zum Wald für abgeschlossen erklärt: Genug gepflanzt und Geradlinigkeit rausgenommen.

Im Sommer zweitausendundzehn hatten wir eine regelrechte Dürre. Für sicherlich drei Monate fiel kein nennenswerter Niederschlag. Das Gras ist vertrocknet und der Lehmboden ist aufgerissen. Unser Teich stand einen guten Fuss unterhalb der Überflussröhre. Diese Dürre habe ich dann wenigstens für eine Teichvergrösserung genutzt. Und bei der Gelegenheit auch ein Inselchen installiert. Würde gern ein Entenpärchen darauf nisten sehen. Ansonsten lassen wir ihn sein, was er ist. Es tummelt sich allerhand Wassergetier dort und auch ein paar scheue Vögel, die ich noch identifizieren muss.
Er passt gut hier her, Indiana war ja mal zu einem Viertel Feuchtgebiet.

Also noch mal zum Wetter. Das ist bei uns schon manchmal arg. Ordentliche Gewitter sind wir inzwischen gewohnt. Aber regelmässig im Frühjahr und Herbst gibt es auch Tornadowarnungen.

Im Haus habe ich im Laufe der Zeit nur den Kinderzimmern und dem Wohnzimmer einen neuen Anstrich gegeben. Mit dem Rest warte ich, bis die Kinder weniger gestalterisch sind.
Den Dachboden habe ich zusätzlich isoliert. Ein Badfenster will ich noch vergrössern. Ansonsten ist das Haus ziemlich in Schuss. War gut, dass wir nicht wieder ein älteres gekauft haben.
Unser Schuppen hat zeitausendundneun ein neues Dach bekommen. War höchste Eisenbahn.
Und für den Campinganhänger habe ich ein Zelt neben dem Schuppen errichtet. Ein bischen ausser Sichtweite und mit gebrauchten Eisenbahnschwellen als Fundament.

Und ich sag ja, wer viel hat, muss sich auch viel kümmern. Das ganze Gerassel wie Rasenmäher und Kettensäge verlangt manchmal mehr Zeit als mir lieb ist.

Na ja, für einen Rückblick auf fünf Jahre an diesem Flecken sind noch ein paar Impressionen angebracht:



"Ja ja. Hier bei uns im Mittleren Westen.
Wenn es sich ergibt, haben wir ja noch so einiges vor im Backyard".

Genau das habe ich schon mal vor vier Jahren gesagt, aber daran hat sich ja auch nichts geändert.



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